ICN: Affenpocken – „Krankenpflegefachkräfte schützen, Stigmatisierung bekämpfen“, sagt der International Council of Nurses

Affenpocken
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Der International Council of Nurses (ICN) hat heute zum Schutz von Krankenpflegefachkräfte und anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen aufgerufen, die sich um Patienten kümmern, die mit dem Affenpockenvirus infiziert sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Affenpocken mit mehr als 16.000 gemeldeten Fällen aus 75 Ländern und Territorien und fünf Todesfällen zu einem globalen Gesundheitsnotstand erklärt.1

An vorderster Front des Gesundheitswesens spielen Pflegekräfte eine zentrale Rolle bei der Reaktion auf diesen Gesundheitsnotstand, insbesondere durch die Bereitstellung von Gesundheitserziehung zu Prävention und Infektionskontrolle sowie zum Schutz vor Stigmatisierung und Diskriminierung. Krankenpflegefachkräfte und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen benötigen Zugang zu persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Materialien, um sie vor der Exposition zu schützen und die Ausbreitung des Virus zu begrenzen. Sie müssen auch Zugang zu aktuellen Informationen über Übertragungswege, Vorbeugung, Diagnose, Behandlung, Infektionskontrollverfahren, Beratung und Pflege haben, und zwar durch Fortbildung oder Weiterbildung.

Dr. Pamela Cipriano, ICN-Präsidentin, würdigte Dr. Tedros dafür, dass er das Problem der Affenpocken als globalen Gesundheitsnotstand angesprochen hat, und wies auf das Infektionsrisiko bei Pflegekräften hin, die sich um mit Affenpocken Infizierte kümmern.

„Wie wir leider auf dem Höhepunkt der COVID-19-Pandemie miterlebt haben, haben Krankenpflegefachkräfte und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen oft keinen Zugang zu angemessenem Schutz vor Infektionskrankheiten. Um unser medizinisches Personal zu schützen und die Ausbreitung dieser Krankheit zu verhindern, sind neben PSA auch Schulungen und professionelle Richtlinien erforderlich.

ICN fordert die nationalen Krankenpflegeverbände dringend auf, sich aktiv an der Sensibilisierung und Aufklärung der Öffentlichkeit über Affenpocken zu beteiligen; Maßnahmen zur Bekämpfung von Stigmatisierung und Diskriminierung ergreifen; und dazu beitragen, eine sichere Praxisumgebung zu gewährleisten, einschließlich Schutzausrüstung und -materialien, die eine angemessene Versorgung von Menschen mit Affenpocken ermöglicht und den Schutz des Pflegepersonals vor einer Exposition gegenüber dem Virus gewährleistet.“

Howard Catton, Chief Executive Officer von ICN, fügte hinzu:

„COVID-19 ist noch lange nicht vorbei, und jetzt haben wir einen neuen Notfall für die öffentliche Gesundheit in Form von Affenpocken. Die globale Gesundheit muss für alle Länder oberste Priorität haben, und Investitionen in die Krankenpflege waren noch nie so wichtig, um eine Gesundheitsversorgung für alle zu erreichen. Vergessen Sie nie, dass es unsere Mitarbeiter im Gesundheitswesen sein werden, die an vorderster Front auf diesen jüngsten Notfall im Bereich der öffentlichen Gesundheit reagieren werden.

Die Pflege ist nicht diskriminierend und ICN bedauert die Stigmatisierung oder Ausgrenzung von Personen, die medizinische Versorgung benötigen. Der globale Gesundheitsnotstand der Affenpocken legt erneut gesundheitliche Ungleichheiten offen und riskiert, sie zu verschärfen.“

1 Erklärung des WHO-Generaldirektors auf der Pressekonferenz im Anschluss an den IHR-Notfallausschuss zum Ausbruch von Affenpocken in mehreren Ländern – 23. Juli 2022

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)