ESGENA Konferenz 2018 & die Kompetenzen der Endoskopiepflege in Österreich

Im Rahmen der 26. Woche der United European Gastroenterolgy Week, fand vom 20 – 22 Oktober die diesjährige ESGENA Konferenz in Wien statt. Ziel der ESGENA-Konferenz ist es, Gastroenterologie- und Endoskopiepflegepersonen international zu vernetzen.

Gastgeber war in diesem Jahr die IVEPA, der österreichische Interessensverband für endoskopisches Pflege- und Assistenzpersonal. Die IVEPA ist der Organisator nationaler Ausbildungen, Kurse und Kongresse (IVPEA, 2018). Die Europäische Gesellschaft für Gastroenterologie und Endoskopie, kurz ESGENA, konzentriert sich durch die Förderung von Kommunikations- und Bildungsaktivitäten auf die Weiterentwicklung der Endoskopie und Gastroenterologie. Weitere Aufgabenfelder sind die regelmäßige Entwicklung und Implementierung von Guidlines und Stellungnahmen zu Aspekten der Endoskopie. Dies erfolgt unabhängig oder in Zusammenarbeit mit der Europäischen Gesellschaft für Gastrointestinale Endoskopie (ESGENA, 2018).

Während der UEG Week Vienna 2018, gab es eine Vielzahl von Highlights. Die UEG erhielt 3.705 Abstracts für den diesjährigen Kongress. Davon wurden insgesamt 2.214 angenommen. Die Standards zur Annahme der Abstracts waren erneut extrem hoch. Die hohe Anzahl an Einsendungen gepaart mit dem hohen Standard der eingereichten Abstracts bestätigt, dass die UEG Week das wichtigste Forum für die Präsentation der gastrointestinalen Forschung ist (Tilg, 2018).

Die Konferenz wurde am Samstag mit Vorträgen der Präsidentinnen Marjon de Pater, Niederlande und Wendy Waagenes, Dänemark unter dem Motto „Quality makes the difference“ eröffnet.

Die entspannte Atmosphäre unterstützte den kollegialen Austausch und half Sprachbarrieren zu überwinden. Die ESGENA-Konferenz umfasste hochmoderne Vorträge und Poster. Die großen Themen waren, Entwicklung der Endoskopiepflege, Patientensicherheit, Edukation und Management. Praktische Skills wurden in Workshops mit Hands-on-Training an Bio Simulatoren und Live-Übertragungen trainiert. Aktuelle Nachrichten über neue Trends und Entwicklungen, sowie Präsentationen über interessante Projekte und Studien in Gastroenterologie und Endoskopie, sorgten für einen globalen Kontext.  Der Austausch mit Pflegepersonen aus der ganzen Welt, kombiniert mit der Möglichkeit, an dem medizinischen Programm der UEG Week teilzunehmen, machte die ESGENA-Konferenz auch dieses Jahr zu einer außergewöhnlichen Bildungsveranstaltung. Die Arbeitsgruppe der ESGENA feilt bereits an den kommenden internationalen Veranstaltungen, beispielsweise den ESGE-Days in Prag oder die ESGENA-Konferenz in Barcelona.

Die ESEGNA Konferenz ist für jede Gesundheits- und Krankenpflegeperson der Gastroenterologie und Endoskopie das Event des Jahres.

Die Aufgaben der Endoskopiepflege

Die ESGENA Konferenz zeigte deutlich welch hohen Stellenwert die Gastroenterologie- und Endoskopiepflege in anderen Ländern einnimmt. In Großbritannien, Irland, Skandinavien und den Niederlanden, praktizieren bereits Pflegepersonen als EndoskopikerInnen. International nimmt die Patientenedukation einen großen Platz ein. Gastroenterologie- und Endoskopiepflegepersonen stehen den Patientinnen und Patienten als GesundheitsberaterInnen gegenüber. Sie sind als eigenverantwortliche Experten ihrer Fachdisziplin tätig.

Eine berufliche und innere Haltung, die ein bewusstes Verständnis und Reflexion des Rollenbildes des gehobenen Dienstes erfordert. Die Endoskopiepflege ist im internationalen Kontext weit mehr als die Assistenz des ärztlichen Personals bei Eingriffen. Die Frage, die sich stellt, ist:

Arbeiten Endoskopiepflegpersonen in Österreich auch im Rahmen ihrer pflegerischen Kernkompetenzen, oder sind sie lediglich als Assistenten der Ärzte tätig?  

