Gute Bildung schützt vor Darmerkrankungen

15. Januar 2023 | News international

Neue Untersuchung der Edith Cowan University liefert weitere Beweise für Darm-Hirn-Achse

Eine bessere Bildung bewirkt eine starke genetische Wechselwirkung und schützt besser vor Darmerkrankungen, wie eine Studie der Edith Cowan University (ECU) zeigt. Eine frühere Studie des Centre for Precision Health (CPH) der Universität hatte bereits einen genetischen Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Alzheimer entdeckt. Die Forscher konnten jedoch nicht herausfinden, ob das eine das andere verursacht. Details wurden im „International Journal of Molecular Sciences“ publiziert.

766.000 Menschen analysiert

Laut CPH-Direktor und Supervisor der Studie, Simon Laws, liefert die neue Studie weitere Beweise für die starke Verbindung zwischen Gehirn und Darm, der sogenannten Darm-Hirn-Achse. „Darmerkrankungen und Alzheimer dürften nicht nur eine über eine gemeinsame genetische Disposition verfügen, sondern auch ähnlich von genetischen Variationen beeinflusst werden, die den Bildungsgrad untermauern.“ Für die Studie wurden die genetischen Infos von über 766.000 Personen untersucht. Der Schwerpunkt lag auf Alzheimer, kognitiven Merkmalen, Magenschwüren, Duodenitis, gastroösophagealer Refluxkrankheit, Reizdarmsyndrom, Divertikulitis und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Laut den Wissenschaftlern verringern ein höherer Bildungsgrad und bessere kognitive Fähigkeiten das Risiko von Darmerkrankungen. Laut Forschunngsleiter Emmanuel Adewuyi haben die neuen Erkenntnisse erhebliche Auswirkungen. „Diese Ergebnisse unterstützen den Ansatz, dass Bildung ein möglicher Ansatz zur Verringerung des Risikos von Darmerkrankungen sein kann.“ Dabei könne es sich um höhere Leistungen in der Bildung oder möglicherweise um die Verlängerung der Schulzeit handeln.“ Eine höhere Intelligenz durch mehr Bildung könnte sich also sehr positiv auf die Gesundheit auswirken, heißt es.

Darm beeinflusst das Gehirn

Die Studie hat auch gezeigt, dass der Darm das Gehirn beeinflussen kann. Bei der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) kommt es zur Verschlechterung der kognitiven Funktionen in mehreren der in der Studie beurteilten Bereiche wie Intelligenz, kognitive Leistung, Bildungserfolg und Ausbildungsabschlüsse. Obwohl es sich hier um die erste Studie handelt, die zu diesen Ergebnissen kommt, unterstützt sie neue Erkenntnisse, dass es zum verstärkten Auftreten von GERD und Demenz kommen kann. So könnten laut Adewuyi eine frühere Diagnose und damit auch Behandlung unterstützen.

Eine höhere Bildung und bessere kognitive Funktion schützen großteils vor Darmerkrankungen (CED), allerdings mit einer Ausnahme: chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Eine weitere Analyse zeigt verschiedene Auswirkungen von CED auf kognitive Eigenschaften und Alzheimer bei verschiedenen genomischen Positionen. Damit liegt nahe, dass der Zusammenhang von Auswirkungen auf spezifische Standorte quer durch das Genom abhängt. Damit könnte das Fehlen eines signifikanten genetischen Zusammenhangs von CED mit kognitiven Eigenschaften und Alzheimer geklärt sein.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)