ICN: Die Rolle der Krankenpflegefachkräfte bei Massenimpfungen gegen COVID-19

Photo credit: OASIS International Hospital

Im Anschluss an eine ICN-Umfrage 2018 zur Beteiligung von Pflegekräften an Impfungen führte ICN zwischen Dezember 2020 und April 2021 eine kleine vorläufige Folgeumfrage zur Rolle von Pflegekräften bei Massenimpfungen gegen COVID-19 durch. Diese zweite Umfrage sollte Informationen über weitere Forschungen liefern, die in Zusammenarbeit mit Forschern der Ben-Gurion-Universität des Negev in Israel durchgeführt werden. An der Studie nahmen 13 Teilnehmer, darunter wichtige Interessenvertreter der Nationalen Krankenpflegeverbände und leitender Krankenpfleger, aus neun Ländern teil, die in der Studie 2018 als „hochwirksam“ bei der Impfung identifiziert wurden. Die neun teilnehmenden Länder waren: Australien, Kanada, Griechenland, Irland, Israel, Japan, Portugal, Schweden und die Vereinigten Staaten.

Dieser Bericht hebt die extreme Ungleichheit bei der Bereitstellung von Impfstoffen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sowie die Versorgungs- und Zögerlichkeitsprobleme in reicheren Ländern hervor.

Auf der 74. Weltgesundheitsversammlung, die praktisch im Mai dieses Jahres abgehalten wurde, wies die Weltgesundheitsorganisation darauf hin, dass mindestens 115.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen an COVID-19 gestorben sind und dass die tatsächliche Zahl viel höher sein könnte. Aus diesem Grund fordert ICN die Mitgliedsstaaten auf, sicherzustellen, dass die Verteilung von Impfstoffen in Ländern mit niedrigem, mittlerem und hohem Einkommen gerecht wird, um den Schutz der am stärksten gefährdeten Personen zu gewährleisten, einschließlich Krankenschwestern und anderem Gesundheitspersonal.

Einige einkommensstarke Länder, darunter auch einige in Europa, hatten in den ersten vier Monaten des Jahres 2021 trotz hoher Infektionsraten Schwierigkeiten bei der Durchführung von COVID-19-Impfungen. Dies ist das Ergebnis von Lieferproblemen und Befürchtungen von Einzelpersonen im Zusammenhang mit Untersuchungen zu möglichen Nebenwirkungen der Impfstoffe.

Ein wichtiges vorläufiges Ergebnis der Umfrage, das Beweise aus anderen Studien bestätigt, ist, dass die Einbeziehung des Pflegepersonals in alle Aspekte der Impfung eine Schlüsselrolle bei der Verringerung der Impfzögerlichkeit spielt. Aus diesem Grund fordert ICN die Mitgliedstaaten auf, Pflegepersonal und Pflegeorganisationen in die Planung, Überwachung und Bereitstellung des Impfstoffs sowie in die Aufklärung über das öffentliche Gesundheitswesen einzubeziehen.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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