Hormonstudie von HPI und UKE deckt Geschlechtsunterschiede im Verlauf von COVID-19-Infektionen auf

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Covid-19 Corona
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In einer gemeinsamen Studie haben Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Leibniz-Instituts für Experimentelle Virologie (HPI) in Hamburg den Einfluss des Geschlechts auf COVID-19-Infektionen untersucht. Bekannt war bereits, dass Männer schwerer an COVID-19 erkranken als Frauen. Nun haben die Wissenschaftler:innen aus UKE und HPI herausgefunden, dass Sexualhormone bei der geschlechtsspezifischen Infektionsschwere eine wichtige Rolle einnehmen könnten, da sie wichtige Modulatoren des Immunsystems darstellen. Dazu haben die Forschenden den Hormonhaushalt von insgesamt 181 Patienten bestimmt. Die überwiegende Mehrheit der männlichen COVID-19-Patienten wies erhöhte Estradiol- sowie niedrige Testosteronspiegel auf. Sie konnten zudem zeigen, dass erhöhte Estradiolspiegel mit einer deutlichen Erhöhung an Entzündungsmarkern und einem kritischen Krankheitsverlauf assoziiert sind. Bei den weiblichen COVID-19-Patientinnen wurden dagegen keine statistisch signifikanten Unterschiede in den Sexualhormonspiegeln festgestellt. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler:innen im Fachmagazin Emerging Microbes & Infections veröffentlicht.

Literatur: Schröder et. al. High estradiol and low testosterone levels are associated with critical illness in male but not in female COVID-19 patients: a retrospective cohort study. Emerging Microbes & Infections. 2021.
DOI: https://doi.org/10.1080/22221751.2021.1969869

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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