„Die Folgen wird die bayerische Landesregierung tragen müssen“

Deutscher Pflegerat fordert eine eigene Pflegekammer als Interessenvertretung der Pflegefachpersonen

Andreas Westerfellhaus

„Der vom bayerischen Kabinett beschlossene Gesetzentwurf für eine Pflege-Interessenvertretung missachtet den eindeutigen Wunsch der Pflegefachpersonen in Bayern nach einer Pflegekammer. Die Interessen der Pflegefachpersonen werden jetzt mit Füßen getreten“, mahnt Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR). Am 18. Oktober 2016 soll sich der Landtag bereits mit der geplanten Pflege-Interessenvertretung befassen.

„Es ist unglaublich, wie die bayerische Landesregierung mittlerweile mit den professionell Pflegenden umgeht und sich gegen sie und ihre bereits bestehenden Interessenvertretungen stellt. Von der vielfach gepredigten Wertschätzung ist das weit entfernt. Die Folgen wird die Regierung tragen müssen.

Es ist zu befürchten, dass solche Fehleinschätzungen der Politik dazu führen, dass künftig immer weniger Menschen bereit sein werden, hilfebedürftige Menschen zu pflegen und zu betreuen“, betont der Präsident des Deutschen Pflegerats.

Westerfellhaus weiter: „Die geplante bayerische ‚Interessenvertretung´ verwässert die Stimme der professionell Pflegenden. Sie verwehrt ihnen elementare Entscheidungsbefugnisse. Das ist allen Verantwortlichen klar. Die professionell Pflegenden brauchen dagegen eine eigene starke Stimme.

Den Pflegefachpersonen muss das ihnen zustehende Recht gegeben werden, im vollen Umfang die pflegerischen Herausforderungen der Zukunft und ihre darin liegende eigene große Verantwortung selbst mitzubestimmen. Dies kann aus Sicht des Deutschen Pflegerats nur über eine eigenständige Pflegekammer erfolgen.

Das wäre für die Pflegefachpersonen Wertschätzung pur und würde zugleich das Ende über die Fremdbestimmung ihrer Interessen bedeuten. Damit würden sie als wichtige und erstzunehmende Akteure in den Mittelpunkt der pflegerischen Versorgung gestellt werden.

Bei Ärzten und vielen anderen Berufsgruppen klappt dies seit vielen Jahren hervorragend. Dies muss auch den professionell Pflegenden eingeräumt werden. Mit dem jetzt gegangenen bayerischen Sonderweg ist das nicht möglich.“

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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