ÖGB/ARGE FGV: Kritik am Stillstand bei Reform des Berufsrechts der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe

Vorsitzender Zellhofer fordert zügige Verhandlungen im Interesse der PatientInnen und Beschäftigen

Wien (OTS) – „Wenn ein geplantes Bundesgesetz schlechter ist als das, das man schon hat, kann man dem nicht zustimmen“, fasst der Vorsitzende der ÖGB/ARGE-Fachgruppenvereinigung für Gesundheits- und Sozialberufe (FGV), Josef Zellhofer, den aktuellen Verhandlungsstand zur geplanten Reform des Berufsrechts der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe (GuKG-Novelle) zusammen. Anlässlich des heutigen Internationalen Tages der Pflege fordert Zellhofer rasche Ergebnisse für die Beschäftigten und auch für Interessierte an einem Beruf in der Gesundheits- und Krankenpflege oder in der Sozialbetreuung ein.

Zellhofer: „Die Gesundheits- und Krankenpflegeberufe müssen vielfach attraktiver werden und vor allem junge Menschen, die sich für eine Ausbildung interessieren, müssen wissen, was diese nach Abschluss auch wert ist.“ Denn das heimische Gesundheitssystem stehe in den kommenden Jahren vor neuen Herausforderungen. Einerseits werden die Menschen immer älter, andererseits werden es aufgrund der demographischen Entwicklung auch immer mehr ältere Menschen. Daher dränge die Zeit, sagt Zellhofer. „Dem zusätzlichen Bedarf müssen wir Rechnung tragen, wir brauchen professionelle Pflege und Betreuung. Das beginnt mit der Schaffung klarer Zuständigkeiten, mit klaren Berufsbildern, mit der dazu passenden Ausbildung und auch der entsprechenden Vergütung – von der Pflegehilfe oder Pflegeassistenz bis hin zum gehobenen Dienst“, fordert Zellhofer.

Zäh verlaufen die Verhandlungen auch beim Gesundheitsberufe-Register. Nach dem Beschluss im Ministerrat 2015 glaubte man sich fast am Ziel, scheiterte jedoch am Widerstand einiger Bundesländer. Betroffen davon mehr als 100.000 Beschäftigte in der Pflege und den medizinisch-technischen Diensten. Die Schaffung eines öffentlichen Registers für nicht-ärztliche Gesundheitsberufe soll Qualifikationen, Spezialisierungen und Weiterbildungen öffentlich sichtbar machen. „Gemeinsam mit mehreren Gewerkschaften und der AK haben wir uns lange für das Register eingesetzt. Alle Betroffenen profitieren davon: Für die PatientInnen bedeutet das Register mehr Sicherheit, für die Beschäftigten mehr Berufsschutz“, sagt dazu FGV-Bundessekretär Karl Preterebner.

Die Verhandlungen dürften jetzt nicht mehr weiter künstlich in die Länge gezogen werden. „Im Bereich der für unser Land und die Menschen wichtigen Zukunftsbranche der Gesundheitsberufe Ausbildungs- und andere Kosten einsparen zu wollen, ist der falsche Weg und trifft zwei Gruppen gleichzeitig: die PatientInnen und die Beschäftigten. Beide haben sich Professionalität verdient“, fordert Zellhofer und appelliert an die Verantwortlichen, die Verhandlungen zügig fortzusetzen oder auch abzugeben, wenn sie keine Ergebnisse in Sichtweite haben.

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB/ARGE FGV für Gesundheits- und Sozialberufe
Karl Preterebner
Tel.: 01/534 44-39211
Mobil: 0664/2078760
www.fgv.at

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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