WHO: Südostasien: Influenzavirus-Sharing in Zeiten von COVID-19

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In Südostasien nehmen die Länder nach schweren Störungen durch die COVID-19-Pandemie die Aktivitäten zum Austausch von Influenzaviren wieder auf und tragen erfolgreich zu den halbjährlichen Treffen der WHO zur Zusammensetzung der saisonalen Grippeimpfstoffe bei.

Die gemeinsame Nutzung von Influenzaviren ist von entscheidender Bedeutung für die globale Bereitschaft, die Risikobewertung für Pandemien zu erleichtern, Kandidaten für Impfstoffviren zu entwickeln, diagnostische Reagenzien und Testkits zu aktualisieren und die Resistenz von Influenzaviren gegen antivirale Medikamente zu bestimmen. In der Südostregion der WHO tauschen die Nationalen Influenza-Zentren (NICs) im Rahmen ihrer routinemäßigen Influenza-Überwachung seit langem Viren mit den WHO-Kooperationszentren (CCs) aus. Ihre Bemühungen wurden jedoch während der COVID-19-Pandemie erheblich gestört, insbesondere in der Anfangsphase, als Personal und Ressourcen im gesamten Überwachungssystem umgeleitet wurden, um eine Notfallreaktion zu unterstützen.

Zu den spezifischen Herausforderungen gehörten: ein Mangel an Influenza-positiven Proben; schlechte geografische oder zeitliche Repräsentativität der gesammelten Exemplare (insbesondere während der Sperrzeiten); und übermäßige Arbeitsbelastung, die zu Verzögerungen bei Influenza-Tests führte (so dass möglicherweise Proben entnommen, aber nicht verarbeitet wurden) und operative Schwierigkeiten bei der Isolierung von Viren für den Versand verursachten. Auch Probenentnahmemedien (virales Transportmedium) stellten während der Pandemie eine Herausforderung dar, da das für SARS CoV-2 verwendete Transportmedium für die Influenza nicht geeignet war.

In den Ländern, die die Influenza-Überwachung schnell auf das Niveau vor COVID-19 wiederaufgenommen haben, war eine zusätzliche Herausforderung die sehr geringe Übertragung der saisonalen Influenza während der Pandemie, was zu einer geringen Anzahl von geteilten Exemplaren führte.

In dem Bemühen, dem Virusaustausch in der Region neue Priorität einzuräumen, tauschten die Teilnehmer zweier regionaler Influenza-Treffen ihre Erfahrungen mit der Influenza-Überwachung während der Pandemie aus, diskutierten die neuesten Leitlinien der WHO zur Anpassung von Influenza-Überwachungssystemen, um auch SARS-CoV-2 zu überwachen, und betrachteten als eine Reihe kontextspezifischer Bedürfnisse und Prioritäten. Ihre Überlegungen führten zu vier zentralen Empfehlungen:

  • Erweitern Sie die Influenza-Überwachung auf Nicht-Sentinel-Standorte mit anschließender Meldung an FluNet, um die Chancen zu erhöhen, Influenza-Aktivitäten zu identifizieren und Proben für Tests und Virusisolierung zu sammeln.
  • Anwalt für integrierte Influenza- und SARS-CoV-2-Überwachung, einschließlich der Verwendung von Multiplex-Kits.
  • Teilen Sie alle verfügbaren Influenza-Exemplare rechtzeitig mit einem WHO-CC, selbst wenn es nur eine Probe gibt.
  • Verwenden Sie zwei Virustransportmedien – mit und ohne Influenzavirus-Inaktivierungssubstanzen –, um die Entnahme von Proben mit lebensfähigen Influenzaviren, lokale Tests und den anschließenden Versand an eine NIC zu unterstützen.

Die WHO unterstützt die Länder bei der Umsetzung dieser Empfehlungen. Über das Regionalbüro für Südostasien und das Shipping Fund Project hat es bedarfsgerechte logistische Unterstützung geleistet. Die WHO hat auch regelmäßige Erinnerungen verschickt, um das Teilen von Viren zu fördern.

Das Ergebnis ist, dass es allen südostasiatischen Ländern mit Influenza-positiven Proben gelungen ist, Viren mindestens einmal mit den WHO-CCs auszutauschen, die Daten sammeln, um die halbjährlichen Sitzungen der WHO zur Impfstoffzusammensetzung zu informieren. Die Region teilte neun Sendungen für die Sitzung im September 2020, drei für die Sitzung im Februar 2021 und fünf Sendungen für die Sitzung im September 2021.

Jetzt sind Pläne im Gange, den Virenaustausch in der Region weiter zu verbessern, unter anderem durch einen monatlichen Folgeprozess für an die WHO gemeldete Influenza-Positive und durch die Bereitstellung systematischer Updates für die NICs zur Rationalisierung der Virenaustauschprozesse, wobei der Schwerpunkt auf der Gewährleistung von Repräsentativität und Aktualität liegt.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)