Stents in Städten mit Smog häufiger eingesetzt

Rauchender Schlot: Umweltbelastung schadet Herz (Foto: pixelio.de, Verena N.)

Wissenschaftliche Studie in polnischen Großstädten – Zahl der Eingriffe im Winter am höchsten

Krakau (pte/26.08.2019/06:15) In Regionen mit einer hohen Luftverschmutzung werden laut einer Studie des polnischen University Hospital http://en.su.krakow.pl häufiger Angioplastien zur Behandlung von blockierten Arterien durchgeführt. Die Anzahl der Eingriffe nimmt im Winter, der am stärksten belasteten Jahreszeit, weiter zu, so die Wissenschaftler. 

Elf Städte untersucht

Laut Studienautor Rafal Januszek haben epidemiologische Studien bereits auf negative Auswirkungen der Luftverschmutzung auf das Herz-Kreislauf-System hingewiesen. Die Folgen für konkrete Krankheiten waren bisher jedoch nicht erforscht. „Wir haben erstmals auch nachgewiesen, dass Patienten aus Regionen mit sauberer Luft empfindlicher auf Veränderungen der Belastung reagieren als Menschen aus stärker verschmutzten Städten, die sich eher an diese Schwankungen anpassen können.“

Basierend auf den vom Chief Inspectorate for Environmental Protection für Polen veröffentlichten Werten für Feinstaub (PM10) wurden sechs nicht belastete Städte und fünf mit einer starken Verschmutzung ausgewählt. Bei PM10 handelt es sich um Partikel mit einem maximalen Durchmesser von zehn Mikrometer. Zu den Hauptquellen gehören industrielle Prozesse wie die Eisenerzeugung oder der Abbau in Steinbrüchen, Rasenmähen, mit Holz oder Kohle beheizte Öfen, Buschfeuer, Staubstürme und Fahrzeugabgase.

Patientendaten analysiert

An der Studie nahmen 5.648 Patienten aus nicht belasteten und 10.239 Patienten aus belasteten Städten teil. Bei allen Patienten wurden perkutane Koronarinterventionen (PCI) mittels Stents durchgeführt. Diese Behandlung fand aufgrund von akuten Symptomen wie einem Herzinfarkt oder einer instabilen Angina statt. Die ausgewerteten PCI-Daten stammten aus der „ORPKI Polish National PCI Registry“, einer Datenbank, die alle derartigen Eingriffe verzeichnet. Die Daten der Operationen wurden in der Folge mit der Luftqualität am gleichen Tag verglichen. Insgesamt umfasste der Beobachtungszeitraum 52 Wochen.

Zusätzlich wurde ein Vergleich der Wochen in Winter und Sommer durchgeführt. Mit 50,95 g/m3 war die durchschnittliche Jahresbelastung in Städten mit größerer Luftverschmutzung deutlich höher. In Städten mit einer geringen Belastung lag dieser Wert bei nur 26,62 g/m3. In beiden Regionen bestand ein Zusammenhang zwischen einer Zunahme der PM10-Konzentration und der Häufigkeit der operativen Eingriffe. Patienten aus wenig belasteten Städten reagierten empfindlicher auf eine Zunahme der Luftbelastung. Mit jeder Zunahme der Konzentration um 1 g/m3 standen pro Woche 0,22 zusätzliche PCIs in Zusammenhang. In Städten mit einer hohen Umweltbelastung lag dieser Wert bei 0,18.

Karin Eder
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Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Leitung Bereich Gerontologie und Validation im Ausbildungszentrum des Wiener Rotes Kreuzes GmbH.

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