WHO: Neue Leitlinien der WHO empfehlen eine einfachere und sicherere Behandlung der Kryptokokkenerkrankung bei Menschen mit HIV

© MSF-N’gadi Ikram An HIV patient receiving medical care after falling ill at the in-patient departement in Matam, Senegal.

Die Kryptokokken-Erkrankung ist eine der wichtigsten opportunistischen Infektionen bei Menschen mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und trägt wesentlich zu Krankheit, Behinderung und Sterblichkeit bei, insbesondere in Subsahara-Afrika.

Neue von der WHO entwickelte Richtlinien empfehlen nachdrücklich eine einzelne hohe Dosis von liposomalem Amphotericin B als Teil des bevorzugten Induktionsschemas für die Behandlung von Kryptokokken-Meningitis bei Menschen mit HIV.

Diese neue Empfehlung wurde nach den Ergebnissen einer multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie ausgesprochen, die in Botswana, Malawi, Südafrika, Uganda und Simbabwe durchgeführt wurde und zeigte, dass ein vereinfachtes Behandlungsschema mit einer einzigen hohen Dosis von liposomalem Amphotericin B in Kombination mit anderen Standardarzneimitteln (Flucytosin und Fluconazol) ist genauso wirksam wie der vorherige Behandlungsstandard der WHO, mit den Vorteilen einer geringeren Toxizität und weniger Überwachungsanforderungen (1). Das Regime mit einer einzigen hohen Dosis wurde auch von Gesundheitsdienstleistern bevorzugt, da es weniger Zeit für die Vorbereitung benötigte, weniger Überwachung erforderte und die Dauer des Krankenhausaufenthalts eines Patienten verkürzen kann.

Diese neuen Richtlinien werden nur dann Leben retten, wenn ein proaktiver Ansatz verfolgt wird, um den Zugang zu liposomalem Amphotericin B zu verbessern. Derzeit haben nur wenige Anbieter eine behördliche Zulassung erhalten, und obwohl mit dem Hersteller des Amphotericin B eine Vorzugspreisvereinbarung ausgehandelt wurde Originatorprodukt ist die Akzeptanz in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen gering.

„Um den größtmöglichen Nutzen aus diesem optimierten Regime zu ziehen, sind dringend internationale Bemühungen unter Beteiligung mehrerer Interessengruppen erforderlich, um einen zuverlässigen und nachhaltigen Zugang zu liposomalem Amphotericin B und anderen Antimykotika zu gewährleisten“, sagte Dr. Meg Doherty, Direktorin der Global HIV, Hepatitis and STIs-Programme. „Die WHO setzt sich dafür ein, allen Ländern dabei zu helfen, diese neue Empfehlung anzunehmen und umzusetzen – damit Menschen mit HIV nicht länger an einer behandelbaren Infektion sterben müssen.“

Die Leitlinien 2022 zur Diagnose, Vorbeugung und Behandlung von Kryptokokkenerkrankungen werden in den kommenden Wochen online verfügbar sein.

Referenz
1. Jarvis JN, Lawrence DS, Meya DB, et al. Liposomales Amphotericin B in Einzeldosis zur Behandlung von Kryptokokken-Meningitis. N Engl. J Med. 24. März 2022;386(12):1109-1120.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)