Studie: Gebrechlichkeit sagt Zustand nach Intensivstation voraus

Kanadische Studie analysiert Daten von fast 25.000 Personen

(C) sudok1

Gebrechlichkeit ist ein besserer Prädiktor als Faktoren wie Alter, wenn man ermitteln will, wie es älteren Erwachsenen ein Jahr nach einem Aufenthalt auf einer Intensivstation gehen wird. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher an der University of Waterloo https://uwaterloo.ca/ nachdem sie Daten von mehr als 24.000 älteren Erwachsenen in Ontario analysiert haben, die zu Hause Pflege erhielten und in der Folge auf eine Intensivstation eingeliefert wurden.

Erstellung von Behandlungsplänen

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Baseline-Gebrechlichkeit bei älteren Personen mit einer kritischen Erkrankung bei der Erstellung von Behandlungsplänen oder Pflegezielen helfen kann“, erklärt Erstautor Luke Turcotte von der University of Waterloo. Der Experte betont jedoch auch, dass es in diesem Zusammenhang wichtig ist, eindeutig zwischen Gebrechlichkeit und Behinderung zu unterscheiden. „Das gilt vor allem für Personen mit chronischen und stabilen Beeinträchtigungen“, so der Wissenschaftler.

„Das Konzept der Gebrechlichkeit bezieht sich auf eine mit dem Alter in Verbindung stehende Vulnerabilität. Seine Anwendung muss daher auf ältere Personen mit komplexen gesundheitlichen Probleme beschränkt werden“, stellt Seniorautor George Heckman, Professor an der School of Public Health Sciences der University of Waterloo https://uwaterloo.ca/public-health-sciences/ klar.

Drei verschiedene Maßstäbe

Das Team wandte drei verschiedene Maßstäbe für eine Baseline-Gebrechlichkeit an. Dabei zeigte sich, dass das Ausmaß der Gebrechlichkeit einer Person mit dem Überleben ein Jahr später in Zusammenhang stand. Die gebrechlichsten Überlebenden der Intensivstation zeigten nur eine Wahrscheinlichkeit von eins zu fünf, ein Jahr nach der Entlassung noch am Leben zu sein. Klinisch steht Gebrechlichkeit mit dem Alter in Verbindung und ist durch eine verringerte Fähigkeit charakterisiert, körperliche, physiologische oder kognitive Funktionen aufrechtzuerhalten oder wiederzuerlangen, wenn es zu einer Belastung mit Gesundheitsstressfaktoren kommt.

Frühere Studien analysierten mit ähnlichen Schlussfolgerungen kleinere Datensätze. Für die aktuelle Studie nutzten die Forscher Daten von interRAI https://interrai.org. Dabei handelt es sich um standardisierte Beurteilungen der Gesundheit, die bei der häuslichen Pflege fast in ganz Kanada und auch international eingesetzt werden. Die Forschungsergebnisse wurden in „Chest“ veröffentlicht.

Autor:in

  • Michael Urschitz BSc, Intensivpfleger Sanatorium Kettenbrücke der Barmherzigen Schwestern GmbH, Student ANP Masterstudium (IMC FH Krems),

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