Pflege aktiv gestalten.

Das neue Team des ÖGKV Landesverband Kärnten präsentiert sich am „Internationalen Tag der Pflegenden“.

Möllbrücke (OTS) – Am gestrigen „Internationalen Tag der Pflegenden“ wurde der neu formierte Landesverband des österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV) unter der Leitung von Sandra Nussbaumer, MAS MBA in Möllbrücke vorgestellt. Im Rahmen der gut besuchten Kinaesthetics-Fachtagung zeigte sich durch internationale ReferentInnen der Gestaltungsspielraum in der Pflege deutlich. Neue Wege in der Selbstbestimmung der PatientInnen, KlientInnen und BewohnerInnen gehen proaktiv auf die neuen Herausforderungen ein. Die Erwartungshaltung der Menschen an die Gesundheitsversorgung hat sich verändert. Behandlung möchte mitbestimmt und verstanden werden.

Die Leistungen der Pflege, als größte und 24 Stunden anwesende Berufsgruppe für PatientInnen, KlientInnen und BewohnerInnen sind in Kärnten in den letzten Monaten von Diskussionen des Gesundheitswesens um die Themenfelder der Ärzteschaft in den medialen Hintergrund gedrängt worden.

Den gestrigen „Internationalen Tag der Pflegenden“ möchten sowohl die Vorsitzende des LV ÖGKV Kärnten, wie auch die Vorsitzende der ARGE Pflegedirektoren der Kärntner Krankenanstalten Doris Kazianka-Diensthuber, MAS nutzen, um auf die Pflege als Drehscheibe in der Versorgung unserer PatientInnen hinzuweisen.

Bereits 1997 wurde im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz die Ausbildung in der Gesundheitspflege verankert. Es bedeutet, PatientInnen jene Gesundheitskompetenz zu vermitteln, die ihnen Lebensqualität gibt, und Krankenhausaufenthalte nur für die kurze Zeit der Akutbehandlung notwendig machen. Dieser Gesundheitsansatz war bisher in der defizitorientierten Ausbildung von Medizinern nicht enthalten. Deshalb müssten diese Erfahrungen und Kompetenzen der Pflegekräfte in gesundheitsrelevante Entscheidungen mit einfließen. Das war der einstimmige Tenor der Veranstaltung.

Die Kompetenz der Pflegekräfte ist mit entscheidend im Behandlungserfolg jedes Arztes. Es gilt ein Klima zu schaffen, das sowohl fachlich, wie auch persönlich einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der PatientInnen hat. Dies gelingt tagtäglich in unseren Kärntner Krankenanstalten, aber auch im Bereich der Mobilen Pflege und Pflegeheime. Die hohe Kompetenz der PflegemitarbeiterInnen wird immer weiter verbessert, indem jede Berufsgruppe jene Aufgaben übernimmt, für die sie am besten spezialisiert ist. So haben sich die Aufgabenverschiebungen in den Krankenanstalten längst überall etabliert, ohne sich öffentlichkeitswirksam an die Medien zu wenden.

In den Krankenhäusern wurden hauswirtschaftliche Tätigkeiten an Hilfsdienste abgegeben, somit neue Arbeitsfelder geschaffen. Die professionelle diplomierte Fachpflege konzentriert sich darauf, die vorhandenen Stärken des Patienten zu reaktivieren und sich nicht allein auf Defizite zu konzentrieren. Dies hebt den Selbstwert des Patienten/der Patientin, verbessert die Lebensqualität und zeigt sich nachhaltig. Daneben wurden Tätigkeiten der Medizin in einem höheren Maße übernommen, was Ablaufprozesse in den Krankenanstalten wesentlich verbessern konnte und den Medizinern gewonnene Zeit für ihre Ausbildung ermöglichte.

Die Pflege in Kärnten hat somit bewiesen, dass sie die PatientInnen, KlientInnen und BewohnerInnen in den Mittelpunkt ihres Tuns sieht und professionell und zukunftsorientiert arbeitet. Nach der Übersetzung des Philosophen Kant von „Sapere aude“, nämlich „Habe Mut dich deines Verstandes zu bedienen“ wünschen sich die beiden Vorsitzenden des ÖGKV LV Kärnten und der ARGE Pflegedirektoren Kärnten für die Zukunft, dass eine Mitarbeit der professionellen Pflege in der Erarbeitung von Gesundheitsreformen des Landes Kärntens selbstverständlich wird.

Rückfragen & Kontakt:

Sandra Nussbaumer MAS MBA
E-Mail: office.ktn@oegkv.at

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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