Humor in der psychiatrischen Pflege

Wie kann man psychisch kranken Menschen mit Humor begegnen und helfen? Das Praxishandbuch des erfahrenen Fachpflegers für psychiatrische Pflege, Jonathan Gutmann, klärt das Konzept Humor für die psychiatrische Pflege und begründet dessen Einsatz. Er zeigt, wie Pflegende einschätzen können, bei wem Humoranwendungen sinnvoll oder fehl am Platz sind, und bietet eine Werkzeugkiste mit Humorinterventionen für die tägliche Pflegepraxis. Aus dem Inhalt: Aller Anfang ist schwer, Lachen ist die beste Medizin, Ein Blick hinter die Kulissen, Humordefinitionen, Humor und Gesundheitsförderung, Beziehungsarbeit – das A und O in der psychiatrischen Pflege, Der Pflegeprozess nach Peplau, Lachen und Humor bei psychischen Störungen, Humorvolle Interventionen, Humor in pflegerischen Gruppen, Humor in der ambulanten psychiatrischen Pflege, Humortraining – Übung macht den Meister, Psychohygiene, Humor – eine Pille ohne Nebenwirkungen?, Muss man sich denn immer zum Clown machen?, Wenn die Humorquelle versiegt – oder: Wenn pflegen keinen Spaß mehr macht •Pflegestandards für Humor in der psychiatrischen Pflege, Sensibel-humorvolle Ernsthaftigkeit in der Angehörigenarbeit, Hammerhart, hammermäßig, oder einfach nur Hammer?, Schluss mit lustig! und Interviews mit Rolf Dieter Hirsch, Sibylle Prins, Irmela Boden und ein Brief von Patch Adams. Psychische Leiden mit Humor und Pflege lindern

Persönliches Fazit
Humor in der psychiatrischen Pflege ist mit Sicherheit ein heikles Thema. Schnell wird ein lustiger Impuls ein Zeichen der Überlegenheit, wenn nicht sogar der Ignoranz. Es erfordert große Empathie diese Schwelle nicht zu überschreiten. Viele Pflegepersonen aus diesem Bereich orientieren sich eher an den Problemen der Menschen und gehen die psychosoziale Begleitung eher ernsthaft an. Dabei Bedarf es gerade in diesem Bereich an einer großen Portion an empathischen Humors. Während sich der erste Teil des Buches mit dem theoretischen Teil dieses Themas beschäftigt, geht es schon nach fast 90 Seiten um die praktischen Beispiele und der Beziehungsarbeit in der psychiatrischen Pflege. Hierbei schreibt der Autor kurz über die einzelnen Krankheitsbilder in Bezug auf Herausforderung und Humor. Speziell markierte Reflexionsfragen bieten der Leserschaft die Möglichkeit ihre eigene Sichtweise zu überdenken. Praxisnahen Beispiele beweisen, dass dieses Werk kein „Theoriewälzer“ ist, sondern ein Sammelsurium an Möglichkeiten. Kritisch beendet der Autor sein Werk mit Fragen, die die Pflege zu diesem Thema beschäftigt: „Muss ich denn immer den Clown machen?“, „Wenn die Humorquelle versiegt:“ oder ähnlichem. Schnell wird einem bewusst, das Humor einfach und nicht einfach sein kann. Der Anhang bietet abschließend ein Sammelsurium an interessanten Interviews.   Die Publikation regt an über das eigene Verhalten nachzudenken und persönliche Verhaltensmuster zu überprüfen. Ein Werk zum Nachdenken und eine Pflichtlektüre für Pflegepersonen aus diesem Fachbereich, aber auch die allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege sollte sich dieses Werk zu Gemüte führen um etwaige Verhaltensmuster zu überdenken! (MG)

Über den Autor
Jonathan Gutmann ist Gesundheits- und Krankenpfleger, Fachpfleger für Psychiatrische Pflege, Burnout-Berater, Stressbewältigungstrainer,

Autor: Jonathan Gutmann
Sprache:
Deutsch
Verlag: Hogrefe Verlag
Seitenumfang: 312 Seiten
ISBN: 978-3456856278

Markus Golla
Über Markus Golla 9190 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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