ICN: ICN verurteilt über 400 Fälle von Gewalt im Zusammenhang mit Pandemien und Drohungen gegen Gesundheitspersonal

(C) ICN

Eine neue interaktive Karte, die Gewalt gegen das Gesundheitswesen im Zusammenhang mit COVID-19 und die Konfliktkarte, sowie ein begleitender Forschungsbericht zeigen 1.172 Angriffe und Bedrohungen gegen Gesundheitspersonal, Einrichtungen und Transportmittel auf der ganzen Welt im Jahr 2020 auf, als die COVID-19-Pandemie die Gesundheit forcierte Systeme an ihre Grenzen und löste weit verbreitete Gewalt gegen Gesundheitspersonal an vorderster Front aus.

Die Karte, die von Insecurity Insight mit Unterstützung von MapAction und der SHCC (Safeguarding Health in Conflict Coalition) entwickelt wurde, enthält Informationen zu Angriffen auf das Gesundheitswesen, die aus glaubwürdigen Medienberichten sowie Berichten von zwischenstaatlichen Organisationen, Staaten und NRO-Partnern stammen. Neben Daten aus öffentlichen Quellen sind in den Zahlen auch vertrauliche Beiträge von Hilfsorganisationen und Berufsverbänden enthalten.

Etwa 412 dieser 1.172 Vorfälle standen in direktem Zusammenhang mit den COVID-19-Pandemie- und Reaktionsmaßnahmen, wie der Brandstiftung von COVID-19-Testeinrichtungen, der gezielten Bekämpfung von Gesundheitspersonal auf dem Heimweg von Kliniken und gewalttätigen Reaktionen auf Maskenanforderungen. Die Angriffe im Zusammenhang mit COVID-19 zeigen eine beunruhigende neue Dimension der Gewalt gegen das Gesundheitswesen, die sich in der Vergangenheit hauptsächlich auf Angriffe auf das Gesundheitswesen in bewaffneten Konflikten oder auf die routinemäßige Bereitstellung von Gesundheitsdiensten bezog.

ICN, Gründungsmitglied der SHCC (Safeguarding Health in Conflict Coalition), hat maßgeblich zu dieser Arbeit beigetragen. Howard Catton, Chief Executive Officer von ICN, sagte:

„Gesundheitspersonal ist einem erhöhten Risiko ausgesetzt, wenn ihre Gemeinden sie mehr denn je brauchen. Die Tatsache, dass sie Gewalt und Missbrauch befürchten, während sie an vorderster Front wesentliche Arbeiten ausführen, ist völlig inakzeptabel und trägt zu der Massentraumatisierung bei, die sie erleben. Regierungen und alle Beteiligten müssen ihren Beitrag leisten und unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um diese Gewalt zu stoppen. Wie bei den COVID-19-Infektionsraten bei Gesundheitspersonal ist es wichtig, dass wir Daten über alle Bedrohungen und Gewalt haben, da wir ohne diese Daten keine wirksamen Strategien entwickeln können, um sie zu verhindern. “

Erica Burton, ICN Senior Advisor für Pflege- und Gesundheitspolitik, sagte:

„Die Tatsache, dass wir eine vollständige Karte mit Daten zu COVID-19-bezogenen Angriffen auf Gesundheitspersonal haben, ist eine verheerende Realität. In einer Zeit, in der Krankenschwestern und Beschäftigte im Gesundheitswesen einem immensen psychischen und physischen Druck ausgesetzt sind und für die Beendigung der COVID-19-Pandemie von entscheidender Bedeutung sind, müssen sie geschützt und unterstützt werden. Dies ist ein strukturelles Problem, und wir müssen die Lösungen auf die grundlegenden sozialen, wirtschaftlichen, organisatorischen und kulturellen Faktoren konzentrieren. Der Forschungsbericht enthält klare Empfehlungen, und Regierungen, Organisationen der Zivilgesellschaft und des Gesundheitswesens sowie Organisationen des Gesundheitswesens sollten dringend Maßnahmen zum Schutz unserer Gesundheitspersonal ergreifen.“

Da nicht alle Angriffe auf die Gesundheit von Medien öffentlich gemeldet, von NRO dokumentiert oder von Regierungen anerkannt werden, stellt die Karte wahrscheinlich eine erhebliche Unterschätzung der gesamten Gewalt und Einschüchterung von Gesundheitspersonal im Jahr 2020 dar. Die Karte und die 1.172 hervorgehobenen Vorfälle sind dies nicht umfassend, repräsentativ oder vollständig, sondern stellen eine Mindestschätzung der Anzahl der Angriffe und Bedrohungen für die Gesundheit im Jahr 2020 dar.

Seit Beginn der Pandemie fordert das ICN den Schutz von Krankenschwestern und anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen vor Gewalt und Missbrauch. Im April 2020 forderte ICN Maßnahmen der Regierung, um Angriffe auf Krankenschwestern zu stoppen. Im Mai 2020 war Howard Catton Mitautor eines in The Lancet veröffentlichten Artikels, in dem er die Regierungen aufforderte, rasch zu handeln, um die Krankenschwestern an vorderster Front vor Gewalt und Missbrauch zu schützen und konkrete Empfehlungen abzugeben. Und im Juni schrieb ICN an den Präsidenten von Mexiko und bat ihn, die Krankenschwestern seines Landes und anderes Gesundheitspersonal an vorderster Front nach einem Angriff auf 47 Angehörige der Gesundheitsberufe zu schützen.

Weitere Informationen zum SHCC-Bericht finden Sie hier.

Entdecken Sie die interaktive Karte hier.

Hier können Sie auf das Benutzerhandbuch zur Karte zugreifen.

Laden Sie das Kommunique hier herunter

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen