Schlaffördernde Moleküle zeigen Alzheimer an

Alzheimer-Patient: Hoffen auf Test (Foto: pixelio.de, fotoART by Thommy Weiss)

Amyloid und Fettsäureamide nehmen gleichzeitig zu – Forscher arbeiten an neuartigem Bluttest

London (pte/08.05.2019/10:30) Die Werte einer bestimmten Art von Fettsäuremolekülen, die den Schlaf fördern, sind laut einer Studie des King’s College London http://kcl.ac.uk im Blut von Personen höher, die über Amyloid im Gehirn verfügen. Dieses Peptid wird für die Diagnose von Alzheimer eingesetzt. Damit könnte ein neuer Weg zur Entwicklung eines Bluttests gefunden sein, um die Krankheit besser zu diagnostizieren. Die Ergebnisse wurden in „Alzheimer’s & Dementia“ veröffentlicht.
Erste Studie ihrer Art

Um festzustellen, ob sich Moleküle im Blut mit Amyloid im Gehirn in Verbindung bringen lassen, haben die Forscher eine Technik genutzt, die der des Auswerfens eines großen Netzes entspricht, um so viele Fische wie möglich zu fangen. Die Wissenschaftler haben daraufhin eine Liste mit Hunderten von Molekülen erstellt. Es zeigte sich, dass Fettsäureamide in Übereinstimmung mit dem Amyloid im Gehirn zunahmen. Diese Moleküle standen auch mit einer Schrumpfung des Gehirns und dem Verlust des Gedächtnisses in Zusammenhang.

Laut Forschungsleiterin Cristina Legido-Quigley handelt es sich um die erste Studie, bei der Lipidmoleküle, die im Gehirn produziert werden, im Blut nachgewiesen werden konnten. Diese Fettsäureamide sind dafür bekannt, dass sie neuroprotektiv sind und den Schlaf fördern. Es gibt auch Hinweise darauf, dass es durch den Mangel an Schlaf zu Ansammlungen von Amyloid kommt. Daher könnten diese Moleküle eine Rolle bei der Auflösung von giftigem Amyloid im Gehirn spielen.

Weitere Studien erforderlich

Legido-Quigley zufolge ist ein zuverlässiger Test zur Alzheimer-Diagnose dringend notwendig. Er soll dafür eingesetzt, werden Personen mit einem Erkrankungsrisiko zu identifizieren. Ein Bluttest wäre zudem billiger und einfacher durchzuführen, als die Messung von Amyloid im Gehirn oder eine Lumbalpunktion. „Bisher haben wir diese Moleküle bei fast 600 Studienteilnehmern gemessen. Wir hoffen, diese Untersuchungen auf Tausende Personen auszuweiten, um festzustellen, ob ein neuer Diagnosetest tatsächlich möglich ist.“

Autor:in

  • Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, akademische Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Demenzberaterin, Direktorin im Haus Hetzendorf, Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser

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