Kunst-Peptid stoppt Nierenentzündungen

Gefäßforscher Lucas (Mitte) und sein Team im Labor (Foto: Phil Jones)

Organ erholt sich mithilfe von „Urea“ langfristig, anstatt endgültig und dauerhaft zu versagen

Augusta (pte/26.03.2019/06:15) Mit einem synthetischen Peptid lassen sich zerstörerische Entzündungen der Niere schnell stoppen. Das erlaubt es ihr, sich schnell zu erholen und ihre lebenswichtigen Funktionen weiterhin zu erfüllen. Peptide sind aus Aminosäuren aufgebaut, die untereinander spezielle Bindungen haben. Der künstlich hergestellte Baustein stammt aus dem Labor von Rudolf Lucas, Gefäßbiologe an der Augusta University http://augusta.edu

Derzeit nur bei Tieren erwiesen

Bluthochdruck oder Diabetes können Auslöser für Entzündungen der Nieren sein. Diese Erkrankung reduziert die Funktion von Millionen Filterelementen, die Schadstoffe aus dem Blut entfernen. Bei chronischen Entzündungen können die Nieren komplett versagen, sodass der Patient auf die Dialyse angewiesen ist, also die maschinelle Filterung des Blutes.

Lucas und sein Team haben das Peptid am Tiermodell getestet. Die Entzündungen und andere typische Krankheitsmerkmale wie Proteine im Blut, die ein Indiz für Nierenerkrankungen sind, gingen zurück. Bei Mäusen, die so schwer erkrankt waren, dass sie normalerweise gestorben wären, funktionierte der Wirkstoff so gut, dass 80 Prozent überlebten. Bei Menschen verhält es sich ähnlich. „Ich glaube, das eröffnet gute Aussichten“, sagt Lucas.

Neue Studie mit Nierenpatienten

Das Peptid der Forscher sorgte auch dafür, dass der Harnstoffgehalt des Blutes sank. „Urea“, so der Name, wird von der Niere entfernt. Lucas hofft, dass das Peptid eine schon geschädigte Niere regeneriert. Er beginnt nun mit einer Studie an Patienten, die an Nierenschäden leiden, die nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nur mit Methoden behandelt werden können, was das Immunsystem schädigt. Neue schwere Infekte oder sogar Krebs drohen.

Das Peptid der Wissenschaftler ist in Europa schon an Patienten mit Lungenschäden getestet worden. Das Peptid, das Lucas und sein Team synthetisiert haben, ist eine Abart des Tumor Nekrose Faktors, der Krebs und Bakterien bekämpft. Beide behindern sich nicht in ihrer gesunderhaltenden Arbeit. Das synthetische Peptid hat noch eine weitere erfreuliche Eigenschaft: Es senkt den Blutdruck.

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    Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, akademische Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Demenzberaterin, Direktorin im Haus Hetzendorf, Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser

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