Beobachtung und Überwachung des Gesundheitszustandes

Die prä- und postinterventionelle Überwachung der Patientinnen und Patienten, zählt zu den Kernaufgaben der Endoskopiepflege. Fest steht, es braucht keinen gehobenen Dienst um die Patientinnen und Patienten zu monitorisieren und Parameter für die Dokumentation abzuschreiben. Es braucht jedoch die DGKP, um die gewonnen Daten interpretieren und eine professionelle Einschätzung des Gesundheitszustandes vornehmen zu können. Die systematische Einschätzung des Gesundheitszustandes sowie die Vorbereitung der Patientinnen und Patienten, sind die ersten und zwingenden Schritte, um die Sicherheit und Qualität endoskopischer Interventionen zu gewährleisten.

Anamnese

Vor jedem Untersuchungsbeginn muss seitens der Pflege ein Anamnesegespräch erfolgen. Dies reicht von der Identifikation der Patientinnen und Patienten, über die Abklärung der Intervention bis hin zur Erfassung der Symptomatik. Besonders bei Patientinnen und Patienten, die eine moderate Sedierung wünschen, muss eine sedierungsorientiere Anamnese durchgeführt werden.  (Irlbeck, 2016).

Die Einschätzung der Patientinnen und Patienten, mittels der ASA-Klassifikation, hat sich bereits in Österreichs Endoskopien etabliert. Meistens wird die Bestimmung alleine vom Arzt getroffen. Dabei sind es oftmals die Pflegepersonen, welche die Patientinnen und Patienten systemisch befragen. Wenn der Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten von Pflegepersonen anhand der ASA-Klassifikation eingestuft wird, sollte die Pflege ihre Einschätzung gegenüber dem Arzt äußern. Die Pflege kann gegebenenfalls auch dazu raten, das Anästhesie Team hinzuzuziehen.

Gesetzlich liegt die Verantwortung beim praktizierenden Arzt. Es obliegt also der Pflegeperson selbst, welchen Stellenwert ihr Beruf in der Praxis einnehmen soll. Beispielsweise in der gemeinsamen Entscheidungsfindung als multiprofessionelles Team. Laut dem GuKG Paragraph 16, haben Gesundheits- und Krankenpflegepersonen im multiprofessionellen Versorgungsteam das Vorschlags- und Mitwirkungsrecht (Halmich, 2017).

Pflegediagnostik, am Beispiel der Pflegediagnose ANGST

Die Einschätzung der Angst mittels Assessments und angstlösenden Gesprächen vor Untersuchungsbeginn, ist in vielen internationalen Endoskopien aus der Praxis nicht wegzudenken. Angst spielt im Setting der Endoskopie für Patientinnen und Patienten eine große Rolle. Patienten informieren sich bereits im Vorfeld über Untersuchungen und Erkrankungen. Dabei entstehen Vorstellungen, die angsterregend sein können. Pflegepersonen müssen auf solche Angstvorstellungen eingehen.

„Habe ich Schmerzen während der Untersuchung?“

„Werde ich nach der Sedierung wieder wach?“

„Welche Diagnose erwartet mich nach der Untersuchung?“

Pflegepersonen nehmen durch die Patientennähe eine Schlüsselrolle im Assessment der Angst und in der Angstlinderung ein. Durch systematisches Erfassen der Angst und evidenzbasierten Maßnahmen zur Angstreduktion, leisten Endoskopiepflegepersonen einen wertvollen Beitrag im multiprofessionellen Team.  Dadurch können die Patientenzufriedenheit erhöht und die Behandlungsergebnisse verbessert werden (Fumasoli, et al., 2012).

Während des Anamnesegespräches kann die Angst verbal durch Assessments erfasst werden. Da Zeit in der Praxis eine große Rolle spielt, kann mit folgenden Skalen und einer einzigen Fragestellung die Angst festgestellt werden:

  • Visuelle Analogskala (VAS)
  • Numerische Rating-Skala (NRS)
  • Faces Anxiety Scale, eine Gesichterskala für Angsterleben

Für Patientinnen und Patienten ist es wichtig, über ihre Ängste zu sprechen und diese auch benennen zu können.

„Wovor haben Sie Angst?“

„Ich habe Angst, dass ich während der Untersuchung aufwache.“

Die Einschätzung der Angst kann unter anderem die Entscheidung betreffend die Sedierungsart beeinflussen. Sie kann Auskunft geben, ob eine Monosedierung ausreichend ist, oder ob Betroffene ein anxiolytisches Medikament, z. B. Midazolam, benötigen. Das Medikament muss an den Patienten angepasst werden und nicht der Patient an das Medikament.

