KI-Tool von Google sagt den Tod zuverlässig vorher

Neuer Algorithmus berechnet Sterberisiko von Patienten im Krankenhau

(C) photocrew

Mountain View (pte020/19.06.2018/11:30) – Google-Ingenieure haben ein neues KI-Tool entwickelt, mit dem sich eigenen Angaben nach genau vorhersagen lässt, ob ein ins Krankenhaus eingelieferter Patient innerhalb der nächsten 24 Stunden stirbt. Der neue Algorithmus nimmt die verfügbaren Daten verschiedener Krankenhäuser und Ärzte auf und führt damit selbst Berechnungen durch.

Erste erfolgreiche Tests

Die Zuverlässigkeit des Systems hat Google bereits in mehreren Fällen getestet und gegen bestehende Methoden beweisen können. Als etwa eine Frau mit Brustkrebs im letzten Stadium in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, führten Ärzte mehrere Tests an ihr durch. Die Computer des Krankenhauses errechneten, dass sie eine Überlebenschance von 91 Prozent habe. Die KI-Software von Google prognostizierte im direkten Vergleich jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit, die Frau könne sterben, schon bei rund 20 Prozent liege. Die Frau starb nach ein paar Tagen.

Das KI-Tool überzeugt Experten insbesondere mit seinem Zugriff auf über 175.000 Datenpunkte. Es durchforstet PDFs und Notizen zu sehr alten Diagrammen in Patientenakten, um dann eigene Vorhersage zu generieren. Der nächste Schritt für Google besteht den Ingenieuren zufolge darin, das KI-System in Kliniken einzusetzen, um Ärzten bei Diagnosen zu helfen. Google-Algorithmen könnten sowohl bei der Diagnose als auch bei der Behandlung helfen, indem sie große Datenmengen in leicht konsumierbarem Format erstellen.

Offene Patientenakten

Datenschützer stehen dem Tool jedoch eher skeptisch gegenüber, denn Google nimmt sich bei der Anwendung das Recht, sämtliche Patientenakten eines Menschen zu durchforsten. Bereits 2017 kam es in Großbritannien zu einem Verfahren, nachdem Google DeepMind echte Patientendaten zur Testung seiner App „Streams“ genutzt hatte (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20170517020 ). Google verlor den Prozess. Derart viele Daten zu sammeln und zu nutzen, räumt einigen Zweiflern zufolge Google zudem eine bedenkliche Monopolstellung ein.

Markus Golla
Über Markus Golla 2736 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Lehrer und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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