Oberschenkelhalsbruch: Schnelle OP rettet Leben

7. August 2018 | Gastkommentare | 0 Kommentare

Vancouver (pte018/07.08.2018/10:30) – Der Tag der Einlieferung ins Krankenhaus oder der folgende ist laut einer Studie der University of British Columbia https://www.ubc.ca optimal, um die Sterblichkeit nach einer Hüft-Operation bei stabilen älteren Patienten zu verringern. „Wir gehen davon aus, dass 16,5 Prozent der Todesfälle im Krankenhaus bei stabilen Patienten, die mit einer Verzögerung von zwei oder mehr Tagen eine Hüft-OP erhalten, verhindert werden könnten, wenn dieser Empfehlung gefolgt wird“, meint Forschungsleiter Pierre Guy.

Daten von 140.000 Patienten

Wissenschaftler aus Kanada, Großbritannien und den USA analysierten Daten des Canadian Institute for Health Information https://www.cihi.ca/en aus 144 Krankenhäusern in Kanada zu fast 140.000 Patienten über 65 Jahren, bei denen eine OP nach einer erstmaligen Hüftfraktur durchgeführt wurde. Beim Großteil der Patienten (74 Prozent) handelte es sich um Frauen. Fast die Hälfte war älter als 85 Jahre.

Die Forscher wollten herausfinden, wie sich die Sterblichkeit verändert, wenn die gleiche Patientengruppe am Tag der Einlieferung, am ersten Tag auf der Station, am zweiten oder nach dem dritten Tag operiert würde, wie es auch bei einer randomisierten Studie der Fall ist. Frühere Studien hatten im Gegensatz dazu die Sterblichkeit bei Patienten mit verschiedenen Operationszeitpunkten verglichen.

Schneller ist besser

Hintergrund der Studie war, dass allein in Kanada jährlich rund 30.000 ältere Erwachsene mit einer Hüftfraktur ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dabei besteht ein erhöhtes Sterberisiko. Es liegt innerhalb von 30 Tagen bei Frauen bei fünf Prozent und bei Männern bei zehn Prozent. Um das Risiko gering zu halten, hat das kanadische Gesundheitsministerium 48 Stunden nach der Einlieferung als Standard für 90 Prozent der Hüft-Operationen festgelegt. Der optimale Zeitpunkt für den Eingriff wird jedoch weiter diskutiert.

Laut Hauptautor Boris Sobolev ging es in der Studie vor allem um Auswirkungen möglicher Veränderungen dieser Richtlinien auf die Sterblichkeit dieser Patientengruppe. Das Team sagt nun zusätzliche elf Todesfälle pro 1.000 Eingriffen voraus, wenn alle Eingriffe an stabilen Patienten nach dem dritten Tag auf der Station statt am Tag der Einlieferung durchgeführt werden. Laut Forschungsleiter Guy wäre günstig, dass die Sonne nicht zwei Mal vor der Operation untergeht. Die Empfehlung ist strenger als der derzeitige Standard von 48 Stunden. Damit wird auch auf die Wichtigkeit zeitnahen Zugangs zum OP für Patienten hingewiesen, deren Eingriff durch eine späte Einlieferung oder Überstellung verzögert werden könnte. Die Forschungsergebnisse wurden in „CMAJ“ veröffentlicht.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)