Wissensmanagement

Es braucht keine 3-jährige Ausbildung um eine Biopsiezange zu öffnen und wieder zu schließen. Professionelle Endoskopiepflege bedeutet, Veränderungen zu erkennen und zu benennen, Guidlines spezifisch anzuwenden und zu wissen, warum und mit welcher Konsequenz Interventionen stattfinden. Dahinter steht nicht nur eine moralische Arbeitshaltung. Im GuKG Paragraph 14, Absatz 12, lautet es: „Die pflegerischen Kernkompetenzen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege, umfassen im Rahmen der Gesundheits- und Krankenpflege insbesondere ethisches, evidenz- und forschungsbasiertes Handeln einschließlich Wissensmanagement.“ (Halmich, 2017)

Patientenedukation und Patientengespräche

Die Endoskopiepflege wird als handwerkliche Tätigkeit wahrgenommen. Einige Pflegepersonen fühlen sich oft juristisch unsicher, fachlich nicht kompetent genug und verweisen bei Fragen der Patientinnen und Patienten auf das ärztliche Personal. Patienten- oder Angehörigengespräche erfolgen in der Praxis, wenn sie überhaupt stattfinden, zufällig, unsystematisch und nicht dokumentiert.  Dabei ist das Sprechen, die Beratung, Information und Schulung, eine der häufigsten Interaktionen des pflegerischen Handelns. Denken Sie nur an die vielen Gespräche, welche Sie mit Patienten und deren Angehörigen zwischen Tür und Angel führen. Patienten wissen oft sehr wenig über den Umgang mit ihrer Erkrankung. Die Aufgabe der Ärzte bezieht sich hier auf die Krankheit und ihre Therapie. Die Aufgabe der Pflege sollte sich auf den alltäglichen Umgang mit der Krankheit fokussieren (Segmüller, Zegelin, 2015).

Die systematische Patientenedukation muss einen festen Platz in der österreischischen Endoskopiepflege finden. Wenn Betroffene von Beschwerden berichten, müssen diese von Pflegepersonen klassifiziert werden können und folglich den Patientinnen und Patienten als Berater gegenüberstehen. Als Berater helfen die Pflegepersonen den Betroffenen ihr Verhalten, ihre Wahrnehmung, ihre Einstellung so zu ändern, dass eine Lösung des Problems möglich wird (Norwood, 2002).

Fragen zum vorliegenden Problem:

  • Wie äußert sich das Problem?
  • Welche Symptome stören die Beratenen?
  • Seit wann äußern sich die Symptome?
  • Welche Versuche wurden unternommen, das Problem zu lösen?
  • Wieso scheint das Problem jetzt besonders schwerwiegend?

Fragen zum Beratungsergebnis:

  • Wie lautet das gewünschte Beratungsergebnis?
  • Versteht der Beratene den vermittelten Inhalt?

Die gewonnenen Informationen können außerdem anschließend mit dem ärztlichen Personal besprochen werden. Informationen sind die wichtigsten Ressourcen betreffend einer individuellen Therapieempfehlung. Ein weiteres praktisches Beispiel wäre die pflegerische Aufklärungsambulanz für Koloskopievorbereitungen:

  • Welche Abführlösung eignet sich für die Betroffenen am Besten?
  • Welche Nahrungsmittel sollen vor dem Abführen vermieden werden?
  • Zu welchem Zeitpunkt muss die Abführlösung getrunken werden?
  • Was ist bei der Nachsorge zu beachten?

Für Patientenedukation und Patientengespräche mögen die Zeit und die starren Handlungsvorgaben ein Hindernis sein. Doch die Gespräche können handlungsbegleitend stattfinden, etwa bei der Vorbereitung der Patientinnen und Patienten. Diese Handlungsbegleitung schmälert die Qualität des Gespräches nicht. Pflegende müssen lernen, den Beratungsbedarf zu erkennen und den Zeitbedarf selbstbewusst zu reklamieren. Wichtig ist es, die Gespräche auch anschließend zu dokumentieren (Segmüller, 2015).

Gesundheitsförderung und Gesundheitsberatung

Seit der GuKG-Novelle 1997, trägt der gehobene Dienst die Berufsbezeichnung Gesundheits- und Krankpflege. Der Name ist allerding nicht Programm. Noch immer konzentrieren sich die Pflegepersonen hauptsächlich auf die Krankheit, anstatt auch die Gesundheit der Patientinnen und Patienten ins Auge zu fassen. Dabei sollte der theoretische Ansatz der Salutogenese als Fundament der Arbeit dienen. Pflegepersonen sollten ihre Aufmerksamkeit auf die Frage richten: „Was hält den Menschen gesund?“ Um die Gesunderhaltung zu ermöglichen ist das Kohärenzgefühl unabdingbar. Damit ist die Überzeugung gemeint, Situationen beherrschen zu können. Um diese Einstellung leben zu können, benötigen Betroffene verschiedene Komponenten wie Handhabbarkeit, Sinnhaftigkeit und Verstehbarkeit. Die pflegerische Arbeit sollte im besten Sinne kohärenzstiftend sein (Schiffer, 2001).

