ICN: Partner Position der Unterstützung für ukrainische Krankenpflegefachkräfte

Als Reaktion auf die dramatische persönliche und berufliche Situation, in der sich Millionen von Flüchtlingen befinden, darunter Hunderttausende von Patienten, die eine komplexe medizinische und pflegerische Versorgung benötigen, fordern wir alle Partner, staatlichen Institutionen und internationalen Organisationen auf, systemische Unterstützungssysteme für die zu entwickeln und umzusetzen Opfer der russischen Invasion in der Ukraine.

Als Vertreter der Pflegegemeinschaft fordern wir unsere polnischen Entscheidungsträger auf, Maßnahmen zu ergreifen, um unsere Pflegekollegen bei der Flucht vor dem Krieg in der Ukraine zu unterstützen, unabhängig von ihrem aktuellen Aufenthaltsort, Status oder weiteren Plänen.

Polnische Krankenpflegefachkräfte, vertreten durch die folgenden Organisationen: Oberster Rat der Krankenpflegefachkräfte und Hebammen, Polnischer Krankenpflegeverband und Nationale Gewerkschaft der Krankenpflegefachkräfte und Hebammen, in enger Zusammenarbeit mit dem International Council of Nurses (ICN) und der European Federation of Nursing Associations ( EFN) einigte sich nach Rücksprache mit Vertretern des Gesundheitsministeriums und Leitern der Universitäten, die Pflegekräfte ausbilden, am 11. und 12. April 2022 auf die folgende Richtung und die erforderlichen Maßnahmen und schlug diese vor. Diese stehen unseres Erachtens im Einklang mit den Bestimmungen des Dokuments „Empfehlung (EU) 2022/554 der Kommission vom 5. April 2022 über die Anerkennung von Qualifikationen von Personen, die vor der russischen Invasion aus der Ukraine fliehen“, und gewährleisten deren vollständige Umsetzung.

1. Wir erkennen an, dass es zur Gewährleistung effektiver Bedingungen für die soziale und berufliche Assimilation für ukrainische Krankenpflegefachkräfte, die sich entscheiden, sich vorübergehend oder dauerhaft in Polen (oder anderen EU-Ländern) niederzulassen/zu arbeiten, notwendig ist, spezielle Unterstützungs- und Bildungsprogramme anzubieten, um dies zu ermöglichen Anpassung und Überbrückung und sorgen so für Kompetenz und Sicherheit, um als examinierte Pflegefachkraft zu arbeiten. Angesichts des Pflegemangels und der steigenden Nachfrage im Gesundheitswesen wird die Erleichterung des Zugangs zum Pflegearbeitsmarkt sowohl kurz- als auch langfristig den einzelnen Pflegekräften und sowohl dem polnischen als auch dem ukrainischen Gesundheitssystem zugute kommen.

2. Die Bildungsinvestitionen und die Unterstützung, die ukrainischen Krankenpflegeflüchtlingen angeboten werden, werden dazu beitragen, gleiche Rechte zu gewährleisten und sie in die Lage zu versetzen, sicher und kompetent auf dem polnischen und dem EU-Arbeitsmarkt zu agieren. Langfristig ist es höchstwahrscheinlich auch eine Investition in die ukrainische Krankenpflege, da es die Führung und Entwicklung des Pflegeberufs im Rahmen des Wiederaufbaus des ukrainischen Gesundheitsökosystems nach dem Ende der Feindseligkeiten stärken wird.

3. Die von der polnischen Regierung verabschiedeten Gesetzeslösungen sowohl zur Bekämpfung der Pandemie und der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine als auch zur Unterstützung und Stärkung der Beschäftigungsmöglichkeiten für Krankenpflegekräfte mit außerhalb der EU erworbenen Berufsqualifikationen müssen geändert werden, um die reibungsloser Übergang von befristeten zu unbefristeten Regelungen.

4. Die Aktualisierung der polnischen Rechtsvorschriften soll schulische Anpassungs- und Überbrückungschancen, Mentoring, menschenwürdige und gleichberechtigte Arbeitsbedingungen für ukrainische Pflegekräfte sicherstellen und auch die Sicherheit der Gesundheitsdienste für polnische Patienten gewährleisten und keine zusätzlichen Belastungen für das polnische Pflegepersonal mit sich bringen.

5. In Anbetracht dessen, dass das polnische Gesundheitssystem einen bestehenden und herausfordernden Mangel an Pflegepersonal hat, ist es auch notwendig, ein System von Unterstützungs- und Motivationsinstrumenten für polnische Pflegekräfte aufzubauen, die am Bildungs- und Anpassungsprozess für ukrainische Pflegekollegen teilnehmen werden.

6. Um den universellen Zugang zu Gesundheitsdiensten für die ankommende Bevölkerung von mehreren Millionen Flüchtlingen, darunter Frauen und Kinder, sowie ältere, chronisch kranke und pflegebedürftige Menschen, zu gewährleisten, bitten wir alle Partner, die Rolle dieser Fortgeschrittenen und Spezialisten anzuerkennen und zu unterstützen Krankenpflegefachkräfte bezahlen können, und auch bei der Einführung neuer, innovativer Lösungen wie Telemedizin bei der Bereitstellung von Gesundheitsdiensten für diese Bevölkerungsgruppen zu helfen.

7. Polen als das Land, das die größte Last bei der Hilfe für die Opfer des Krieges in der Ukraine getragen hat, braucht die Unterstützung internationaler Organisationen, um die notwendigen Lösungen bereitzustellen, um sowohl das Gesundheitssystem für Flüchtlinge zu stärken als auch medizinische und direkte Hilfe zu leisten Pflegefachkräfte aus der Ukraine, darunter insbesondere Krankenpflegefachkräfte und Hebammen.

Unterzeichner der Erklärung zur Hilfe für Pflegekräfte, die vor der russischen Invasion aus der Ukraine fliehen:

ZOFIA MAŁAS – Präsidentin des Obersten Rates der Krankenpflegefachkräfte und Hebammen

GRAŻYNA WÓJCIK – Präsidentin des Hauptvorstandes der Polnischen Krankenpflegegesellschaft

KRYSTYNA PTOK – Präsidentin der Nationalen Gewerkschaft der Krankenpflegefachkräfte und Hebammen

PAUL DE RAEVE – Generalsekretär, Europäische Föderation der Krankenpflegeverbände EFN, Brüssel

HOWARD CATTON – Chief Executive Officer, International Council of Nurses, Genf

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)