Hörverlust wirkt sich auf Kognition aus

https://pixabay.com/en/photos/ohr/
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Längsschnittstudie mit 10.107 Männern über 62 Jahren liefert Nachweis für erhöhtes Risiko

Boston (pte/30.01.2019/06:00) Ein Hörverlust steht mit einem erhöhten Risiko des Abbaus der kognitiven Fähigkeiten in Zusammenhang. Zu dem Schluss kommt eine Studie unter der Leitung des Brigham and Women’s Hospital http://brighamandwomens.org . Ein Hörverlust könnte aber auch helfen, jene Personen zu identifizieren, bei denen ein höheres Risiko besteht, so die Forscher.Fähigkeiten lassen nach

Zusätzlich erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse für ein früheres Eingreifen und eine bessere Prävention. Von einem Hörverlust sind mehrere zehn Mio. US-Amerikaner betroffen. Weltweit soll die Zahl der Betroffenen weiter steigen, da auch das Alter der Bevölkerung zunimmt. Die Forscher haben für ihre Erhebung acht Jahre lang eine Längsschnittstudie bei 10.107 Männern über 62 Jahren durchgeführt, die an der „Health Professionals Follow-up Study“ http://sites.sph.harvard.edu/hpfsteilnahmen.

Beurteilt wurden die Ergebnisse bei der „Subjective Cognitive Function“, basierend auf Antworten auf einem Fragebogen mit sechs Bereichen, der 2008, 2012 und 2016 beantwortet wurde. Ein Rückgang der subjektiven kognitiven Funktion wurde als neuer Bericht in zumindest einem Bereich definiert. Es zeigte sich, dass ein Hörverlust mit einem höheren Risiko einer subjektiven kognitiven Fähigkeiten in Zusammenhang steht.

Hörgeräte äußerst ratsam

Im Vergleich mit Männern ohne Hörverlust war das relative Risiko eines kognitiven Abbaus bei Teilnehmern mit einem leichten Hörverlust um 30 Prozent höher. Bei stärker betroffenen Männern war das Risiko um 42 Prozent höher. Bei einem schweren Hörverlust ohne den Einsatz von Hörgeräten erhöhte sich das Risiko auf 54 Prozent. Die Forscher haben auch untersucht, ob Hörgeräte einen Einfluss auf das Risiko haben.

Obwohl sich zeigte, dass bei Männern mit schwerem Hörverlust, die Hörgeräte nutzten, das Risiko bei 37 Prozent lag, konnte kein statistisch signifikanter Unterschied zu Teilnehmern dieser Gruppe festgestellt werden, die keine Hörgeräte verwendeten. Eine genaue Erklärung dafür haben die Forscher derzeit nicht. Sie merken auch an, dass die Studie auf vorwiegend weiße ältere medizinische Fachkräfte beschränkt war. Weitere Untersuchungen mit größeren Patientengruppen seien daher sinnvoll. Zusätzlich beruhten die in „Alzheimer’s & Dementia“ veröffentlichten Ergebnisse auf den Angaben der Studienteilnehmer.

Karin Eder
Über Karin Eder 540 Artikel
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Leitung Bereich Gerontologie und Validation im Ausbildungszentrum des Wiener Rotes Kreuzes GmbH.

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