ICN: International Nurses Day 2020: Case study of the week – Internationaler Tag zur Reduzierung des Katastrophenrisikos: Förderung der Widerstandsfähigkeit der Familie nach einer Katastrophe in Japan

Yumiko Nakamura, Sayumi Nojima, Ayami Nakano, Hiroko Uryu

ICN

Der 13. Oktober ist der Internationale Tag zur Reduzierung des Katastrophenrisikos. Krankenschwestern spielen eine wichtige Rolle bei der Katastrophenvorsorge, indem sie: die Gemeinde über Katastrophen aufklären; Arbeiten zur Verringerung der Gefahren am Arbeitsplatz, in Privathaushalten und in Gemeinden; Beitrag zur Entwicklung, Umsetzung und Bewertung der Bereitschaft der Gemeinschaft; Teilnahme an und Bewertung von Katastrophenübungen; und Koordination und Zusammenarbeit mit Gemeinschaftsorganisationen. Die folgende Fallstudie beschreibt die Rolle von Krankenpflegefachkräfte bei der Unterstützung von Familien bei der Genesung und Widerstandsfähigkeit nach einer Katastrophe.

Das Ziel der Katastrophenpflege besteht nicht unbedingt darin, den Familien das ursprüngliche Leben zurückzugeben. Vielmehr sollen Familien in die Lage versetzt werden, Veränderungen in ihrer Krisensituation nach einer Katastrophe zu erkennen, neue Perspektiven und Denkweisen zu finden und sich durch die Entwicklung ihrer Fähigkeiten schrittweise an neue Situationen anzupassen.

Ziel dieser Studie war es, die Bedürfnisse der Pflege zu untersuchen und die Widerstandsfähigkeit der Familie nach Katastrophen zu fördern. Resilienz ist hier definiert als die Fähigkeit, sich zu erholen, flexibel zu sein und angesichts von Widrigkeiten Sinn und Akzeptanz zu finden. Unter familiärer Resilienz versteht man die Fähigkeit, sich einer katastrophalen Situation für die ganze Familie zu stellen, sie zu überwinden und sich ihr anzupassen.

Dieses Modell, das sieben Aspekte des Pflegeansatzes umfasst, stellt Familien in den Mittelpunkt und fördert die Widerstandsfähigkeit der Familie, indem Familien, die von Katastrophen betroffen sind, aus der Perspektive des Einzelnen, der Familie und der Gemeinschaft betrachtet werden können. Dieses Modell der Pflegeunterstützung fördert die Widerstandsfähigkeit der Familie nach einer Katastrophe und ermöglicht die Rückkehr zu den Grundelementen ihres Lebens.

Die sieben Dimensionen des pflegerischen Ansatzes zur Resilienz von Familien wurden wie folgt identifiziert:

    1. Durchdringung durch Familien “: Im Katastrophenfall befinden sich Familien in einem extremen Spannungszustand und sind möglicherweise resistent gegen andere, die in ihr Leben eintreten. Daher ist der Eintritt von Krankenschwestern eine wichtige Maßnahme, die als erster Schritt zur Bildung von Beziehungen zur Familie dienen kann.
    2. „Hilft bei der Erkennung grundlegender Lebensmuster, die gestört wurden“: Dieser Aspekt der Krankenpflege führt Familien in einem Zustand der Instabilität inmitten von durch eine Katastrophe verursachten Lebensveränderungen dazu, sich sowohl auf die daraus resultierende Disharmonie in Beziehungen einzustellen, die aus physischen und mentalen Veränderungen resultieren, als auch auf Gesundheit und eine grundlegende Lebensqualität erhalten.
    3. „Hilft, aus einer negativen Leidenskette auszubrechen“: Dies ist ein Ansatz, der die Angst- und Leidensgefühle von Familien nach Katastrophen lindert, einen Raum bietet, in dem sie sich sicher fühlen können, mit ihren unterschiedlichen Gefühlen umzugehen, und hilft sie im Umgang mit ihrem Leiden.
    4. „Fördert eine Verbindung mit der eigenen Umgebung“; Dieser Ansatz soll die Widerstandsfähigkeit der Familie fördern, indem die Interaktion zwischen den Familien und ihrer Umgebung gefördert wird.
    5. „Ermutigt die Wiederaufnahme der Bewegung, die zum Stillstand gekommen ist“: Viele Familien in der Zeit nach der Katastrophe haben das Gefühl, dass ihr Leben zum Stillstand gekommen ist. Dieser pflegerische Ansatz soll die familiäre Perspektive von der Vergangenheit in die Gegenwart und weiter in die Zukunft neu ausrichten und die Widerstandsfähigkeit fördern. Diese Unterstützung soll Familien dabei helfen, ein gewisses Maß an Stabilität zu erreichen und die Kraft zu entwickeln, weiterzumachen.
    6. „Ermutigt die Menschen, wieder auf die Beine zu kommen“: Familien, die von einer Katastrophe betroffen sind, befürchten, dass sie die Zukunft nicht bewältigen können und daher unter starken Emotionen leiden, die schwer zu kontrollieren sind.
    7. „Hilft Familien, Familien wieder zu fühlen“: Dieser Pflegeansatz soll Familien dabei unterstützen, ihr tägliches Leben auch in einer ungewöhnlichen Situation fortzusetzen, damit sie ihre familiären Beziehungen aufrechterhalten und stärken und weiterhin das schützen können, was für sie wichtig ist. Es werden Anleitungen gegeben, um die Fähigkeit zur Genesung zu entwickeln, damit sich Familien wieder wie Familien fühlen können.

Dieses Modell basiert auf dem theoretischen Konzept des Familiensystems und beinhaltet die Überzeugung, dass Einzelpersonen und Familien auf Katastrophenbedingungen auf eine Weise reagieren, die von der Gemeinschaft geprägt wird. Die pflegerische Unterstützung muss aus den sieben pflegerischen Ansätzen diejenigen auswählen, die für die jeweilige Situation geeignet sind.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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