Erste Wiederbelebung von Herzzellen gelungen

Forscher arbeiten an microRNA-199 - Erfolgreiche Behandlung nach einem Infarkt als Ziel

Herzinfarkt: Forscher reaktivieren abgestorbene Zellen (Foto: kcl.ac.uk)

London (pte001/10.05.2019/06:00) – Forschern am King’s College London http://kcl.ac.uk ist es gelungen, durch einen Infarkt abgestorbene Herzzellen zu ersetzen, zumindest in Schweinen. Dazu haben die Wissenschaftler in die geschädigten Organe kleine Stücke genetischen Materials, genannt microRNA-199, eingepflanzt. Einen Monat später war die Herzfunktion komplett wiederhergestellt.

Tests mit Stammzellen erfolglos

„Das war wirklich aufregend“, sagt Forschungsleiter Mauro Giacca. „Nach zahllosen Versuchen, abgestorbene Herzzellen mithilfe von Stammzellen zu ersetzen, haben wir jetzt bei einem großen Tier erstmals Erfolg gehabt.“ microRNA-199 stimuliert die nicht mehr aktiven Herzzellen und regt sie zum Wachstum an.

Dass der Versuch an Schweinen gelungen ist, lässt für die Zukunft hoffen. Denn Schweine haben die gleiche Herzanatomie und -physiologie wie Menschen. „Es wird allerdings noch eine Weile dauern, ehe wir mit klinischen Studien an Menschen beginnen können“, warnt Giacca vor verfrühten Hoffnungen. „Wir müssen noch lernen, das genetische Material richtig zu handhaben“, so der Mediziner.

Der Heilige Gral für die Medizin

„Eine Behandlung, die dem Herzen hilft, sich zu regenerieren, wenn Gewebe abgestorben ist, ist wie der Heilige Gral für Mediziner“, jubelt Professor Ajay Shah von der britischen Herzstiftung http://bhf.org.uk , der auch Chef der Kardiologie am King’s College London ist. Die Arbeit seines Kollegen Giacca zeige erstmals in überzeugender Weise, dass eine Reparatur von Herzzellen weit mehr sei als ein Wunschtraum.

„Wir sind heute zwar noch nicht in der Lage, menschliche Patienten zu behandeln“, so Shah. Doch er sei sicher, dass das Team um Giacca in der Lage ist, die Methode fortzuentwickeln, sodass Menschen behandelt werden können. Bei einem Infarkt werden Teile des Herzgewebes nicht mehr mit Blut versorgt. Wenn die Blockade eine Weile anhält, sterben die vom Blut und damit vom Sauerstoff abgeschnittenen Zellen ab. Es bleiben Narben zurück, sodass das Herz nicht nur geschwächt wird. Es besteht auch die Gefahr, dass es dadurch später zu einem Totalversagen des Organs kommt.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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