Eine Chronologie des Corona-Quartetts

(C) Andrey Popov

Üblicherweise vermeide ich weitere Folgen dieser vermeintlich kritischen Sendung in der drei Personen mit der Meinung „Corona ist nur eine Grippeund die Regierung ist böse“ auf eine Person „Corona ist doch gefährlich“ einreden. Heute ist jedoch die Pflege eingeladen.  Daher schaue ich mir die Sendung doch noch einmal an – im Videostream.

Personen, die mich mit Angstszenarien konfrontieren, Videoclips senden, bei denen es nicht möglich ist, die Evidenz dazu zu finden, den Staatsfunk vermeiden und stolz auf die positiv getesteten Menschen sind, die ihre Kontakte nicht angeben sind zum Glück nur sehr wenige. Was sie verbindet ist das Sehen von Servus TV. Darum höre ich dieses Mal noch genauer hin und schreibe mit. Es beschäftigt mich schon lange, warum Menschen sich gegen Maßnahmen stellen und stolz darauf sind. Es macht mir Sorge, dass wir so die Pandemie nicht in den Griff bekommen.

Corona-Quartett: Welchen Schaden verursacht der Lockdown?

Eine Rekonstruktion und kritische Gedanken

Gleich ganz zu Beginn Moderator Hr. Fleischhacker: Der Corona-Krisenstab in Darmstadt (Hessen) hat verschärfte Maßnahmen verordnet. In der Darmstädter Innenstadt ist das Rauchen, Trinken und Essen verboten. Diese Meldung wäre wegen des Terroraktes in Wien beinahe untergegangen, meint er. „Ein Verbot, das möglicherweise auch in Österreich bald Schule machen könnte!“ Auch heißt es vielerorts, dass das Gesundheitssystem vor dem Kollaps stünde. Hr. Fleischhacker fragt: „Ist das so oder macht uns allein die Angst vor Corona krank?“

Ich frage mich: Was möchte mir Hr. Fleischhacker sagen? Warum wäre es schlimm gewesen, wenn die Meldung aus Darmstadt mir nicht durch ihn bekannt geworden wäre? Warum zieht er Schlüsse von Darmstadt nach Österreich. In Baku darf man ab 60 das Haus nicht verlassen und wird durch die Regierung kontrolliert. In Bern haben die Restaurants noch bis 23.00 Uhr geöffnet. Warum Darmstadt?
Der Terrorakt in Wien hat mich mehr beschäftigt als eine Meldung in irgendeiner deutschen Stadt. Warum tut er so, als würde er kritisch fragen, ob unser Gesundheitssystem vor dem Kollaps steht? Mir scheint es mehr ein „in Frage stellen“ zu sein – ob das schon stimmt was gesagt wird oder ob es vielleicht gelogen ist? Ich habe auch keine Angst vor Corona, die mich krank macht.

Es geht weiter: die Gäste werden vorgestellt, in gewohnter Manier. Drei mit einer Meinung, eine Person mit einer anderen Meinung, dieses Mal ist es die Pflege.

Die Gästevorstellung untermalt mit leicht dramatischer Musik beginnt: Eine Bürgerrechtlerin, die in einem totalitären System zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Durch die harten Corona-Maßnahmen fühlt sie sich an die düsteren DDR-Zeiten erinnert und warnt vor einem Verlust der Grund- und Freiheitsrechte. Die nächste Warnung kommt von dem geladenen Psychologen und Mediziner. Er warnt vor dem dramatischen gesundheitlichen Kollateralschaden, der durch überzogene Maßnahmen entsteht. Übersteigerte Ängste und das Fehlen sozialer Beziehungen können langfristig großen Schaden anrichten. Die eingeladene Pflegefachkraft fordert aufgrund steigender Fallzahlen ein rasches Eingreifen der Politik, den ohne zusätzliches Personal droht bald der Zusammenbruch. Hr. Bhakdi erklärt, warum die Panikmache übertrieben ist.

Ich frage mich: warum beginnt eine kritische Diskussion mit dem Hinweis auf ein totalitäres System und Diktatur? Totalitäres System, Verlust der Grund- und Freiheitsrechte, dramatische gesundheitliche Kollateralschäden, steigende Fallzahlen und übertriebene Panikmache. Was will mir diese Einleitung zur Sendung sagen?

