Neue E-Haut erkennt Reize 1.000 Mal schneller

Tee (l.) und sein Team präsentieren eine künstliche Hand (Foto: NUS)

Forscher der National University of Singapore haben empfindlichstes System der Welt entwickelt

Singapur (pte/19.07.2019/12:30) Prothesen und die Hände von Robotern sind künftig so sensibel wie die menschliche Haut. Denn Forscher der National University of Singapore http://nus.edu.sg haben eine elektronische Haut entwickelt, die 1.000 Mal schneller auf mechanische Reize reagiert als die menschliche Haut. Es handelt sich um ein künstliches Nervensystem namens „Asynchronous Coded Electronic Skin“ (ACES). Das von Forscher Benjamin Tee entwickelte System ist zudem äußerst robust und daher auch für den raueren Alltag geeignet. 

Interaktion mit Menschen besser

„Roboter brauchen einen empfindlichen Tastsinn, um besser mit Menschen zusammenzuarbeiten“, sagt Tee. Heutige Systeme seien nicht empfindlich genug. Tee arbeitet seit rund zehn Jahren daran, die Sensibilität der „e-skin“ zu verbessern. Er orientierte sich am Nervensystem des Menschen. ACES besteht aus zahlreichen Sensoren, die mit einem einzigen elektrischen Leiter miteinander verbunden sind. In bisherigen Systemen sind die Sensoren eng vernetzt. Das mache sie anfällig gegen Beschädigungen, unterstreicht Tee.

„Das menschliche Nervensystem ist extrem effizient. Und es ist äußerst robust“, weiß der Forscher. Es werde beispielsweise nicht zerstört, wenn man sich durch einen Schnitt verletze. „Wenn es uns gelingt, das biologische System nachzuahmen und es noch zu verbessern, können wir in der Robotik gewaltige Fortschritte erzielen“, so der Materialwissenschaftler. Denn in diesem Bereich werde elektronische Haut vorwiegend eingesetzt.

E-Haut mit rasanter Reaktionszeit

Tees e-skin kann physische Kontakte an zwei auseinanderliegenden Sensoren unterscheiden, die in einem Abstand von weniger als 60 Nanosekunden erfolgen. Sie kann innerhalb von zehn Millisekunden die Gestalt, die Oberflächenbeschaffenheit und die Härte eines Objekts ertasten. Die Forscher haben speziell für ACES eine wasserfeste Hülle entwickelt.

Roboter, die mit diesem Sensorsystem ausgestattet sind, könnten im Alltag eingesetzt werden, etwa um Waren zu konfektionieren oder im Haushalt zu helfen. Beim Ausräumen der Spülmaschine würden sie kein einziges Glas zerbrechen, stellen die Experten in Aussicht.

Video: https://www.youtube.com/watch?v=r4-3dohYots

Karin Eder
Über Karin Eder 540 Artikel
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Leitung Bereich Gerontologie und Validation im Ausbildungszentrum des Wiener Rotes Kreuzes GmbH.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen