Eine systematische Überprüfung und Metaanalyse veröffentlichter Forschungsdaten zu Todesfällen durch COVID-19-Infektionen

11. November 2020 | Covid19 | 0 Kommentare

Eine wichtige Unbekannte während der Pandemie der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) war die Infektionssterblichkeitsrate (IFR). Dies unterscheidet sich von der Sterblichkeitsrate (CFR) als Schätzung der Anzahl der Todesfälle und als Anteil an der Gesamtzahl der Fälle, einschließlich der milden und asymptomatischen Fälle. Während der CFR für Experten äußerst wertvoll ist, wird IFR zunehmend von politischen Entscheidungsträgern und der Laien als Schätzung der Gesamtmortalität von COVID-19 gefordert. Zum Vergleich: Die Infektionssterblichkeit der Grippe 2018/19 in den USA betrug 0,05%*

Methoden
Pubmed, Medline, SSRN und Medrxiv wurden am 25.04.2020 mit einer Reihe von Begriffen und Booleschen Operatoren durchsucht und am 14.05.2020, 21.05.2020 und 16.06.2020 erneut durchsucht. Die Artikel wurden von beiden Autoren auf Aufnahme geprüft. Die Metaanalyse wurde in Stata 15.1 unter Verwendung des Metan-Befehls durchgeführt, basierend auf IFR und Konfidenzintervallen, die aus jeder Studie extrahiert wurden. Google / Google Scholar wurde verwendet, um die graue Literatur zu Regierungsberichten zu bewerten.

Ergebnisse
Nach Ausschlüssen wurden 24 Schätzungen des IFR in die endgültige Metaanalyse aus einer Vielzahl von Ländern aufgenommen, die zwischen Februar und Juni 2020 veröffentlicht wurden.

Die Metaanalyse ergab eine Punktschätzung der IFR von 0,68% (0,53% –0,82%) bei hoher Heterogenität (p <0,001).

Fazit
Basierend auf einer systematischen Überprüfung und Metaanalyse der veröffentlichten Evidenz zu COVID-19 bis Juli 2020 beträgt die IFR der Krankheit in allen Populationen 0,68% (0,53% –0,82%). Aufgrund der sehr hohen Heterogenität in der Metaanalyse ist es jedoch schwierig zu wissen, ob dies eine völlig unvoreingenommene Punktschätzung darstellt. Es ist wahrscheinlich, dass aufgrund des Alters und möglicherweise der zugrunde liegenden Komorbiditäten in der Bevölkerung an verschiedenen Orten aufgrund der Krankheit unterschiedliche IFRs auftreten. Angesichts von Problemen bei der Erfassung der Sterblichkeit ist es auch wahrscheinlich, dass dies eine Unterschätzung der tatsächlichen IFR-Zahl darstellt. Weitere Untersuchungen zur altersstratifizierten IFR sind dringend erforderlich, um die Politikgestaltung an dieser Front zu informieren.

Zur Studie: LINK

*Hintergrundsinformation Grippe

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)