Es beginnt die Bürgerrechtlerin: Politiker sollten beruhigend einwirken, es passiert das Gegenteil. Wir werden mit Horrormeldungen seit Wochen überschwemmt. Vergleiche zu Toten durch Krankenhauskeime werden gezogen und auch die WHO meint die Pandemie ist nicht so schlimm wie befürchtet. Vorwiegend sind nur ältere Menschen mit Vorerkrankungen betroffen. Die Zahlen der infizierten Menschen stimmen nicht, weil auch nicht erkrankte Menschen (positiv getestet) mitgezählt werden. Die ganze Bevölkerung wird in Angst und Schrecken versetzt. Die psychologischen Folgen sind verheerend. Solche Maßnahmen wären nicht einmal in der DDR möglich gewesen. Sie ist fassungslos, dass die Bevölkerung die Verbote so ruhig hinnimmt. Sie selbst sei sensibel was das Nahen einer Diktatur betrifft. Gaststätten, Hotels, Theater und Museen sind alles keine Infektionsherde, trotzdem wurden diese geschlossen. Der zweite Lockdown wird in Deutschland nicht mehr akzeptiert, weil die Menschen anfangen nachzudenken.

Auch ich bin fassungslos. Ängste einzelner Personen sind legitim, aber was ist der Sinn diese Ängste einzelner Personen medial breit in die Bevölkerung zu tragen, ohne diese zu hinterfragen. Diese missbräuchliche Berufung auf Grund- und Freiheitsrechte wird gut begründet kritisiert. Grund- und Freiheitsrechte können nicht willkürlich von einzelnen Personen ohne Achtung auf andere Bürger in Anspruch genommen werden. Es gäbe zu allem was gesagt wurde viele kritische Punkte, aber das scheint hier nicht das Ziel zu sein. Ganz im Gegenteil. Der Bezug zu totalitärem System wird von Hrn. Fleischhacker verstärkt. Aussagen und Annahmen über Corona- Kommunikation, Maßnahmen und Vergleiche unkommentiert stehen gelassen und suggeriert: Wer nachdenkt akzeptiert die Maßnahmen nicht!


Es geht weiter mit dem Verlust des Vertrauens der Bürger in die Regierung und der Frage, warum dies so ist. Ich frage mich warum sich Hr. Fleischhacker nicht selbst die Frage beantwortet. Seit September wird im Corona-Quartett das Spiel „die böse Regierung“, „was macht die Kommunikation der Regierung mit uns“ gespielt und Menschen eingeladen, die durch anekdotische Erzählungen und fragwürdige Faktendarstellungen die Maßnahmen dauerkritisieren. Servus TV bedient in noch weiteren Formaten diese Art von fadenscheiniger „konstruktiver“ Kritik. Warum kenne ich hauptsächlich Servus TV-SeherInnen die das Vertrauen verloren haben. Ui- ich habe vergessen: Wenn man zu den Menschen gehört, die nachdenken, dann muss man das so sehen. Da ich viele der Maßnahmen für sinnvoll halte und mir die Regierung gar keine Angst macht, gehöre ich wohl zu dem Teil der Menschen, die nicht nachdenken.

Nun meldet sich Hr. Bhakdi zu Wort: Die Gefährlichkeit von Corona ist vergleichbar mit der Grippe und Punkt. Hier höre ich zum ersten Mal einen Einwand von Hrn. Fleischhacker. In der Studie von Ioannidis (allein um die Fachkritik dieser Studie nachzulesen bräuchte ich jetzt wieder Stunden, um mir ein gutes Bild zu machen) wird sehr wohl darauf verwiesen, dass es bestimmte Gruppen gibt für die Corona gefährlicher ist als die Grippe.

