Statement von Ärzte ohne Grenzen zur Evakuierung besonders schutzbedürftiger Menschen von den griechischen Inseln

(C) MSF/Anna Pantelia

„140. Das ist die Zahl der Kinder die mit chronischen, komplexen und lebensbedrohlichen Krankheiten im Lager Moria auf der Insel Lesbos leben und dort keine ausreichende medizinische Versorgung erhalten. Bereits Ende Jänner haben wir darauf hingewiesen, dass diese schwerkranken Kinder sofort auf das griechische Festland oder in andere EU-Mitgliedsstaaten gebracht werden müssen, um eine angemessene medizinische Versorgung zu erhalten.

Heute wiederholen wir diese Forderung mit Nachdruck. Die österreichische Bundesregierung darf die humanitäre Lage auf den griechischen Inseln nicht länger ignorieren; Schutzbedürftige Geflüchtete müssen jetzt dringend in Sicherheit gebracht werden. Die verletzlichsten Personen – Kinder, Frauen, Kranke – müssen dabei Priorität haben; doch muss auch klar gesagt werden, dass die Lebensbedingungen auf den griechischen Inseln für alle dort systematisch festgehaltenen Menschen absolut unzumutbar sind und eine akute medizinische Bedrohung darstellen. Wir fordern Bundeskanzler Kurz auf, den heutigen Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis dafür zu nutzen, die Menschlichkeit in den Mittelpunkt zu stellen und humane Lösungen zu suchen.“

Marcus Bachmann, Berater für humanitäre Angelegenheiten Ärzte ohne Grenzen Österreich

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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