Multisystem-Entzündungssyndrom bei Kindern (MIS-C) nach Covid19

Maske
(C) Mario

Die sich schnell entwickelnde Pandemie im Zusammenhang mit dem Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) mit schwerem akutem respiratorischem Syndrom hat zu mehr als 19,8 Millionen bestätigten Fällen und über 730.000 Todesfällen weltweit geführt. Frühere Berichte deuten darauf hin, dass Kinder, die mit der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) infiziert sind, hoch belastbar sind und eine leichte Erkrankung der oberen Atemwege aufweisen. Durch eine systematischen Übersichtsarbeit, die beim EClinical Medicine (published by the Lancet) veröffentlicht wurde, vermutet man nun einen Zusammenhang zwischen Covid19 und dem pädiatrischen entzündlichen Multisystem-Syndrom (MIS-C). Ersten Auswertungen zufolge tritt dieses Syndrom im Schnitt bei zwei von 100.000 infizierten Kindern und Jugendlichen auf. Das Fazit der Publikation: Das Multisystem-Entzündungssyndrom ist eine neue pädiatrische Erkrankung, die mit dem schweren akuten respiratorischen Syndrom Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) assoziiert ist und gefährlich und möglicherweise tödlich ist. Bei sofortiger Erkennung und ärztlicher Behandlung werden die meisten Kinder überleben, aber die langfristigen Ergebnisse dieser Erkrankung sind derzeit nicht bekannt. Die Literaturrecherche ergab 39 Beobachtungsstudien (n = 662 Patienten). Die Ergebnisse zeigten, dass  71,0% der Kinder (n = 470) auf die Intensivstation eingewiesen wurden, hierbei kam es zu 11 Todesfälle (1,7%) die gemeldet wurden. Die durchschnittliche Dauer des Krankenhausaufenthalts betrug 7,9 ± 0,6 Tage. Fieber (100%, n = 662), Bauchschmerzen oder Durchfall (73,7%, n = 488) und Erbrechen (68,3%, n = 452) waren die häufigsten klinischen Symptome. Serum-Entzündungs-, Gerinnungs- und Herzmarker waren erheblich abnormal. Mechanische Beatmung und extrakorporale Membranoxygenierung waren bei 22,2% (n = 147) bzw. 4,4% (n = 29) der Patienten erforderlich. Ein abnormaler Echokardiograph wurde bei 314 von 581 Personen (54,0%) mit einer verringerten Ejektionsfraktion (45,1%, n = 262 von 581) beobachtet, die häufig eine Aberranz aufwies.Man kann nur hoffen, dass diese Übersichtsarbeit in späterer Folge wieder revidiert wird. Ob bei dieser Inzidenz verschärfte Maßnahmen für Schulen wirklich notwendig sind, ist zu bezweifeln. Dennoch sollte ein in diese Richtung weiter geforscht werden.

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Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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