Nein, dem widerspricht Hr. Bhakdi. Ab dem 75 Lebensjahr sei die Wahrscheinlichkeit an Corona zu versterben 10 bis 15 Mal höher als bei einem Grippevirus, entgegnet Hr. Fleischhacker in Bezug auf die zuvor genannte Studie. Hr. Bhakdi ist verärgert, weil immer alle Corona positiv getesteten Menschen als Corona-Tote gezählt werden, dass sollte verboten werden und ist eine Verdummung des Volkes. Nun plädiert Hr. Fleischhacker auf Meinungsfreiheit, mit dem Hinweis „Wir die wir kritischer sind, möchten auch nicht das Meinungen verboten werden, die man für falsch hält.“

„Wir die wir kritischer sind.“ Wen meint Hr. Fleischhacker damit? Das Corona-Quartett oder die „Menschen, die nachdenken“ und den Maßnahmen nicht folgen oder Servus TV? Ist das jetzt bewusste Manipulation oder glaubt das Hr. Fleischhacker wirklich selbst? Wenn ja, dann habe ich eine andere Vorstellung davon was „kritisch“ bedeutet?

Die Bürgerrechtlerin wirft ein: Was heißt MIT oder AN Corona verstorben, hier wird nie unterschieden! Hr. Bhakdi bemerkt, dass Hr. Ioannidis das nicht unterscheiden konnte. 90% der gezählten Corona-Toten sind aber nicht an Corona verstorben, sondern an etwas anderem.

Die Aussage von Hrn. Bhakdi zur CDC und den 90% müsste überprüft werden. Auf der Webseite von CDC bin ich nicht so schnell fündig geworden. Tatsache ist, dass nur eine Obduktion aussagekräftig ist.  Auf der Seite der Gesellschaft der Deutschen Pathologie e.V. finden sich Links zu weiterführender Literatur. Hier sind die Ergebnisse von Studien sehr gegensätzlich zu dem, was Hr. Bhakdi sagt. In einer Mehrzahl der untersuchten Fälle war die COVID-19 Erkrankung die Todesursache [1]

Hr. Fleischhacker wechselt nun das Thema und wendet sich wieder der ersten Interviewpartnerin zu.  Wie sie die Lage einschätze zwischen der Corona-Situation und der Wahrscheinlichkeit und Häufigkeit von Terroranschlägen und ob es da nicht einen plausiblen Zusammenhang gibt?

Ich frage mich: Welche Expertise hat die Interviewpartnerin, außer irgendwelche Vermutungen um diese Frage zu beantworten und was will Hr. Fleischhacker mit dieser Frage suggerieren. Die Terrorgefahr steigt wegen der Corona-Situation?

Die Bürgerrechtlerin erzählt von Ausschreitungen in Neuburg, mit dem Hinweis, dass hier Migranten beteiligt waren.

Ausschreitungen in Neuburg? Ich mache mich gleich im Internet auf die Suche. Gefunden habe ich eine Demonstration von 200 Menschen gegen die Maskenpflicht für Kinder. Ausschreitungen mit Migranten in Neuburg konnte ich nicht finden.

Die Bürgerrechtlerin ist beunruhigt, da Polizei und Bundeswehr eingesetzt werden, um die Einhaltung der Corona-Maßnahmen zu kontrollieren. Im Hintergrund laufen gleichzeitig Bilder von schwer bewaffneten Polizisten die Gebäude stürmen und Ansammlungen von Polizeiautos mit Blaulicht. Menschen laufen weg und ein Polizist verschanzt sich hinter einer Häuserecke und hebt die Waffe.

So werden Corona-Maßnahmen in Deutschland kontrolliert? Die Bilder kommen mir bekannt vor. Ich spule das Video noch einmal zurück. Die gleichen Bilder wurden eine Minute vorher gezeigt – es sind Bilder aus Wien während dem Terroranschlag. Warum zeigt man diese Bilder von schwer bewaffneten Polizisten und weglaufenden Menschen noch einmal, während die Dame ihre Besorgnis von Polizei- und Bundeswehrkontrollen ausspricht?

Zurück zur Dame: Weil Polizei und Bundeswehr Corona-Maßnahmen kontrollieren, wird die Aufmerksamkeit auf Corona gelenkt und weg vom Terrorismus. In Berlin und in anderen deutschen Städten haben Islamisten demonstriert, da sie die Enthauptung des französischen Lehrers eine tolle mutige Tat fanden und die Polizei war nicht da, weil sie gerade mit der Kontrolle von Corona-Maßnahmen beschäftigt waren.

