Erstbesucherin am Deutschen Pflegetag vom 23. – 25.03.2017 in Berlin

Seit 2013 wäre ich gerne zum Deutschen Pflegetag nach Berlin gefahren, 2017 habe ich es nun endlich in die Tat umgesetzt. Resümee: unbedingt Wiederholungstäterin werden.

Der Deutsche Pflegetag war für mich ein berufspolitisches Lehrstück. Als besonders positives Beispiel ist die flammende Grundsatzrede von Andreas Westerfellhaus zu nennen. Bundesminister Gröhe versuchte den aktuellen Eiertanz um die Reform der Pflegeberufe in Worte zu fassen und Staatssekretär Laumann erklärte seinen Standpunkt ganz simpel: „…und wissen Sie, warum ich für Pflegekammern bin? Weil überall, wo in Deutschland über Pflege gesprochen wird, keine Pflege am Tisch sitzt!“. Wichtig war auch die Gelegenheit z. B: mit Bundestagsabgeordneten Irlstorfer zum Thema Pflegeberufereformgesetz ins Gespräch zu kommen. Er hatte zuvor zwei Reihen vor mir die Rede des Präsidenten des Deutschen Pflegerates mit provokativen Gesten begleitet.

Unterirdisch war die Podiumsdiskussion der gesundheitspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen. Alleine Haltung, Gestik und Mimik drückten Desinteresse am Austausch und an der Meinung des Fachpublikums aus. Die Ausführungen der einzelnen Abgeordneten, disqualifizierten ihre Wählbarkeit, wenngleich in unterschiedlicher Ausprägung. Es stellt sich die Frage, welche Qualifikationen zu dem Amt der gesundheitspolitischen Sprecher führen. Mit einer plumpen, ultrakurzen und zusammenhangslosen Überleitung kam der Moderator der Podiumsdiskussion Hans Meiser schließlich von der hochemotionalen Kammer- und Generalistikdiskussion auf das Thema Sexualassistenz zu sprechen. Diese mangelnde Sensibilität war schier nicht mehr aushaltbar, so dass ich zu diesem Zeitpunkt die Diskussion und den Saal verlassen musste.

Der Austausch mit anderen berufspolitisch interessierten Pflegenden war sehr motivierend. Es war sehr bereichernd sich kennen zu lernen bzw. wieder zu treffen und in den fachlichen Austausch zu kommen. Eine hervorragende Gelegenheit Informationen über die Entwicklungen und Herausforderungen anderer Bundesländer zu erhalten und Einblicke in die bayerische Nicht-Kammer Diskussion zu geben.

Am Freitag, 24.03.2017 gegen Mittag dann das persönliches Highlight: Am Stand der Pflegekammer Rheinland-Pfalz habe ich die freiwillige Mitgliedschaft unterzeichnet. Bis es in Bayern eine Pflegekammer gibt, bin ich nun Mitglied der Pflegekammer RLP. So unterstütze ich die Kolleginnen und Kollegen in RLP beim Aufbau und erhalte alle relevanten Informationen und die Mitgliederzeitschrift, von der ich mir das erste Exemplar gleich direkt mitgenommen habe.

Fazit: Am Deutschen Pflegetag in Berlin habe ich die Kolleginnen und Kollegen deutlich politisch agierend erlebt. Ich freue mich, wenn es zukünftig ganz selbstverständlich ist, dass Pflegende sich in das politische Geschehen einbringen und auch Ämter auf allen politischen Ebenen einnehmen. Frei nach dem Motto: „Die Pflege hat die Wahl“ und das wird sich besonders im Wahljahr 2017 zeigen!

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Über Claudia Hauck 1 Artikel
Claudia Hauck, MScN, Caritas-Gemeinschaft für Pflege- und Sozialberufe Bayern e. V., München

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