Lebenswelten von Menschen mit Migrationserfahrungen und Demenz

Demenziell erkrankte Migrantinnen und Migranten sind dem Dreifachrisiko Alter, Demenz und Migration ausgesetzt. Auch ihre pflegenden Angehörigen sind überdurchschnittlich belastet. Migrationsbedingte Hürden wie z.B. mangelnde Deutschkenntnisse verhindern häufig den Zugang zu den Regelleistungen des deutschen Gesundheitssystems. Damit sind sie häufiger von frühzeitiger Pflegebedürftigkeit, sozialer Isolation und Verarmung betroffen. Obwohl es zunehmend Beratungsstellen für demenziell erkrankte Menschen gibt, mangelt es an Angeboten für diese spezielle Personengruppe. Insofern muss nach wie vor die Versorgungslage dieser wachsenden Personengruppe als sehr prekär eingestuft werden. Bezeichnend ist ebenso, dass es keine repräsentativen Untersuchungen zu der Anzahl und Versorgungssituation von demenziell erkrankten Menschen mit Migrationshintergrund gibt. Darüber hinaus sind die Ressourcen und Bewältigungsformen der Erkrankten und der Angehörigen wenig erforscht. Hier setzt das Buch neue Impulse bezüglich Prävention, Gesundheitsförderung, Beratung und Vernetzung.

Aufbau des Buches
Transkulturalität: Chancen und Grenzen, Versorgungsstrukturen demenziell erkrankter Menschen in der Türkei, Altersvorstellungen und Pflegeorientierungen, Lebenswelten von demenziell erkrankten Migrantinnen und Migranten, Expertinnen von Beratungsstellen und Pflegeanbietern im Kontakt mit Angehörigen demenziell erkrankter Menschen türkischer Herkunft, „Kontoauszüge im Kühlschrank“, Einzelfallanalysen und Teilnehmende Beobachtung, Schlussfolgerungen

Persönliches Fazit
Ein Thema, welches trotz Demenzforschung noch immer ein sehr unbekanntes Terrain ist, absolut professionell und wissenschaftlich aufgearbeitet. Studien, Messskalen und Erkenntnisse die eine Arbeit in diesem Bereich erleichtern sollen, aber auch zeigen, wie herausfordernd eine solche Betreuungssituation ist.

Über die Autorin
Olivia Dibelius, Prof. Dr., Professorin für Pflegewissenschaft & Pflegemanagement an der Evangelischen Hochschule Berlin, Krankenschwester, Pychologin (MA, DESS), Gerontologin (Dr. Phil.)

Erika Feldhaus-Plumin, Prof. Dr., Professorin für Gesundheit- und Sozialwissenschaften an der Evangelischen Hochschule Berlin, Krankenschwester,
Dipl. Sozialarbeiterin/-pädagogin, Psychologische Beraterin, Gesundheitswissenschaftlerin (Dr.P.H.)

Gudrun Piechotta-Henze, Prof. Dr., Professorin für Pflegewissenschaft an der Alice Salomon Hochschule Berlin, Krankenschwester, Soziologin (M.A.)

AutorIn: Olivia Dibelius, Erika Feldhaus-Plumin, Gudrun Piechotta-Henze
Sprache: Deutsch
Verlag: Hogrefe
Seitenumfang: 221 Seiten
ISBN: 978-3-456-85546-2

Markus Golla
Über Markus Golla 9264 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)