Ich recherchiere nach. Ich werde fündig:  eine Demonstration in Neukölln. Zwischen den Demonstranten sieht man Männer und Frauen in Uniform. Am Rücken mit großer Schrift POLIZEI. Ich verstehe nicht, warum die Dame solche Behauptungen aufstellt, aber vielleicht ist mir bei der Recherche auch etwas entgangen. Zu behaupten es steigt der Terrorismus, weil die Polizei möglicherweise mit den Corona-Demonstrationen beschäftigt ist, wäre jedoch genauso bei den Haaren herbeigezogen.

Kleine Anschläge gab es in Deutschland schon die ganze Zeit, die aber verhindert werden konnten z.B. der Nagelbombennaschlag in Köln/Deutz im September dieses Jahres und der Angriff auf einen Mann in Gera.

Davon habe ich noch nichts gehört, also recherchiere ich nach. Ich werde fündig: Eine karton-ähnliche Bombe wurde in einem leeren Zug in Köln/Deutz von einer Reinigungskraft gefunden. Man fand auch den Täter – es war ein 21-jähriger Syrer. Die Bombe war nicht funktionstüchtig und das war auch nicht das Ziel. Der Mann wollte Aufmerksamkeit erregen und hat aus Unzufriedenheit mit seiner prekären sozialen Lage gehandelt. Ein extremistisches oder terroristisches Motiv konnte nicht nachgewiesen werden und es wurde wegen Vortäuschung einer Straftat ermittelt. Die Messerattacke in Gera finde ich auch. Eine schwer zu verurteilende Straftat, aber keine Antwort auf die Frage zum Zusammenhang von Corona-Situation und Terrorwahrscheinlichkeit.

Die Bürgerrechtlerin betont nun nochmals, man wüsste nicht wieviel Todesopfer der Nagelbombenanschlag gefordert hätte, wenn dieser geglückt wäre.

Hat sich die Dame nicht weiter informiert oder lügt sie hier bewusst? Es ist ganz einfach zum Nachrecherchieren. Keine Toten hätte es gefordert, denn die Bombe war nicht funktionstüchtig und auch nicht so gedacht. Hr. Fleischhacker nimmt alle Aussagen, ohne zu hinterfragen hin. Es ist leider so, dass immer wieder, Terroristen oder Fundamentalisten Angriffe ausüben, Einzeltäter und Gruppen. Das ist traurig und nicht entschuldbar. Aber hier einen Zusammenhang zwischen den Corona-Maßnahmen und einer gesteigerten Terrorismusgefahr herzustellen, auf Basis irgendwelcher Vermutungen einer Interviewpartnerin mit falschen Aussagen erscheint mir sehr fragwürdig. 

Jetzt sind 14.30 Minuten der Sendung vergangen. Schreckensbilder von bewaffneten Polizisten, Bedrohungsszenarien durch Islamisten, steigende Terrorgefahr, Hinweise zu Diktatur und totalitären Systemen, Kritik an irreführenden Corona-Zahlen, Verdummung der Bevölkerung und das postuliert von Menschen die „kritischer“ denken. Die Horrorszenarien, die bisher im Corona-Quartett gezeichnet wurden, könnten Angst machen. Mehr Sorge macht mir jedoch das unkritische, einseitige und manipulativ-wirkende Format der Sendung.

Nun wird zum Psychologen übergeleitet. Mit einer wie immer „kritischen“ Frage durch den Moderator?  

Sieht auch der Psychologe einen Zusammenhang zwischen der Corona-Lage und der Wahrscheinlichkeit von Anschlägen, weil die Aufmerksamkeit woanders liegt? Das ist plausibel meint der Psychologe und Mediziner.

Warum ist das plausibel? Hr. Fleischhacker fragt auch nicht nach. Der Zusammenhang zwischen der Corona-Krisenlage und der erhöhten Wahrscheinlichkeit von Terroranschlägen wird als plausibel angenommen. Ich habe die Plausibilität nicht verstanden, empirische Befunde habe ich auch noch keine gehört.

Der Psychologe und Mediziner möchte auch nicht weiter darauf eingehen, sondern auf den medizinischen Skandal und möchte andere Zusammenhänge deutlich machen – nämlich die Angst vor diesem Virus, die uns krank macht. Hr. Fleischhacken weist noch einmal auf den Expertenstatus des Psychologen und Mediziners hin.

