ICN: COVID-19 und Pflegeausbildung: Von der Störung zur Transformation – AFRIKA

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Die Pandemie hat auf der ganzen Welt nicht nur ihren Tribut im Gesundheitswesen gefordert, sondern wirkte sich auch massiv auf die Ausbildung aus. In vielen Ländern wurde von heute auf morgen die Ausbildung unterbrochen, da durch den Lockdown kein Unterricht möglich war. Frühjahr bis Sommer 2020 kam es zu einer Pause, die nur durch eine schnelle Digitalisierung verhindert werden konnte. Während wohlhabende Länder schnell nachjustieren konnten, kam es in anderen Ländern zu einem Stillstand. Laptops waren nicht nur teuer, sondern auch schwer beziehbar. Dies machte sich gerade in afrikanischen Ländern bemerkbar.  Monatelang kam es zu Lieferverzögerungen (wie auf der ganzen Welt), doch in Afrika gab es zusätzlich andere Herausforderungen. Als die Laptops geliefert wurden, kam es zu kilometerlangen Warteschlangen, die sogar mit der Polizei beschützt werden mussten, da Laptops wertvolles Gut darstellte, die so manche zwielichtige Gestalt anlockte. Da sich die meisten Studierenden keinen Laptop leisten konnten, wurde hier durch die Regierung unterstützt. Voraussetzung war ein Test, der positiv absolviert werden musste. Da die Testung in Schulräumlichkeiten durchgeführt wurden, bestand hierbei wieder die Gefahr der Covid19 Ansteckung.

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Hinzu kam die Schwierigkeit, dass auch Lehrende keine Laptops besaßen und auch keinerlei Fähigkeiten im Bezug auf „Digitales Lernen“ und „Digitales Unterrichten“ vorweisen konnten. Viele der Lehrenden hatten auch keine Lust sich mit der Thematik zu beschäftigen. Auf der einen Seite herrschte die Angst, von zu Hause aus zu unterrichten und hierbei keinerlei Expertise zu besitzen, auf der anderen Seite regierte die Angst in die Klassenräume zu gehen, da hier kaum bis keine Lüftung vorhanden war und auch die Schutzausrüstung nur begrenzt bis gar nicht existierte. Da in einigen Regionen nicht einmal über genügen bis gar keinen Strom verfügen, Wasser auch für die Hygiene (aber auch als Trinkwasser) nur bedingt vorkam, waren diese Ängste (in beide Richtungen) nachvollziehbar.

Das Ausmaß des Ausbildungschadens ist noch nicht absehbar. Während durch die Pandemie den Schritt der Digitalisierung massiv vorangetrieben wurde, sieht sich die Ausbildung vor extremen Herausforderungen durch die noch immer bestehende Pandemie. Dies betrifft aber nicht nur die Gesundheits- und Krankenpflege, sondern auch alle anderen Berufe im Gesundheitswesen. Zumindest im Bezug auf „Digitales Lernen“ und „Digitale Lehre“ hat die Pandemie das Land sehr weitergebracht und vieles transformiert.

 

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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