Schlafapnoe bewirkt höheres Alzheimer-Risiko

Schlafender: Schlafapnoe gefährlich (Foto: pixabay.com, PublicDomainPictures)

Tauwerte sind bei Betroffenen laut aktueller Untersuchung der Mayo Clinic leicht erhöht

Rochester (pte/04.03.2019/10:30) Menschen, die aufgrund einer obstruktiven Schlafapnoe während des Schlafes immer wieder Atemaussetzer haben, verfügen laut einer Studie unter Leitung der Mayo Clinic http://mayoclinic.org über größere Ansammlungen von Tau in einem Bereich des Gehirns, der eine wichtige Rolle beim Gedächtnis spielt. Tau gilt als Biomarker für Alzheimer. Charakteristisch sind die Ansammlungen des Proteins im Gehirn. 

288 Personen untersucht

Neue Studien haben einen Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und einem erhöhten Demenzrisiko hergestellt. Für die aktuelle Studie haben die Forscher daher analysiert, ob es einen Zusammenhang zwischen einer Schlafapnoe und den Tauablagerungen im Gehirn gibt. Die 288 Teilnehmer waren über 65 Jahre alt und litten unter keinen kognitiven Beeinträchtigungen. Bettpartner wurden befragt, ob sie beobachtet hatten, dass es zu einem Aufhören des Atems gekommen war.

Mittels Positronen-Emissions-Tomografie wurden die Gehirne auf Ansammlungen von Tau im entorhinalen Kortex untersucht. In diesem Bereich des Schläfenlappens sind Ansammlungen des Proteins wahrscheinlicher als in anderen. Hier werden Gedächtnis, Steuerung und die Wahrnehmung von Zeit kontrolliert. Die Experten haben 43 Teilnehmer identifziert, deren Bettpartner von einer Schlafapnoe berichteten. Die Betroffenen verfügten durchschnittlich über 4,5 Prozent höhere Tauwerte im entorhinalen Kortex. Diese Werte wurden hinsichtlich anderer Faktoren, die diese Werte beeinflussen können, kontrolliert. Dazu zählen Alter, Geschlecht, Ausbildung, kardiovaskuläre Risikofaktoren und andere Schlafprobleme.

Keine eindeutigen Ergebnisse

Laut Forschungsleiter Diego Z. Carvalho ist es möglich, dass eine Schlafapnoe die Ansammlung von Tau im Gehirn beeinflusst. „Es ist aber auch denkbar, dass höhere Tauwerte in anderen Bereichen des Gehirns zu einer Prädisposition für eine Schlafapnoe führen.“ Weitere Studien seien daher erforderlich, um dieses Henne-Ei-Problem zu lösen. Er räumt zudem ein, dass es sich um ein relativ kleines Sample an Studienteilnehmern gehandelt hat und diese Ergebnisse einen vorläufigen Charakter aufweisen. Darüber hinaus würden Schlafstudien zum Vorhandensein und der Schwere der Schlafapnoe sowie Informationen darüber fehlen, ob die Teilnehmer dagegen bereits behandelt wurden.

Autor:in

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    Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, akademische Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Demenzberaterin, Direktorin im Haus Hetzendorf, Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser

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