Was ist der Expertenstatuts des Herren? Das interessiert mich. Er ist Mediziner und Psychologe und arbeitet an der Medizinischen Universität Innsbruck. Auch zu finden ist, dass sich der Herr bei der „Initiative für evidenzbasierte Corona-Information“ engagiert.  Eine Gruppierung die Regierungsmaßnahmen scharf kritisiert, wissenschaftlich jedoch umstritten ist. Nun werde ich neugierig. Wer ist die Interviewpartnerin, mit der das Corona-Quartett begonnen hat. Sie ist Bürgerrechtlerin und Publizistin. Die Süddeutsche Zeitung schreibt, dass sie von ihrem eigenen Ehemann während der DDR-Zeiten für die Stasi bespitzelt wurde. Gemäß Wikipedia und deutschen Tageszeitungen, die über sie berichten, engagiert sich die Bürgerrechtlerin rund um die AFD, bestreitet die Klimaerwärmung und publiziert in rechtskonservativen und neurechten Medien. Zurück aber wieder zum Psychologen und Mediziner:

Er referiert über die positiven Seiten der Angst. Wenn Angst jedoch chronifiziert, wenn Angst in Panikreaktionen übergeht, wenn Traumatisierungen stattfinden dann wird unser Immunsystem geschwächt. Zum besseren Verständnis fasst Hr. Fleischhacker zusammen: Beim ersten Lockdown als die Angst aktiviert wurde, war es noch okay, aber bei einem zweiten Lockdown wird es also problematisch. Nein, es ist nicht der zweite Lockdown, antwortet der Psychologe. Die Angst hat sich schon viel früher manifestiert, das sieht man an der Maße der Menschen die verängstigt ist und noch verängstigter werden wird. Die schlechten Funktionsstörungen des Immunsystems würde er schon viel früher annehmen als jetzt erst im zweiten Lockdown, aufgrund dessen was in den letzten Monaten in der Bevölkerung passiert ist. Und es wird noch schlimmer werden, Angst und Panik wird noch viel schlimmer werden!

Was ist mit der Maße der Menschen im Sommer passiert? In meinem Umfeld sind viele Menschen in Sorge, aber nicht ängstlich oder verängstigt. Sie versuchen die Situation besonnen zu meistern. Richtig Angst haben aber diese Menschen, die sich das Corona-Quartett und Servus TV ansehen. Dafür habe ich keine empirische Studie und die gibt es auch nicht (wäre aber interessant), aber sehe es in meinem Umfeld, dass die Wahl der Medien den Umgang mit der Pandemie und Ängste beeinflusst. Wenn, wie der Herr sagt, Angst sich sehr negativ auf unser Immunsystem auswirkt, warum wird seit 15 Minuten nichts anderes getan, als Angst zu fördern. Bisher habe ich noch nichts Beruhigendes, Hilfreiches oder Konstruktives gehört nur: überzogenen Maßnahmen, Diktatur, erhöhte Terrorismusgefahr, irreführend Corona-Zahlen, Angst- und Panikmache der Regierung, massenhaft verängstigte Gesellschaft usw. .

Nun hat Hr. Fleischhacker eine neue Idee. Gibt es bei der Angstsymptomatik, ähnlich wie bei Corona, eine Risikostratifizierung. Sind junge Menschen genauso betroffen wie ältere Menschen oder gibt es da einen Unterschied. Der Mediziner und Psychologe verweist auf eine Studie der Sigmund Freud Universität bei der 1000 Österreicher und Österreicherinnen befragt wurden. Die Studie zeigt, dass Frauen, junge Menschen und ärmere Menschen besonders gefährdet sind in der COVID 19 Krise ängstlich zu sein. Ältere Menschen haben weniger Angst.