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gesundheitskompetenz, ein Theorieansatz der WHO. Eine reife Stufe von Gesundheitskompetenz umfasst das optionale Handeln. Damit ist gemeint, dass Betroffene aus eigener Kompetenz verschiedene Möglichkeiten wählen können (Kickbusch, et al., 2013).

Professionelle Pflege muss die Patientinnen und Patienten darin befähigen, die Kompetenz zu besitzen, um ihre eigene Gesundheit zu steuern. Unabdinglich für diesen Aufgabenbereich, ist eine professionelle Patientenedukation.

Mitwirkung an fachspezifischen Forschungsprojekten und Umsetzung von fachspezifischen Forschungsergebnissen

Endoskopiepflege ist eine Profession, die auch in Österreich erforscht werden muss. Evidence-based Practice ist das Stichwort. Die pflegerische Arbeit muss benennbar, erkennbar und transparent werden. Die Implementierung der aktuellen Forschungsergebnisse in die Praxis, ist das Fundament der professionellen Endoskopiepflege.

Delegation und Subdelegation

Zeitmangel ist die pauschale Erklärung für alle nicht ausgeführten Tätigkeiten. Zum größten Teil erklärt es die Misere, warum Endoskopiepflegepersonen ihren Kernkompetenzen nicht nachkommen können. Der Personalstand entspricht selten den Empfehlungen der aktuellen Guidelines. Häufig arbeitet eine Pflegeperson pro Raum alleine. Die Aufbereitung des Raumes, die Vorbereitung, die Sedierung, die Assistenz bei Interventionen, die Überwachung der Patientinnen und Patienten, die Nachsorge. Tätigkeiten die laut internationalen Empfehlungen für mindestens zwei Pflegepersonen konzipiert sind, drängen die Endoskopiepflege täglich ans Limit des Möglichen. Nur unter schwierigsten Bedingungen, versucht die Endoskopiepflege, trotz mangelnder Personal- und in weiterer Folge fehlender Zeitressourcen, die Qualität aufrecht zu halten. Trotz Risikomanagement sind permanenter Stress und Zeitdruck jedoch Faktoren, welche Fehler begünstigen und das Personal krank machen. Die Interventionen werden komplexer und aufwendiger. Das Patientenklientel wird stetig multimorbider. Trotz des Wandels hat sich an den Strukturen wie Personalschlüssel, Räumlichkeiten und Dienstzeiten, seit vielen Jahren nichts geändert. Umso wichtiger ist es, den Fokus der Endoskopiepflege neu zu definieren. Um mehr Zeit für die Endoskopiepflege zu schaffen, können viele Tätigkeiten von anderen Berufsgruppen übernommen werden:

  • Die Organisation an das Sekretariat
  • Die Aufbereitung der Räume, zwischen den Untersuchungen und nach Tagesende, an Abteilungshelfer
  • Die Aufbereitung der Endoskope an Pflegeassistenzberufe
  • Bei komplexen Interventionen oder sehr kranken Patientinnen und Patienten, ist anzudenken das Anästhesie Team hinzuzuziehen

Fazit

Viele der beschriebenen Kernkompetenzen, sind bereits ein fixer Bestandteil der alltäglichen Pflegepraxis, jedoch wird diese Arbeit unsystematisch durchgeführt, ist unsichtbar und findet sich nicht in der Pflegedokumentation wieder. Die Gesundheits- und Krankenpflegepersonen müssen sich über ihre professionellen Handlungskompetenzen bewusst sein.  Die Endoskopiepflege hat oft das subjektive Empfinden für ihre eigenverantwortlichen Tätigkeiten keine Zeit zu haben. Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich. Eine Floskel, die wie ein Schlag ins Gesicht sein mag. Doch es liegt auch in der Verantwortung der Pflege, den Zeitbedarf selbständig zu reklamieren. Wir geben den Ärztinnen und Ärzten die Zeit, vor Untersuchungsbeginn mit den Patientinnen und Patienten zu sprechen. Oft muss die Pflege lange Wartezeiten auf das ärztliche Personal aussitzen. Wenn wir dafür Zeit haben, warum dann nicht für unsere pflegerischen Kernkompetenzen? Wenn wir den Ärztinnen und Ärzten die Zeit geben können, dann müssen wir auch uns die Zeit nehmen, um für unseren eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereich Platz zu schaffen. Das Bewusstsein dafür, muss auch in den Fortbildungen und der Weiterbildung geschaffen werden. Auch hier konzentriert sich der Großteil der Wissensvermittlung auf die Assistenzarbeit. Es steht außer Frage, wie wichtig diese Bildungsmaßnahmen sind. Die Kompetenzen bei medizinischer Diagnostik und Therapie, umfassen den größten Teil der täglichen Praxis. Abgesehen davon, charakterisieren sie die Profession der Endoskopiepflege. Die Tätigkeiten im mitverantwortlichen Bereich sind spannend, fordernd und facettenreich. Auch die Kompetenz bei Notfällen, ist ein äußerst wichtiges Arbeitsfeld der Endoskopiepflege, um die Patientensicherheit zu gewährleisten.

