WHO: Gemeinsame Erklärung zu Dosisspenden von COVID-19-Impfstoffen an afrikanische Länder

WHO
(C) Olrat

Aufbauend auf den Erfahrungen aus unseren gemeinsamen Erfahrungen mit Dosisspenden in den letzten Monaten möchten der African Vaccine Acquisition Trust (AVAT), die Africa Centers for Disease Control and Prevention (Africa CDC) und COVAX die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf die Situation der Spenden von COVID-19-Impfstoffen an Afrika und andere an COVAX teilnehmende Volkswirtschaften, insbesondere diejenigen, die vom Gavi COVAX Advance Market Commitment (AMC) unterstützt werden.

AVAT und COVAX ergänzen sich gegenseitig in ihren Bemühungen, afrikanische Länder dabei zu unterstützen, ihre Impfziele zu erreichen, und erkennen das globale Ziel an, 70 % der afrikanischen Bevölkerung zu impfen. Dosisspenden waren eine wichtige Quelle der Versorgung, während andere Quellen zunehmen, aber die Qualität der Spenden muss verbessert werden.

AVAT und COVAX konzentrieren sich darauf, den Zugang zu und die Einführung von COVID-19-Impfstoffen in Afrika zu beschleunigen. Gemeinsam bauen wir die Versorgung des Kontinents zügig aus und bieten den Ländern die Unterstützung, um die erhaltenen Dosen nutzen zu können. Bis heute wurden über 90 Millionen gespendete Dosen über COVAX und AVAT auf den Kontinent geliefert und weitere Millionen über bilaterale Vereinbarungen.

Der Großteil der bisherigen Spenden erfolgte jedoch ad hoc, mit kurzer Vorlaufzeit und kurzer Haltbarkeit. Dies macht es für die Länder extrem schwierig, Impfkampagnen zu planen und die Aufnahmekapazität zu erhöhen. Um eine höhere Abdeckungsrate auf dem gesamten Kontinent zu erreichen und Spenden eine nachhaltige Bezugsquelle zu sein, die das Angebot aus AVAT- und COVAX-Kaufverträgen ergänzen kann, muss sich dieser Trend ändern.

Länder brauchen eine berechenbare und zuverlässige Versorgung. Kurzfristig planen und die Aufnahme von Dosen mit kurzer Haltbarkeit sicherstellen zu müssen, erhöht die logistische Belastung für die ohnehin schon überlasteten Gesundheitssysteme exponentiell. Darüber hinaus nutzt eine solche Ad-hoc-Bereitstellung Kapazitäten – Personal, Infrastruktur, Kühlkette –, die auf einen langfristig erfolgreichen und nachhaltigen Rollout ausgerichtet werden könnten. Es erhöht auch das Verfallrisiko dramatisch, sobald Dosen mit bereits kurzer Haltbarkeit im Land eintreffen, was langfristige Auswirkungen auf das Vertrauen des Impfstoffs haben kann.

Spenden an COVAX, AVAT und afrikanische Länder müssen so erfolgen, dass die Länder effektiv inländische Ressourcen zur Unterstützung des Rollouts mobilisieren können und eine langfristige Planung zur Erhöhung der Abdeckungsraten ermöglicht wird. Wir fordern die internationale Gemeinschaft, insbesondere Geber und Hersteller auf, sich ab dem 1. Januar 2022 durch die Einhaltung folgender Standards zu diesem Bemühen zu verpflichten:

  • Menge und Vorhersehbarkeit: Die Geberländer sollten sich bemühen, gespendete Dosen in großen Mengen und auf vorhersehbare Weise freizugeben, um die Transaktionskosten zu senken. Wir anerkennen und begrüßen die in diesem Bereich erzielten Fortschritte, stellen jedoch fest, dass die Häufigkeit von Ausnahmen von diesem Ansatz die Länder, AVAT und COVAX stärker belastet.
  • Zweckbindung: Diese Dosierungen sollten für die größtmögliche Wirksamkeit und zur Unterstützung der langfristigen Planung nicht zweckgebunden sein. Die Zweckbindung erschwert die Verteilung des Angebots auf der Grundlage von Gerechtigkeit und die Berücksichtigung der Aufnahmekapazität bestimmter Länder. Es erhöht auch das Risiko, dass Spenden mit kurzer Haltbarkeitsdauer die Kühlkettenkapazitäten der Länder ausnutzen – Kapazitäten, die dann nicht verfügbar sind, wenn AVAT oder COVAX Dosen mit längerer Haltbarkeit im Rahmen ihrer eigenen Kaufvereinbarungen zuweisen.
  • Haltbarkeit: Standardmäßig sollten gespendete Dosen bei Ankunft im Land eine Haltbarkeit von mindestens 10 Wochen haben, mit begrenzten Ausnahmen nur, wenn die Empfängerländer die Bereitschaft und Fähigkeit angeben, Dosen mit kürzerer Haltbarkeit aufzunehmen.
  • Frühzeitige Mitteilung: Die Empfängerländer müssen mindestens 4 Wochen vor ihrer vorläufigen Ankunft im Land über die Verfügbarkeit von gespendeten Dosen informiert werden.
  • Reaktionszeiten: Alle Beteiligten sollten sich um eine schnelle Reaktion auf wesentliche Informationen bemühen. Dazu gehören wesentliche Lieferinformationen von Herstellern (Gesamtmengen, die für die Spende zur Verfügung stehen, Haltbarkeit, Herstellungsstandort), Bestätigung des Spendenangebots von Spendern und Annahme/Verweigerung von Zuteilungen von Ländern. Last-Minute-Informationen können Prozesse weiter verkomplizieren, die Transaktionskosten erhöhen, die verfügbare Haltbarkeit verkürzen und das Verfallsrisiko erhöhen.
  • Nebenkosten: Die Mehrheit der bisherigen Spenden beinhaltet weder das notwendige Impfmaterial wie Spritzen und Verdünnungsmittel noch die Frachtkosten – diese müssen also separat bezogen werden – was zu zusätzlichen Kosten, Komplexität und Verzögerungen führt. Gespendete Dosen sollten mit allen wesentlichen Hilfsstoffen begleitet werden, um eine schnelle Verteilung und Aufnahme zu gewährleisten.

AVAT, Africa CDC und COVAX verpflichten sich weiterhin, mit Geberländern, Impfstoffherstellern und Partnern zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass diese Standards eingehalten werden, während wir weiterhin zusammenarbeiten, um Afrikas Impfziele zu erreichen.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)