UNBESCHREIBLICHES bildhaft vermitteln

Kunstprojekt 10 Jahre Schmerz-Arbeitsgruppe

(C) Baraka

Eigentlich wollten wir, die Schmerz Arbeitsgruppe des St. Anna Kinderspitals, letztes Jahr groß feiern. Feiern, dass wir seit 10 Jahren unermüdlich und voller Hingabe ein bestmögliches Schmerzmanagement im St. Anna Kinderspital vorantreiben. Feiern, dass wir ein engagiertes und beständiges Team aus 13 Multiplikatorinnen sind und uns bis jetzt beinahe 60-mal getroffen haben. Feiern, dass es uns gelungen ist, eine einheitliche und regelmäßige Schmerzeinschätzung und Schmerzprävention etabliert zu haben. Feiern, dass wir 20 hausinterne Dokumente und 6 Drucksorten wie Folder oder Poster rund um das Thema Schmerz erstellt haben. Feiern, dass wir 32 Schmerz-Fortbildungen abgehalten und sieben Artikel veröffentlicht haben. Und vor allem feiern, dass wir selbst so viel in den letzten Jahren gelernt haben. Oder um es mit den Worten der Marie von Ebner-Eschenbach zu sagen: „Der Schmerz ist der große Lehrer der Menschen“.

Groß feiern, das war und ist ja bekanntlich in diesen besonderen Zeiten leider nicht möglich. Wie kann man also so einen stolzen Moment bzw. so einen stolzen Moment mit anderen teilen und es trotz allem zelebrieren?

Unbeschreiblicher Schmerz

Schmerzen zu beschreiben ist oft nicht einfach. Der Schmerz ist eine essenzielle und elementare Empfindung, die jedem Menschen irgendwann einmal im Laufe seines Lebens widerfährt. Trotz dieser Tatsache lässt sich die subjektive Empfindung nur schwer sprachlich vermitteln, denn Schmerz hat unendliche viele Erscheinungsformen. Vom eigenen Schmerz hat man eine klare und konkrete Vorstellung. Wie er sich bei anderen Menschen anfühlt, entzieht sich hingegen unserer Kenntnis. Seine Unfassbarkeit für die nicht Betroffenen ist ein wesentliches Charakteristikum des Schmerzes. So präsentiert sich der Schmerz als etwas nicht Kommunizierbares, das weder zu leugnen noch zu beweisen ist.

Schmerzbilder

Bilder bestimmen unseren Alltag und haben oft mehr Aussagekraft als Worte. Warum also Bilder nicht für unsere Zwecke einsetzen und den Schmerz in persönlichen Darstellungen öffentlich machen?

Schmerzdarstellungen wirken unmittelbar und transportieren intensive Botschaften.

Anlässlich unseres 10-jährigen Jubiläums wurden deshalb alle dreizehn Multiplikatorinnen der Schmerz AG des St. Anna Kinderspitals und weitere Kolleginnen aus dem Bereich der Ergotherapie und der psychosozialen Abteilung- dazu eingeladen, Schmerzen, die sie schon einmal selbst erlebt bzw. bei anderen wahrgenommen haben, aber auch Erfolge der Schmerz AG in Bildern künstlerisch sichtbar zu machen.

Künstlerischer Weg

Daraus ist ein Gesamtbild aus 16 Teilen entstanden, wo auch jedes einzelne und schließlich das Gemeinsame für sich spricht. Jedes Schmerzbild ist stets mit einer Botschaft verknüpft: „Kunsttränen“ oder auch „Freudentränen“. Freude darüber, dass es uns gelungen ist, trotz widriger Umstände unser Jubiläum auf künstlerischem Wege zu feiern. Unser Kunstwerk ist noch bis Ende Mai im St. Anna Kinderspital ausgestellt.

Über Arabella Baraka 1 Artikel
Mag. phil. Arabella Baraka, Mitarbeiterin der Stabstelle Qualität und Entwicklung in der Pflege im St. Anna Kinderspital und u.a. Leiterin der Schmerz Arbeitsgruppe

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