Gesundheits- und Krankenpflegepersonen der Endoskopie müssen als eigenständige Profession tätig werden. Andernfalls wird sich über kurz oder lang die Frage stellen, ob die einfache Assistenz nicht auch von billigeren Arbeitskräften, beispielsweise von operationstechnischen AssistentInnen, ausgeübt werden kann. Selbst seit Jahren als Gesundheits- und Krankpflegerin an einer Endoskopieabteilung tätig, bin ich mir über die hindernden Rahmenbedingungen bewusst. Endoskopiepflegepersonen arbeiten täglich am Limit und gegen die Zeit. Gründe sind Personalmangel, enge Handlungsvorgaben und starre Prozesse. Eine wichtige Rolle spielen hier die Führungspositionen, die für die Rahmenbedingungen verantwortlich sind.

Doch was können wir als Endoskopiepflegepersonen aktiv beisteuern?

Markus Golla, Herausgeber von Pflege Professionell schrieb einst: „Wir können nicht darauf warten, dass es andere für uns erledigen, es aber auch nicht metaphorisch mit Heugabeln und Fackeln erstreiten, denn die Zeiten solcher Revolutionen sind vorbei. Wenn uns also keiner rettet und wir es nicht auf einem schnellen Weg erzwingen können, was tun wir dann? Können wir überhaupt eine große Veränderung erwirken, ohne uns selbst zu verändern? Beginnt das ganz Große nicht erst im ganz Kleinen? Wo fangen wir an? Warum sind wir in die Pflege gegangen?“

Es obliegt jeder Endoskopiepflegeperson selbst zu entscheiden, ob sie nur als Assistenzkraft oder als Angehörige einer eigenständigen Profession auftreten und arbeiten möchte.

Literaturnachweis:

ESGENA (2018): About ESGENA. https://esgena.org/about-esgena/

Fumasoli A., Häner G., Eggert A., et al. (2012): Angst professionell erfassen. https://www.unispital-basel.ch/fileadmin/unispitalbaselch/Ressorts/Entw_Gesundheitsberufe/Abteilungen/Publikationen/2012/fumasoli_angst_2012.pdf

Halmilch M. (2017): Recht für Diplom-Pflegepersonal in Ausbildung. Educa Verlag, Wien

Irlbeck T., Zwißler B., Bauer A. (2016): ASA-Klassifikation – Wandel im Laufe der Zeit und Darstellung in der Literatur. Springer Medizin Verlag, Berlin

IVEPA (2018): Interessensverband für endoskopisches Pflegepersonal und Assistenzpersonal Österreich. http://www.ivepa.at

Kickbusch I., Pelikan J., Apfel F., Tsouros Agis (2013): Health Literacy. http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0008/190655/e96854.pdf?ua=1

Norwood S. (2002): Pflege-Consulting – Handbuch zur Organisations- und Gruppenberatung in der Pflege. Verlag Hans Huber, Bern; Göttingen; Toronto; Seattle (1. Auflage).

Schiffer E. (2001): Wie Gesundheit entsteht – Salutogenese: Schatzsuche statt Fehlerfahndung. Beltz Taschenbuch, Weinheim und Basel

Segmüller T., Zegelin A., Bienstein C., et al. (2015): Beraten, Informieren und Schulen in der Pflege. Marbuse-Verlag, Frankfurt am Main

Tilg H. (2018): UEG Week Vienna 2018 – Review. https://www.ueg.eu/epaper/UEG_Week_Congress_Review_2018/

 

 

Denise Schäfer
Über Denise Schäfer 3 Artikel
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (Fachbereich Endoskopie, CED, Hepatologie), Studentin der IMC FH Krems (Advanced Nursing Practice)

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