Keine unsichtbare Masse bleiben

(C) Goran Andric

Es ist so weit. Das vierte Symposium der Open Source Zeitschrift „Pflege Professionell“ steht vor der Tür. Die Vielfalt der Themen und die Vielzahl der Referentinnen und Referenten versprechen eine ansprechende Tagung. Der Hauptorganisator Markus Golla lässt sich kurz vor dem Treffen im niederösterreichischen Krems in die Karten schauen. Christoph Müller hat nochmals das Gespräch mit Golla gesucht.

Christoph Müller Das Symposium wirft seinen Schatten voraus, lieber Markus. Die Spannung steigt. Worauf freust Du Dich am meisten, wenn am kommenden Mittwoch die 500 Besucherinnen und Besucher nach Krems kommen?

Markus Golla: Ich freue mich mal als Veranstalter, dass es wieder einmal so einen Anklang gibt. Zwei Tage voller Austausch ist für mich immer Quality time und mit jeder Menge Input verbunden. Gerade in dieser Zeit entstehen bei mir die besten Ideen für neue Projekte. Wir haben aber auch noch einige Überraschungen Vorort vor, mit denen wir nach der Veranstaltung begeistern wollen. Auf die Momente der Enthüllung freue ich mich diesmal ganz besonders. Wenn man es genau nimmt, ist dies für mich mein vorgezogenes Weihnachten.

Christoph Müller Die Vielfalt der Themen, die beim Symposium vorgestellt werden, zeigt, dass in den pflegerischen Handlungsfeldern viel los ist. In der Gesellschaft wird dies oft nicht bewusst. Soll vom Symposium auch eine politische Botschaft nach Österreich und in die anderen deutschsprachigen Länder ausgehen?

Markus Golla: An diesen beiden Tagen wird es einige Botschaften geben, die für die Gesellschaft und die Politik bestimmt sind. Dies gilt aber nicht nur für die Politik per se, sondern auch für die interne Berufspolitik. Wir können nicht von der Gesellschaft verlangen, dass man uns wahrnimmt, wenn wir nicht selbst sichtbar werden. Damit meine ich nicht, dass wir Missstände noch viel mehr aufzeigen sollen. Wir müssen den Menschen zeigen, dass diese Berufsgruppe so ein riesiges Know-How mit sich bringt, dass wir viele innovative Ideen haben, die ein Benefit für die Gesellschaft wären. Solange wir dass nicht zeigen, werden wir immer die „unsichtbare“ Masse bleiben.

Christoph Müller Kongresse sind immer eine Gelegenheit, Netzwerke zu knüpfen. Das Symposium gibt die Gelegenheit, sich innerhalb Österreichs auszutauschen. Aus Deutschland kommen auch Pflegende. In wie weit tragen die Netze über die nationalen Grenzen hinweg?

Markus Golla: Es kommen auch Gäste aus der Schweiz, Italien, Tschechei, Polen, Ungarn und sogar Irland. Wir sind noch internationaler als sonst. Wir haben natürlich unterschiedliche Rahmenbedingungen in den Ländern, aber es geht letztendlich um dieselben Themen. Ein guter Teil unserer Profession hat bereits mitbekommen, dass gerade diese internationale Vernetzung die Lösung für viele Probleme ist und natürlich Raum für gemeinsame Ideen schafft. Die Pflege steht vor globalen Problemen, da brauchen wir auch grenzübergreifende Lösungen.

Das sind natürlich dann die Gespräche, auf die ich mich nächste Woche besonders freue.

Christoph Müller Herzlichen Dank, dass Du Dir nochmals Zeit für einen kurzen journalistischen Blick auf das Symposium genommen hast.

Christoph Mueller
Über Christoph Mueller 121 Artikel
Christoph Müller, psychiatrisch Pflegender, Fachautor, Mitglied Team "Pflege Professionell", Redakteur "Psychiatrische Pflege" (Hogrefe-Verlag) cmueller@pflege-professionell.at

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