WHO 2022: Neue WHO-Umfrage untersucht, wie Influenza-Belastungsstudien die Politik beeinflussen

WHO
(C) Olrat

Im Jahr 2021 befragte die WHO Autoren von Studien zur Krankheitslast durch Influenza, um zu erfahren, ob und wie diese Studien die Politikgestaltung beeinflusst haben. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die meisten Autoren zwar ihre Ergebnisse mit Regierungsbeamten teilen, aber mehr Arbeit erforderlich ist, um Schätzungen der Krankheitslast in Foren zur Impfpolitik aufzunehmen.

Belastbare Schätzungen der Influenzalast sind für Entscheidungsträger unerlässlich, um geeignete Richtlinien für saisonale Influenzaimpfungen festzulegen. Durch den Partnerschaftsbeitrag zum Pandemic Influenza Preparedness Framework unterstützt das Global Influenza Programme (GIP) der WHO die Erstellung repräsentativer nationaler, regionaler und globaler Schätzungen der Krankheitslast und fördert die Übermittlung dieser Schätzungen an nationale und internationale Expertengremien, um eine evidenzbasierte Entscheidungsfindung zu fördern .

Die WHO verfolgte zwischen 2018 und 2020 die Literatur zu Studien zur Belastung durch Grippeerkrankungen und befragte Autoren, um zu erfahren, wie diese Studien die Politikgestaltung beeinflusst haben. Wir identifizierten 40 Artikel aus 29 Ländern, die über Influenza-assoziierte Krankenhauseinweisungen oder Mortalitätsraten berichteten. Um festzustellen, ob und wie diese Schätzungen die Influenza-Politik beeinflussten, kontaktierten wir die Autoren dieser Studien und fragten sie: a) ob ihre Ergebnisse Regierungsbeamten mitgeteilt worden seien und b) welche Strategien ihrer Meinung nach am besten geeignet seien Erkenntnisse über die Belastung durch Influenza-Erkrankungen in die Hände der politischen Entscheidungsträger.

Daten für die Politik

Autoren von 24 Studien (aus 20 Ländern in allen Regionen außer dem östlichen Mittelmeerraum) beantworteten unseren Fragebogen. Autoren aus 14 Ländern berichteten, ihre Ergebnisse mit Regierungsbeamten geteilt zu haben. Tatsächlich waren in mehreren Fällen Regierungsangestellte selbst an den Studien beteiligt. Die Autoren identifizierten auch eine Reihe von Hindernissen für den Informationsaustausch, darunter Unterbrechungen durch die COVID-19-Pandemie, die Unterschätzung der Bedeutung der Grippe, schwache Verbindungen zwischen Forschern und Gesundheitsbehörden und Schwierigkeiten bei der Kommunikation des Zusammenhangs zwischen der Belastung durch Grippeerkrankungen und der Impfpolitik in Bezug auf die Belastung durch Impfung abgewendet.

Während die meisten Befragten ihre Ergebnisse Regierungsbeamten mitteilten, gaben nur wenige (nur fünf Länder) an, dass ihre Ergebnisse in Foren zur Impfpolitik berücksichtigt wurden. Auch hier wurden Störungen im Zusammenhang mit COVID-19 und ein offensichtlich mangelndes Interesse an Influenza als häufige Hindernisse genannt.

Strategien zum Erfolg

Autoren aus der ganzen Welt schlugen Strategien vor, um die Erkenntnisse über die Belastung durch Influenza-Erkrankungen besser an politische Entscheidungsträger zu kommunizieren. Dazu gehörten: frühzeitige Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern bei der Planung von Studien zur Krankheitslast; Diskussionen über SARS-CoV-2 und Influenza-Impfung zusammenführen; Präsentation der Ergebnisse vor den National Immunization Technical Advisory Groups; Einladung wichtiger politischer Entscheidungsträger zu jährlichen Konferenzen zur Grippeprävention und -kontrolle; Verbreitung der Ergebnisse über traditionelle und soziale Medien; und jährliche Aktualisierung der Schätzungen der Krankheitslast und der durch Impfung abgewendeten Last, um das Bewusstsein und das Interesse an der Grippeimpfung aufrechtzuerhalten.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)