Jemen: Diphterie-Ausbruch mit 318 Verdachtsfällen und 28 Toten

Besam’s child is 7 months old. She brought him to the health center because he keeps vomiting and has diarrhea and fever. The child is malnurished and according to the doctor, such cases happen very often: « mothers stop breastfeeding and replace their milk with powder one but the water isn’t clean and the children get sick. We have to cure the sickness and they get immediately healthy again ». (C) Florian Seriex/MSF

Sanaa/Wien, 13. Dezember 2017. Im Jemen breitet sich mit Diphterie erneut eine lebensgefährliche Infektionskrankheit aus. 318 Diphterie-Verdachtsfälle und 28 Todesfälle wurden bis zum 4. Dezember bereits registriert. Die Hälfte der Verdachtsfälle sind Kinder im Alter zwischen fünf und 14 Jahren. 95 Prozent der Toten sind Kinder unter 15 Jahren. Ärzte ohne Grenzen/ Médecins Sans Frontières (MSF) warnt vor der Ausbreitung der Krankheit.

Der anhaltende Krieg sowie die Blockade auf Versorgungsgüter begünstigten den Ausbruch in derzeit 15 der insgesamt 20 Provinzen des Landes. Besonders betroffen ist die Provinz Ibb im Südwesten des Landes, wo nahezu 70 Prozent der Verdachtsfälle registriert wurden. Nachdem die Zahl der Cholera-Erkrankungen im Jemen zuletzt gesunken war, stellt der Diphterie-Ausbruch nun eine erneute gesundheitliche Bedrohung für die Bevölkerung dar.

„Durch flächendeckendes Impfen von Kindern wurde Diphterie in den meisten Ländern der Welt inzwischen ausgerottet. Diphterie ist so zu einer Art vernachlässigten und vergessenen Krankheit geworden, sogar im Jemen. Dort wurde der letzte Fall 1992 dokumentiert, der letzte Ausbruch war 1982. Der andauernde Krieg und die Blockade versetzen das Gesundheitssystem des Landes jetzt um Jahrzehnte zurück“, so Marc Poncin, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in der Provinz Ibb.

„Zweieinhalb Jahre der Gewalt und die Blockade von Versorgungsgütern –  Medikamente und Impfstoffe eingeschlossen – haben die Infrastruktur des Gesundheitssystems komplett zerstört. Die Blockade auf die Einfuhr von Treibstoff führt zudem dazu, dass viele Patienten und Patientinnen sich die Fahrt in die wenigen noch geöffneten Gesundheitseinrichtungen des Landes nicht leisten können. Gerade das wäre aber entscheidend, denn wenn Diphterie-Patienten nicht behandelt werden, kann sich die Infektion ungehindert im Körper ausbreiten und endet in bis zu 40 Prozent der Fälle tödlich“, so Poncin.

Diphterie ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Eine Ansteckung kann jedoch mittels Schutzimpfung verhindert werden.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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