Leider gibt es keine Hinweise welche Studie der Herr meint. Gut ich versuche mein Glück auf der Homepage der Sigmund Freud Privatuniversität und durchsuche die „Research Projekt Database“. Suchbegriff COVID und finde 10 Ergebnisse: zum Einsatz von Vitaminpräparaten bei SARS-CoV-2 positiv getesteten Personen; zum Einfluss des Shutdowns auf den mentalen Status von systemrelevanten Berufsgruppen;  COVID und traditionelle chinesische Medizin; COVID und Gefängnisse und Artikel zum Verfassungsrecht und Psychotherapie. Welche Studie könnte der Herr meinen? Also zweiter Versuch. Suchbegriff Corona: Jetzt gibt es vier Ergebnisse, aber die gleichen Dokumente wie vorher. Leider kann ich die Aussagen nicht überprüfen.  

Könnten die jungen Menschen – die von Corona ja gar nicht betroffen sind – durch die Angstsymptomatik zur Risikogruppe werden, mutmaßt nun Hr. Fleischhacker. Auf dem Hintergrund einer mächtigen psychosozialen Situation einer soziokulturellen Problematik die wir gerade haben, eine Angstmache und Panikmache die von ganz oben kommt, könnte sich der Mediziner und Psychologe vorstellen, dass auch Immunsuppressionen bei jüngeren Menschen stattfinden. Besonders bei jenen die bereits chronisch gestresst sind. Gesunde sicher gebundene Menschen trifft es wahrscheinlich weniger, sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen. Sorgen macht sich der Psychologe um die Menschen die schon vor der Krise entsprechend gestresst waren.

Herr Fleischhacker weist auf den Zusammenhang von Gesundheit und soziökonomischen Status hin und es sei ja eine Binsenweisheit der Gesundheitsforschung, dass eines der größten Gesundheitsrisiken Arbeitslosigkeit und soziale Deprivation ist. So viele Arbeitslose und Menschen in Kurzarbeit wie wir jetzt haben, haben wir noch nie gehabt, betont dabei der Moderator.

Hilfe!! Zu Terrorismus, Diktatur, irreführenden Corona-Zahlen, chronischer massenhafter Angst, kommt jetzt auch noch die Arbeitslosigkeit, soziale Deprivation und Panikmache von „denen ganz oben“ dazu.

Es wird noch schlimmer und das Drama kommt erst noch, meint der Psychologe. Wir haben jetzt schon soziale Probleme zu beklagen, man kann ganz klar sagen: „Je komplexer der ähm –  je komplexer die Entität biopsychsozial – also je höher je soziokulturell jetzt und mächtiger der Einfluss auf unser Immunssystem d.h.  für meine Begriffe macht Soziales und Kulturelles krank….“ und deswegen kann er sich gut vorstellen, dass die gestressten junge Menschen nun anfälliger werden eine COVID-19 Erkrankung zu bekommen.

Das habe ich jetzt nicht verstanden. Ich höre mir diesen Teil noch einige Male an, aber es ist für mich nicht ganz so klar, wie der Herr gemeint hat. Ich habe, die Begründung warum nun gestresste junge Menschen anfälliger seien nicht verstanden. 

Wir haben eine dritte Gruppe. Wir haben die Vorerkrankten als besondere Risikogruppe, wir haben die alten Menschen und haben jetzt mindestens eine dritte Gruppe: „die chronisch Gestressten“ und zwar durch die ganze Alterspyramide. Auch das seien Langzeitfolgen der Erkrankung. Absolut sind das Langzeitfolgen bestätigt Hr. Bhakdi. Die Jüngeren, Gestressten und Ängst…. – (hier stoppt Herr Bhakdi und bessert sich aus) – die Verängstigten, erkranken vielleicht wirklich häufiger. Aber: Weil sie diese Masken tragen. Hier springt die Bürgerrechtlerin ein, dass es ganz besonders schlimm ist für Kinder, die gezwungen werden, diese Masken zu tragen. Das ist der größte Skandal. Hier fragt Hr. Fleischhacker, wie sie es erlebt, ob ältere Menschen weniger Angst haben. Dem sei so, aber sie fragt sich was den Kindern und Jugendlichen momentan angetan wird, mit Maskenschutz und verängstigten Lehrern, die sich fürchten von den Schülern angesteckt zu werden.

