Stress und Hungerhormon senken Fruchtbarkeit

Maus: Hungerhormon schadet der Fruchtbarkeit (Foto: pixabay.com, Free-Photos)

Präklinische Tierstudie mit Mäusen durchgeführt – Funktion der Eierstöcke beeinträchtigt

Melbourne (pte/10.05.2019/10:30) Forscher der RMIT University http://rmit.edu.auhaben einen Zusammenhang zwischen chronischem Stress, Fortpflanzungsproblemen und dem Hungerhormon Ghrelin hergestellt. Hohe Werte des Hormons, das den Appetit anregt und in stressigen Situationen freigesetzt wird, könnte laut den Experten für einige Aspekte der Fortpflanzungsfunktion schädlich sein. 

Ähnlichkeiten zum Menschen

Durch das Blockieren des Ghrelin-Rezeptors bei weiblichen Mäusen, ließ sich die negative Auswirkung von chronischem Stress in einem entscheidenden Bereich der Funktion der Eierstöcke verringern. Laut Mitautorin Luba Sominsky zeigen die im „Journal of Endocrinology“ veröffentlichten Ergebnisse, dass die langfristigen Folgen von chronischem Stress auf die Fruchtbarkeit und die Rolle von Ghrelin bei der Regulierung dieser Auswirkungen näher erforscht werden sollten.

Für Frauen, die bereits an Fruchtbarkeitsproblemen leiden, könnte Sominsky zufolge schon eine geringfügige Beeinflussung der Eierstockfunktion die Wahrscheinlichkeit und den Zeitpunkt der Empfängnis mitbestimmen. Obwohl diese Studie nur an Mäusen durchgeführt wurde, gebe es Ähnlichkeiten zum Menschen bei den Reaktionen auf Stress und in vielen Bereichen der Fortpflanzung.

Konsequenzen für Primordialfollikel

In dieser präklinischen Tierstudie haben die Forscher untersucht, wie Ghrelin die Folgen von chronischem Stress auf den Bestand der Primordialfollikel des Eierstocks weitergibt. Weibliche Säugetiere werden mit einer fixen Anzahl dieser „unreifen“ Follikel geboren, die sich nach einer Schädigung weder regenerieren noch nachwachsen. Der Großteil der Primordialfollikel stirbt ab und schließt die Entwicklung nie ab. Ein kleiner Teil entwickelt sich jedoch weiter und wird zu präovulatorischen Follikeln. Das bedeutet, je weniger unreife Follikel zur Verfügung stehen, desto weniger „reife“ Follikel können später eine Eizelle für die Befruchtung freisetzen.

Die Studie hat ergeben, dass weibliche Mäuse, die chronischem Stress ausgesetzt waren, über deutlich weniger Primordialfollikel verfügten. Wurde die Wirkung von Ghrelin auf seinen Rezeptor blockiert, war die Anzahl dieser Follikel trotz Stress normal. Der frühe Verlust dieser Follikel sagt häufig einen früheren Rückgang und eine Verschlechterung der Fruchtbarkeit voraus. Die Studienautoren betonen, dass sich diese Forschungen noch in einem frühen Stadium befinden und eine klinische Umsetzung noch lange dauern wird.

Autor:in

  • Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, akademische Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Demenzberaterin, Direktorin im Haus Hetzendorf, Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser

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