Gräserpollen-Allergie: Europas Allergie-Experten raten: Kinder frühzeitig behandeln

(C) Kzenon

Helsinki / Wien, 22. Juni 2017 – Führende Allergologen aus Europa haben auf dem diesjährigen Kongress der Europäischen Akademie für Allergie und Klinische Immunologie (EAACI) die Vorteile der frühzeitigen Behandlung von Kindern mit sublingualen Immuntherapie (SLIT)-Tabletten skizziert. Eine spezifische Immuntherapie (SIT) lindert die akuten Symptome einer Allergie und wirkt sekundärpräventiv gegen Asthmasymptome und Neusensibilisierungen.

Allergien und Asthma zählen zu den häufigsten Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in Österreich. Allergisches Asthma ist dabei mit etwa 70 Prozent insgesamt die häufigste Form von Asthma bei Kindern. „Eine spezifische Immuntherapie kann den Verlauf einer allergischen Erkrankung langfristig positiv beeinflussen und das Risiko für ein allergisches Asthma bronchiale senken“, erklärte Prof. Dr. Ulrich Wahn, ehem. Direktor der Klinik für Pädiatrische Pneumologie und Immunologie an der Charité in Berlin. Dieser sogenannte krankheitsmodifizierende Effekt ist laut Leitlinie der wichtigste Grund für eine möglichst frühe spezifische Immuntherapie im Kindes- und Jugendalter [1]. Basierend auf diesen aktuellen Leitlinien zur spezifischen Immuntherapie sollen diejenigen Präparate bevorzugt werden, bei denen die gewünschten Effekte in Studien belegt werden konnten.

Die frühe Behandlung macht den Unterschied

GRAZAX® ist das weltweit am besten dokumentierte Präparat zur Behandlung einer Allergie gegen Gräserpollen und die erste zugelassene Immuntherapie in Tablettenform. 2009 wurde GRAZAX®in Österreich auch für Kinder ab fünf Jahren zugelassen. Der krankheitsmodifizierende Effekt wurde in der fünfjährigen GRAZAX®-Asthma-Präventionsstudie (GAP) mit mehr als 800 Kindern bestätigt. Die Studie konnte zeigen, dass die Behandlung mit GRAZAX® den Anteil der Kinder mit Asthmasymptomen signifikant reduzierte. Auch der Bedarf an Asthmamedikamenten sank im Vergleich zur Placebogruppe. Die gewünschten Effekte wurden noch zwei Jahre nach Abschluss der Behandlung nachgewiesen. Gleiches gilt für die signifikante Reduktion der Symptome einer allergischen Rhinokonjunktivitis durch GRAZAX® [3].

Die GAP-Studie erbrachte auch die Nachweise für die Vorteile einer frühen Behandlung von Kindern mit einer SLIT-Tablette: „Wir konnten feststellen, dass das Alter, in dem mit der Behandlung begonnen wurde, einen deutlichen Einfluss auf deren Erfolg hatte. Kurz gesagt: je früher Kinder mit GRAZAX® behandelt wurden, desto größer waren die langfristigen Vorteile für ihre Gesundheit“, sagte Professor Graham Roberts, University Hospital Southampton NHS Foundation Trust, beim Symposium.

Henrik Jacobi, der Executive Vice President für Forschung und Entwicklung bei ALK, fügte hinzu: „Wir sehen immer häufiger Anzeichen dafür, dass Allergien in der Kindheit eine entscheidende Rolle dabei spielen, ob Patienten später ein Leben lang unter Asthma leiden. Wir haben immer mehr Belege dafür, dass Allergien und Asthma als eine Atemwegserkrankung gesehen und mit einer klinisch dokumentierten spezifischen Immuntherapie zusammen behandelt werden sollten – und zwar so früh wie möglich.“

Über die GAP-Studie

Die GRAZAX®-Asthma-Präventions-Studie GAP ist die bisher größte klinische Studie zur Asthmaprävention bei Kindern und liefert die bisher stärkste Evidenz für die Behandlung der Gräserpollen-assoziierten Rhinokonjunktivitis im Kinder- und Jugendalter. In der randomisierten, multizentrischen, doppelblinden, placebokontrollierten Parallelgruppenstudie wurde zwischen 2009 und 2015 der präventive Effekt der Sublingualtablette auf die Asthmaentwicklung bei Kindern mit Gräserpollen-assoziierter Rhinokonjunktivitis analysiert. Dafür wurden 812 junge Patienten von 5-12 Jahren an 101 Zentren in elf europäischen Ländern (Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz und Spanien) in die Studie einbezogen. Das Konzept beruhte auf einer Screening-Phase, einer doppelblinden dreijährigen Behandlungsphase mit täglicher Tabletteneinnahme und einer zweijährigen Nachbeobachtungsphase. Die richtungsweisende Studie erfüllte die drei Kriterien der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) nach robusten klinischen Daten zur SIT bei der Behandlung allergischer Symptome, nach Langzeit-Wirksamkeit und nach einem anhaltenden klinischen Effekt während und nach der Behandlung.

Über ALK

Die Verbesserung der Lebensqualität allergiekranker Menschen ist das zentrale Anliegen von ALK – einem der weltweit führenden Hersteller von Produkten zur spezifischen Immuntherapie und Diagnose allergischer Erkrankungen. Die Unternehmensmission: die Versorgung allergiekranker Menschen durch die Entwicklung neuer, maßgeschneiderter Therapien weiter zu optimieren. ALK setzt dafür auf Präparate aus nativen Allergenen, die stets höchsten Qualitätsstandards entsprechen. So unterliegt die Produktion bei der Muttergesellschaft ALK-Abelló A/S in Dänemark durch die Kooperation mit Merck (USA) neben den Anforderungen der Europäischen Zulassungsbehörde auch den strengen Anforderungen der amerikanischen Zulassungsbehörde, der Food and Drug Administration (FDA). ALK beschäftigt rund 1900 Mitarbeiter und ist weltweit durch Niederlassungen, Produktionsanlagen und Vertriebspartner vertreten. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im dänischen Hørsholm und ist an der NASDAQ Kopenhagen notiert. Weitere Informationen auf www.alk.net

Literaturquellen

1 Leitlinie zur (allergen-) spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen, Allergo J Int 2014; 23:282

2 Wahn. U. (2017): Pneumologie/Allergologie (Kap. 11), in: Zepp.F und Wirth. S., (Hrsg.) Handbuch PÄDIATRIE 2017, 1. Auflage, Wiesbaden: med publico GmbH

3 Valovirta E. et al., Allergy 2016; 71 (Suppl. 102):98-99, Abstract 1354

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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