Schlaganfälle: Häufigkeit in Taiwan nimmt zu

(C) pixelio.de, Michaela Trummer

(pte011/28.09.2018/10:30) – Die Häufigkeit von Schlaganfällen nimmt in Taiwan im Gegensatz zur westlichen Welt zu, wie eine landesweite Studie unter der Leitung des Kuang Tien General Hospital http://ktgh.com.tw zeigt. Schlaganfälle sind die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für komplexe Beeinträchtigungen in Taiwan, einem Land mit rund 23 Mio. Einwohnern.

13 Jahre untersucht

Die Belastung durch diese Erkrankung, vor allem durch ischämische Schlaganfälle, ist in Ostasien größer als im Westen. Die Anzahl der Schlaganfälle ist in mehreren westlichen Ländern zurückgegangen. Verantwortlich dafür ist ein besserer Umgang mit Risikofaktoren. Viel weniger war bisher jedoch über die entsprechenden Trends der vergangenen zehn Jahre in Ostasien bekannt.

Für die aktuelle Studie wurde das Auftreten von Schlaganfällen in Taiwan über einen Zeitraum von 13 Jahren untersucht. Die Forscher haben die Krankenakten aller Patienten, die zwischen 2001 und 2013 eine entsprechende Diagnose erhalten hatten, analysiert. Basis für die Analyse waren die Aufzeichnungen der Taiwan National Health Insurance Research Database. Zusätzlich wurde die Art der Erkrankung ausgewertet – ischämische Schlaganfälle, die durch Gerinnsel verursacht werden und die Blutversorgung des Gehirns teilweise unterbrechen, intrazerebrale Blutungen und subarachnoidale Blutungen, die an der Oberfläche des Gehirns auftreten.

Ischämische Schlaganfälle

Insgesamt wurden 23.023 erstmalige Schlaganfälle identifiziert. Bei 66.9 Prozent handelte es sich um ischämische Schlaganfälle, 21,1 Prozent entfielen auf intrazerebrale Blutungen, 2,9 Prozent waren subarachnoidale Blutungen. Bei 9,1 Prozent konnte eine derartige Zuordnung nicht getroffen werden. Nachdem Faktoren wie das steigende Alter der Bevölkerung berücksichtigt worden waren, ergab sich ein eindeutiger Trend. Das Auftreten von ischämischen Schlaganfällen erhöhte sich von 110 pro 100.000 Personenjahre auf 122. Bei intrazerebralen Blutungen erhöhte sich der Wert von 30 auf 38. Bei subarachnoidalen Blutungen blieben die Werte konstant.

Laut Forschungsleiter Yuan-Horng Yan könnten viele Schlaganfälle durch gesunden Lebensstil verhindert werden. Dazu gehören laut dem Experten der Verzicht auf das Rauchen, körperliche Aktivitäten, eine gesunde Ernährung, ein normales Körpergewicht und das Einschränken des Alkoholkonsums. Alle diese Maßnahmen trügen dazu bei, mit Bluthochdruck, hohen Cholesterinwerten und Typ-2-Diabetes jene Risikofaktoren zu reduzieren, die oft zum Entstehen eines Schlaganfalls beitragen. Die Ergebnisse werden auf dem bis 1. Oktober in Bangkok stattfindenden ASEAN Federation of Cardiology Congress 2018 präsentiert.

Markus Golla
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Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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