WHO: WHO unterstützt südafrikanisches Konsortium beim Aufbau des ersten Transferzentrums für COVID-mRNA-Impfstofftechnologie

(C) Markus Golla

Genf/Johannesburg/Paris: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ihre COVAX-Partner arbeiten mit einem südafrikanischen Konsortium bestehend aus Biovac, Afrigen Biologics and Vaccines, einem Netzwerk von Universitäten und den Africa Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zusammen, um sein erstes Zentrum für den Transfer der COVID-mRNA-Impfstofftechnologie.

Der Schritt folgt dem weltweiten Aufruf der WHO zur Interessenbekundung (EOI) vom 16. In den kommenden Wochen werden die Partner Einzelheiten mit der südafrikanischen Regierung sowie mit öffentlichen und privaten Partnern im Land und auf der ganzen Welt verhandeln.

Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa sagte: „Die COVID-19-Pandemie hat das volle Ausmaß der Impflücke zwischen Industrie- und Entwicklungsländern offenbart und wie diese Lücke die globale Gesundheitssicherheit ernsthaft untergraben kann. Diese wegweisende Initiative ist ein wichtiger Fortschritt in den internationalen Bemühungen zum Aufbau von Kapazitäten für die Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen, die Afrika auf den Weg zur Selbstbestimmung bringen werden. Südafrika begrüßt die Gelegenheit, ein Zentrum für den Transfer von Impfstofftechnologie zu beherbergen und auf den bereits auf dem Kontinent vorhandenen Kapazitäten und Fachkenntnissen aufzubauen, um zu diesen Bemühungen beizutragen.“

„Das sind großartige Neuigkeiten, insbesondere für Afrika, das den geringsten Zugang zu Impfstoffen hat“, sagte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO. „COVID-19 hat die Bedeutung der lokalen Produktion hervorgehoben, um gesundheitliche Notlagen zu bewältigen, die regionale Gesundheitssicherheit zu stärken und den nachhaltigen Zugang zu Gesundheitsprodukten zu erweitern.“

Die Ankündigung folgt auf den jüngsten Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Südafrika, der sagte, sein Land sei entschlossen, die Bemühungen in Afrika zu unterstützen, die lokalen Produktionskapazitäten von COVID-19-Impfstoffen und anderen medizinischen Lösungen zu erhöhen.

„Heute ist ein großartiger Tag für Afrika. Es ist auch ein großartiger Tag für alle, die sich für einen gerechteren Zugang zu Gesundheitsprodukten einsetzen. Ich bin stolz darauf, dass Biovac und unsere südafrikanischen Partner von der WHO ausgewählt wurden, da Frankreich sie seit Jahren unterstützt“, sagte Präsident Macron. „Diese Initiative ist die erste einer langen Liste, die wir gemeinsam mit unseren Partnern weiterhin unterstützen werden, vereint in der Überzeugung, dass das Handeln für globale öffentliche Güter der Kampf des Jahrhunderts ist und nicht warten kann.“

Technologietransferzentren sind Schulungseinrichtungen, in denen die Technologie im industriellen Maßstab etabliert und die klinische Entwicklung durchgeführt wird. Interessierte Hersteller aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen können Schulungen und ggf. erforderliche Lizenzen zur Technologie erhalten. Die WHO und ihre Partner werden das Produktions-Know-how, die Qualitätskontrolle und die erforderlichen Lizenzen zu einer einzigen Einheit bringen, um einen breiten und schnellen Technologietransfer an mehrere Empfänger zu ermöglichen.

Der Technologietransfer-Hub wird von der umfangreichen Erfahrung des Medicines Patent Pool (MPP) im Bereich des Managements von geistigem Eigentum (IP) und der Vergabe von IP-Lizenzen profitieren. MPP unterstützt die WHO auch bei Verhandlungen mit technischen Partnern und unterstützt bei der Verwaltung der Hubs.

Biovac ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das aus einer Partnerschaft mit der südafrikanischen Regierung im Jahr 2003 hervorgegangen ist, um lokale Produktionskapazitäten für Impfstoffe für die Bereitstellung von Impfstoffen für das nationale Gesundheitsmanagement und die nationale Sicherheit aufzubauen.

Afrigen Biologics and Vaccines ist ein Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Produktentwicklung, die Herstellung von Hilfsstoffen in großen Mengen sowie die Lieferung und den Vertrieb von wichtigen biologischen Wirkstoffen konzentriert, um ungedeckte Bedürfnisse im Gesundheitswesen zu decken.

Die Organisationen ergänzen sich und können jeweils unterschiedliche Rollen innerhalb der geplanten Kooperation einnehmen: Afrigen wird als Entwickler fungieren, Biovac als Hersteller und ein Konsortium von Universitäten als akademischer Unterstützer mit mRNA-Know-how und Africa CDC für die technische und regionale Unterstützung.

Das südafrikanische Konsortium profitiert von bestehenden Betriebsstätten mit freien Kapazitäten und Erfahrung im Technologietransfer. Es ist auch ein globaler Hub, der sofort mit der Schulung von Technologieempfängern beginnen kann.

Weitere Hubs in der Pipeline

Der Aufruf der WHO zur Interessenbekundung im April hat bisher 28 Angebote generiert, entweder Technologie für mRNA-Impfstoffe bereitzustellen oder ein Technologiezentrum oder beides zu beherbergen. Es gab 25 Interessensbekundungen von Befragten aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die die Technologie zur Herstellung von mRNA-Impfstoffen erhalten könnten.

In den kommenden Wochen wird die WHO die fortlaufende Bewertung anderer Vorschläge fortsetzen und bei Bedarf zusätzliche Zentren identifizieren, um zur Gesundheitssicherheit und -gerechtigkeit in allen Regionen beizutragen.

Im Rahmen der COVAX-Partnerschaft wird die WHO ihre Bewertung potenzieller mRNA-Technologiespender fortsetzen und in den kommenden Monaten weitere Aufrufe für andere Technologien wie virale Vektoren und Proteine ​​starten.

Die WHO veranstaltet diese Woche auch das lokale Produktionsforum, um Strategien zur Erweiterung der pharmazeutischen Produktionskapazitäten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen für COVID-19 und andere vorrangige Krankheiten zu ermitteln.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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