younion lehnt Entwurf zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz ab

Novelle muss noch einmal überarbeitet werden

Wien (OTS) – Selbstverständlich begrüßt die younion Hauptgruppe II die Novelle des Gesetzes, gerade in Hinblick auf die Akademisierung – jedoch muss sichergestellt werden, dass die PatientInnen und BewohnerInnen in allen Bundesländern bestmögliche Betreuung und Pflege erfahren. Da dies nicht gewährleistet werden kann, ist die anstehende Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes aus Sicht der younion Hauptgruppe II noch nicht umsetzungsreif.

Besonders kritisch wird dabei die Schaffung einer dritten Berufsgruppe in der Pflege gesehen. „Die Idee einer kürzeren Ausbildung bei gleichzeitig erweitertem Tätigkeitsprofil für die Pflegefachassistenz – in einem Berufsfeld, in dem zu 80% Frauen tätig sind, die so dann in absehbarer Zukunft mehr Arbeit bei wahrscheinlich geringerem Einkommen versehen werden –ist keine Errungenschaft! Wir verstehen einfach nicht, wie ein Ministerium, das Gesundheit und Belange der Frauen vereint, den Grundstein für diesen Irrweg legen kann.“, so Christa Hörmann, Bundesfrauenvorsitzende der younion-Die Daseinsgewerkschaft und diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester.

„Wir befürchten, dass es aus Kostengründen einen Verdrängungsmechanismus des gehobenen Dienstes hin zur Pflegefachassistenz geben wird. Es sind wohl solche Gedankenspiele, die Länder wie Salzburg und Steiermark dazu bewogen haben, sich nun doch für das neue Gesetz auszusprechen“, Roul Maszar, stellvertretender Vorsitzender der younion Hauptgruppe II. Auf eines möchte Maszar, seit 1995 selbst diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, explizit hinweisen: „Klar ist, dass die zukünftige akademische Pflege und aktuell der gehobener Dienst gleichgehalten sind. Angst- und Geschäftemacherei mit jenen MitarbeiterInnen, die bereits seit vielen Jahren engagiert und kompetent Dienst versehen, lehnen wir ab. Wir erwarten uns von der Dienstgeberseite ein klares Bekenntnis, dass die MitarbeiterInnen des gehobenen Dienstes die gleichen Voraussetzungen bei Fortbildungen, Karrierechancen, Bewerbungen oder Anstellungen gegenüber den FachhochschulabsolventInnen haben.“

Die younion Hauptgruppe II fordert, dass die Akademisierungsprogramme für bereits diplomiertes Personal billiger und kürzer werden. „Zwei Jahre Universität, Semesterkosten von 2000 Euro und mehr, damit ich dann eine akademisierte Pflegeperson bin – obwohl man bereits viele Jahre als diplomierte Fachkraft tätig war? Das steht in keiner Relation zur beruflichen Realität. Bereits heute übernehmen Pflegebedienstete unter dem Schlagwort „mitverantwortlicher Tätigkeitsbereich“ immer mehr Aufgaben von Ärztinnen. Kein ECTS-Punktesystem spiegelt wieder, was diese Menschen bereits täglich leisten“, so Roul Maszar.

Das gemeinsame Ziel für die Gesundheits- und Krankenpflege formuliert Roul Maszar so: „Als Gewerkschaft ist es nun unsere Hauptaufgabe, die Anhebung der Lohnniveaus entsprechend der Verantwortung und den ausgeübten Tätigkeiten und nicht nur alleine aufgrund der Ausbildung zu erstreiten. Denn Qualität hat ihren Preis und diesen Preis müssen die Länder zahlen – ansonsten kostet sie das die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger.“

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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