ICN: Case study of the week: Internationaler Migrantentag: Kulturell angemessene Gesundheitsversorgung für Migranten in Uruguay

16. Dezember 2020 | Gastkommentare | 0 Kommentare

Anlässlich des Internationalen Migrantentags am 18. Dezember bietet Ihnen ICN eine Fallstudie darüber, wie Krankenschwestern in Uruguay Migranten dabei helfen, Zugang zu kulturell angemessenen und akzeptablen Gesundheitsdiensten zu erhalten.

Nach Angaben des uruguayischen Außenministeriums übersteigen Einwanderer inzwischen die Zahl der Auswanderer. Diese Zahl hat sich in den letzten vier Jahren vervierfacht, da Einwanderer hauptsächlich aus der Dominikanischen Republik, Kuba und Venezuela und in geringerem Maße aus Peru, Bolivien, Chile, Paraguay, Afrika und dem Nahen Osten kamen. Leider hat die Migrantenbevölkerung keinen einfachen Zugang zu Gesundheitsdiensten und kann sich sozial ausgegrenzt fühlen.

Traditionell bestand die Migrantenbewegung in Uruguay hauptsächlich aus Männern, aber jetzt ist der Prozentsatz von Männern und Frauen fast gleich. Frauen sind die vorherrschende Gruppe von Migranten, die Gesundheitsdienste konsultieren, und die Gesundheit von Frauen ist der zweithäufigste Grund für Konsultationen. Migration erhöht die Anfälligkeit von Frauen und macht interkulturelle Pflegeberatung unerlässlich.

Die Ankunft in einem fremden Land ist eine gefährdete Zeit im Leben der Menschen. In den ersten Monaten ihrer Ankunft müssen sie ihre Rechts- und Wohnsituation, ihren Eintritt in den Arbeitsmarkt und ihre Integration in das Gesundheitssystem regeln. Professionelle Beratung und Unterstützung ist für diese neu angekommenen Migranten äußerst nützlich. Der Fallmanager der Krankepflegefachkräfte nutzt einen interkulturellen Ansatz, um direkte Pflege, persönliche Beratung, eine Verbindung zum Gesundheitssystem und Unterstützungsnetzwerke bereitzustellen, die die Anpassung an eine neue Umgebung erleichtern – alles mit einem humanisierten und personenzentrierten Ansatz!

Daher wurde ein Projekt entwickelt, um kürzlich angekommenen Migranten in Uruguay den Zugang zum Gesundheitssystem zu erleichtern. Das Projekt wurde von der Zivilvereinigung „Idas y Vueltas“ und der School of Nursing der Universität der Republik Uruguay entwickelt und umgesetzt.

Das Projekt umfasste die Herstellung einer Verbindung zwischen den Migranten und dem Gesundheitswesen sowie die Unterstützung bei der Übersetzung und kulturellen Vermittlung. Dies wurde von Krankenpflegestudenten und Professoren der University School of Nursing durchgeführt, indem ihre Kompetenzen in der interkulturellen Krankenpflege gestärkt wurden. Formalisierung institutioneller Verbindungen zu den Hilfezentren; und Förderung der Zugänglichkeit für die Migrantenbevölkerung. Darüber hinaus wurden Daten und Überlegungen zur interkulturellen Gesundheit durch wissenschaftliche Veröffentlichungen in Teams mit anderen Disziplinen verbreitet.

Die Studenten und Professoren reflektierten das Gesundheitsproblem der wandernden Bevölkerung und trugen zur Entwicklung nationaler Strategien und Strategien für die wandernde Gesundheit bei.

Als Ergebnis des Projekts haben die Gesundheitsdienstleister im letzten Jahr mehr als 500 Migrantenpatienten für verschiedene Bedürfnisse gesehen. Das Projekt verbessert nicht nur den Zugang zur Gesundheit, sondern ermutigt auch Migranten, in Uruguay zu bleiben. Für die studentischen Krankepflegefachkräfte gab es viele Vorteile, wie die Einbeziehung eines interkulturellen Ansatzes; Verbesserung der Kenntnisse der Humanwissenschaften (Sozialanthropologie) und der kulturellen Kompetenz; Möglichkeiten für interprofessionelle Bildung; und eine neue Sprache lernen.

Dieses Projekt liefert aktualisierte Daten aus der Perspektive der interkulturellen Versorgung und kann neue öffentliche Strategien für die Migrationsgesundheit leiten, um die Qualität und Effizienz der Versorgung dieser schutzbedürftigen Bevölkerung zu verbessern.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)