Influenza-Impfung gerade mit 50plus wichtig

Das Immunsystem lässt nach und chronische Krankheiten nehmen zu

Impfung: Keine Chance für Gegner (Foto: pixabay.com/whitesession)

Wien (OTS) – Auch wenn man sich mit 50 und darüber noch so fit fühlt wie mit 30, eines lässt sich nicht leugnen: Das Immunsystem lässt nach. Viele haben auch schon die eine oder andere chronische Erkrankung. Das hat zur Konsequenz, dass Infektionen wie Influenza sich gravierender auswirken können als bei jüngeren, gänzlich gesunden Menschen. Das zeigt sich auch in den Spitalsstatistiken und Todesfällen. Die meisten Spitalsaufnahmen und Todesfälle aufgrund von Influenza finden sich im Segment der älteren Menschen. Und wer nach überstandener Influenza aus dem Spital entlassen wird, ist manchmal so geschwächt, dass er gewöhnliche Alltagstätigkeiten nicht mehr allein bewältigen kann. Schützen kann man sich am besten durch die jährliche Influenza-Impfung.

Immunsystem verändert sich

Der Fachbegriff für die Veränderung des Immunsystems mit zunehmendem Alter lautet Immunseneszenz. Er bedeutet nichts anderes, als dass die Aktivität des Immunsystems abnimmt und Erreger nicht mehr so gut bekämpft werden können wie früher. Ein Teil der Abwehr – die sogenannten T-Zellen (sie dienen der Erkennung von Fremdkörpern) werden etwa ab dem 50. Lebensjahr gar nicht mehr produziert, der Körper muss mit den vorhandenen auskommen. Aber auch andere Faktoren des Immunsystems werden schwächer.[1]

Chronische Erkrankungen und Multimorbidität häufen sich im Alter

Dazu kommt, dass 55 Prozent der Österreicher ab 60 Jahren an mindestens einer chronischen Krankheit leiden. Darunter fallen Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes oder chronische Atemwegserkrankungen wie COPD oder Asthma.[2] „Allein schon durch diese Grunderkrankungen erhöhen sich das Infektionsrisiko und die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf einer Grippe-Erkrankung“, erläutert Prim. Univ-Prof. Dr. Marcus Köller, Vorstand der Abteilung Akutgeriatrie und Remobilisation am Kaiser-Franz-Josef-Spital (SMZ-Süd) und Präsident elect der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie. „Kommt dann noch die altersbedingte Schwächung des Immunsystems dazu, erklärt das, warum eine Influenza für ältere Menschen so gefährlich ist und um jeden Preis vermieden werden sollte“, so der Experte.

Influenza-Erkrankung kann schwere Konsequenzen haben

Das Risiko, mit einer Influenza ins Spital zu müssen oder sogar zu versterben, steigt ab 50 exponentiell an. Menschen über 85 haben somit ein etwa sechs Mal höheres Risiko, stationär aufgenommen werden zu müssen, als Personen zwischen 65 und 69, die aber ebenfalls bereits ein deutlich größeres Risiko haben als Menschen unter 50.[3] Schätzungen zufolge treten knapp 90 Prozent der Influenza-Todesfälle bei über 60-Jährigen auf.[4] „Gefährlich ist dabei ja nicht nur die Krankheit selbst, sondern vor allem die gefürchteten Komplikationen davon“, erklärt Köller. Die eigentlichen Todesursachen sind oft zusätzliche bakterielle Infektionen oder eine Verschlechterung der zugrundeliegenden Erkrankungen wie chronische Herz- oder Lungenerkrankungen.[5]

Langfristige Auswirkungen auf das Alltagsleben

Glücklicherweise verlassen auch ältere Patienten das Spital meist bereits wieder nach ein bis zwei Wochen, allerdings oft nicht ohne längerfristige Einschränkungen. Daten aus amerikanischen Altersheimen zeigen, dass Influenza-Patienten nach ihrer Erkrankung häufig unter Einschränkungen ihrer ganz gewöhnlichen Alltagsroutine wie Essen, Körperpflege oder Anziehen litten, Gewicht verloren haben, Druckgeschwüre hatten oder weitere Infektionen bekamen. Die Konsequenz: Die Betroffenen waren körperlich eingeschränkter und damit abhängiger von der Unterstützung durch andere als vor der Influenza-Erkrankung.[6] Einen möglichen Zusammenhang gibt es auch zwischen einer Influenza-Erkrankung und einem erhöhten Risiko für Hüftfrakturen, die ebenfalls das Sterberisiko beziehungsweise das Risiko für körperliche Beeinträchtigungen steigern. Der vermutete Grund: Bei älteren Personen kann sich eine Influenza-Erkrankung auch durch neurologische Symptome wie Verwirrtheit zeigen oder Appetitlosigkeit mit Dehydrierung als Folge mit sich bringen. Diese Symptome können auch häufiger zu Stürzen führen, die wiederum im Alter oft mit einer Hüftfraktur einhergehen.[7]

Impfen schützt!

Hände waschen und Kontakt mit Influenza-Erkrankten meiden sind sinnvolle und gute Maßnahmen während der Influenza-Saison. Dennoch wird auch im Österreichischen Impfplan, der jährlich vom Gesundheitsministerium herausgegeben wird, klar festgehalten: Die Influenza-Impfung ist der wirksamste Schutz gegen Influenza. Das gilt für jeden, der sich schützen will, gerade für Personen ab 50* wird sie aber besonders empfohlen. Ebenso für jene, die andere, eventuell pflegebedürftige Menschen betreuen, um diese vor einer potenziell gefährlichen Ansteckung zu schützen.[8] Zwar schützt die Impfung nicht zu 100 Prozent vor der Erkrankung, die Krankheit verläuft im Fall einer Infektion aber deutlich milder. Schwerwiegende Folgeerscheinungen, stationäre Aufenthalte und Todesfälle kommen bei Geimpften deutlich seltener vor.[9] Köller betont: „Man kann den Grippe Viren nicht aus dem Weg gehen, aber man kann sich schützen. Spätestens jetzt sollte jeder und vor allem jeder über 50 seinen Hausarzt oder öffentliche Impfstellen aufsuchen und sich eine Influenza-Impfung verabreichen lassen.“

*sowie weitere Risikogruppen

Über Sanofi

Sanofi ist ein weltweites Unternehmen, das Menschen bei ihren gesundheitlichen Herausforderungen unterstützt. Mit unseren Impfstoffen beugen wir Erkrankungen vor. Mit innovativen Arzneimitteln lindern wir ihre Schmerzen und Leiden. Wir kümmern uns gleichermaßen um Menschen mit seltenen Erkrankungen wie um Millionen von Menschen mit einer chronischen Erkrankung.

Mit mehr als 100.000 Mitarbeitern in 100 Ländern weltweit übersetzen wir wissenschaftliche Innovation in medizinischen Fortschritt.

Markus Golla
Über Markus Golla 7413 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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