Nonverbale Kommunikation mit demenzkranken Menschen

Wie man ohne Sprache kommunizieren kann

Sprache ist die Voraussetzung, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und zu interagieren. Im Rahmen schwerer Demenzformen und im 3. Verlaufsstadium einer Demenz gehen die verbalen Kommunikationsfähigkeiten häufig zu großen Teilen oder gänzlich verloren. Das stellt Pflegende und Angehörige vor die Herausforderung: „Wie kommuniziere ich mit meinem Angehörigen oder Bewohner?“ Der von den Autorinnen dieses Praxisbuches entwickelte Ansatz der „Adaptiven Interaktion“ ermöglicht es, nonverbal mit Menschen mit Demenz, die nicht mehr sprechen können, zu kommunizieren. Er baut auf dem individuellen „Kommunikationsrepertoire“ auf, welches aus den Grundelementen der Kommunikation wie Blickkontakt, Gesichtsausdruck oder Bewegungen ermittelt wird. Mithilfe dieses Repertoires kann die jeweilige „Sprache“ der Person mit Demenz erlernt und damit Kontakt zu ihr aufgenommen werden.

Neben den theoretischen und wissenschaftlichen Aspekten der Adaptiven Interaktion veranschaulichen die Autorinnen durch verschiedene Fallbeispiele die vielseitigen Möglichkeiten der Kommunikation mit Demenzkranken. Sie zeigen auf, welchen Herausforderungen Menschen mit einer fortschreitenden Demenz gegenüberstehen und wie Pflegende und Angehörige die durch mangelnde kommunikative Fähigkeiten belasteten Beziehungen entspannen und neu mit Interaktion füllen können. Die Autorinnen stellen dazu Assessment-Tools zur kommunikativen Einschätzung bereit, die für die Kommunikation ohne Worte genutzt werden können.

Persönliches Fazit
Ab einem gewissen Krankheitsstand sind Menschen mit Demenz nicht mehr in der Lage Bedürfnisse, Ängste und Wünsche verbal zu kommunizieren. Dies ist aber nicht das Ende der zwischenmenschlichen Interaktion, sondern erfordert neue Elemente, wie pflegende Personen in dieser Situation agieren sollten. Das Buch bietet einen genialen Einblick in die Materie und zeigt, dass Kommunikationselemente aus anderen Kommunikationsbereichen auch bei Menschen mit Demenz seine Wichtigkeit haben. Das kollaborative Modell nach Clark und Brennan wird gut erklärt und findet hierbei seine Integration.  Nahezu in jedem Kapitel finden sich entsprechende Beispiele aus dem täglichen Leben. Dies macht diese Publikation so realgetreu und farbenfroh. Mit drei großen Beispielen „Frau Arndt“, „Frau Lehmann“ und „Herr Böhm“ wird systematisch das Erlernte noch einmal präsentiert und aufgearbeitet. Fazit: Verbessern sie ihre nonverbale Kommunikation mit dieser Publikation. Dieses Werk ist für die alltägliche Kommunikation ein grundlegendes Begleitwerk. (MG)

AutorInnen: Maggie Ellis, Arlene Astell
Seiten: 208 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Hogrefe Verlag
ISBN: 978-3456859354

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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