Rasinger: Mit Gesundheits- und Krankenpflegegesetz wird Jahrzehntegesetz auf den Weg gebracht

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Wien (OTS) – „Vergleiche ich die heutige Situation im Krankenhaus mit meinen ersten Erfahrungen als Arzt, dann hat sich die Situation dramatisch geändert. Es wird ein ‚Jahrzehntegesetz‘ auf den Weg gebracht.“ Das stellte heute, Donnerstag, ÖVP-Gesundheitssprecher Abg. Dr. Erwin Rasinger anlässlich der Debatte zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz im Nationalrat fest.

„Nach mehr als 20 Jahren war ein Facelifting mehr als notwendig.“ Es sei dies ein „ausgewogenes Gesetz“ mit vielen Stärken und wenig Schwächen, das auch international durchaus „herzeigbar“ sei. Rasinger weiter: „Es ist ein egoistisches Gesetz, weil wir alle von einer besseren Pflege profitieren. Es ermöglicht eine bessere Zusammenarbeit am Krankenbett. Durch die Klarstellung, wer was am Krankenbett machen darf und soll, wird auch ein jahrzehntelanger Streit am Krankenbett zwischen Ärzten und Pflegepersonal beendet.“

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in Österreich mittlerweile schon bei 80 Jahren, damit wurden in den letzten 40 Jahren im Schnitt mehr als zehn Jahre dazu gewonnen. Zum Beispiel wird sich die Zahl der 85-jährigen in den nächsten 15 Jahren mehr als verdoppeln, jene der 100-jährigen verdrei- beziehungsweise vervierfachen. Dadurch steigt auch der Pflegebedarf. Insgesamt sind fast 90.000 Personen im Pflegebereich tätig, dem größten Sektor im Gesundheitswesen.

Künftig läuft die Ausbildung der Pflegekräfte über drei Bereiche: Der sogenannte „gehobene Dienst“, bisher besser bekannt als „diplomierte Pflegekräfte“, soll künftig ausschließlich auf Fachhochschul-Niveau ausgebildet werden. Mit der „Pflegefachassistenz“ ist ein völlig neuer Beruf vorgesehen. Die Ausbildungsdauer dafür beträgt zwei Jahre. Und statt der bisherigen Pflegehilfe gibt es eine aufgewertete „Pflegeassistenz“, deren Ausbildung ein Jahr dauert. Zehn Spezialisierungen runden die Ausbildung ab. „Wir wollen keine Miniärzte schaffen, sondern eigenständige Pflegepersonen“, so Rasinger zum Gesetz.

„Entscheidend ist aber, mit diesem Gesetz bessere Zusammenarbeit auf hohem Niveau am Krankenbett zu erreichen. Es ist eine Chance, die wichtige Rolle der Pflege im Gesundheitswesen abzusichern. Wir bereiten heute das Spielfeld vor – die Umsetzung wird wahrscheinlich viele Jahre dauern“, wies Rasinger auf die notwendige Mitarbeit der Fachhochschulen und Pflegedirektionen hin.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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