Bhakdi: Ein Verbrechen! Es ist ein Verbrechen! Mediziner haben gelobt, ihr Wissen nicht zur Verletzung der Menschenrechte und bürgerlichen Freiheiten anzuwenden. Was jetzt passiert ist das Ärzte, viele „von unseren sogenannten Kollegen“ es sogar befürworten, dass Kinder einer Gefahr ausgesetzt werden die bekannt ist. Das ist doch bekannt. Jeder der Medizin studiert hat, weiß doch, dass die CO2 Konzentration hinter dieser Maske auf ein Mehrfaches steigt, als es am Arbeitsplatz von einem Arbeitnehmer in Deutschland überhaupt erlaubt ist. Und wer das leugnet dem muss sofort die Approbation genommen werden. Die CO2 Konzentration steigt – die Kinder werden vergiftet.

26 Minuten vergangen. Zu Terrorismus, Diktatur, irreführenden Corona-Daten, Angst- und Panikmache durch die ganz oben, kommt nun eine dritte Risikogruppe hinzu, Arbeitslosigkeit, soziale Deprivation und unserer Kinder werden in verbrecherischer Weise durch die Masken vergiftet. Als Philosophin die seriöse Argumentation und Wissenschaftstheorie als Grundlage im Studium erlernt hat, als Mensch der viel im Ausland gelebt hat und als Mutter ist es kaum mehr erträglich weiter zuzuhören. Ich weiß wie man besonnen und auch resilient durch so eine Zeit gehen kann und das Kinder in dieser Situation auch viel lernen können. Meine Kinder stört die Maske nicht und mir sind auch noch keine Vergiftungserscheinungen an ihnen aufgefallen. Es macht mir Sorge, wenn Eltern die Angst, die hier seit 26 Minuten heraufbeschworen wird, möglicherweise auf ihre Kinder übertragen. Ich habe Krieg erlebt, in Feldlazaretts für Flüchtlinge, in Ländern nach Diktaturen und in Ländern wie Jemen und Afghanistan gelebt und gearbeitet. Eine Pandemie ist für uns alle herausfordernd, aber meine Kinder wissen, wie glücklich sie sich immer noch schätzen können in einem Land wie in Österreich zu leben. Meine aserbaidschanischen Freunde haben keine Wahl zu demonstrieren, ob sie das Handy für Meldungen and die Regierung nutzen oder nicht, wann und ob sie das Haus verlassen. Das wurde von der Regierung bestimmt und Punkt. Eine Diskussion in den Medien – davon braucht man gar nicht zu reden. Auch in mir steigt der Ärger, denn unser Recht auf Freiheit wird von manchen Menschen missbraucht. Freiheit heißt auch Verantwortung.

Endlich zur Pflege- der Grund warum ich mir die Sendung ansehe.

Hr. Fleischhacker lenkt nun auf die Pflege über – mit der Frage, dass man ja hört, dass beim Personal in Krankenhäusern auch jüngere Gruppen anfällig sind und ob dies möglicherweise mit der Angst- und Stresssituation in denen sich das Personal befindet zusammenhängt.

Wir brauchen viele junge Menschen, die in die Pflege kommen, aber die kommen nicht, antwortet die Vertretung der Pflege. Hr. Fleischhacker versucht seine Frage noch einmal zu stellen: ob die Anfälligkeit der Jüngeren etwas mit dem Stress zu tun habe. Ja die Pflegekräfte haben Stress, sowohl Jüngere wie auch Ältere, nämlich den Stress, dass sie diejenigen sind, die andere Menschen anstecken. Pflegekräfte gehen auch arbeiten, wenn sie nicht ganz gesund sind. Die Verantwortung die Pflegekräfte haben, dass sie die sind die vielleicht jemanden anstecken, dass macht Stress und das macht Angst.

Nach dieser Antwort schwenkt Hr. Fleischhacker etwas unerwartet wieder zum Mediziner und Psychologen. Hr. Fleischhacker möchte nun über Lösungen reden und fragt was kann man tun?

Die die uns Angst und Panik machen sollte man in die Verantwortung ziehen, meint der Psychologe und Mediziner. Er wünscht sich, dass damit aufgehört wird und eine entsprechende Risikokommunikation stattfindet, die sich an realen Fakten orientiert und entsprechend Informationen gibt die auch Menschen wieder aus der Angst herausbringen. Was kann jeder einzeln tun? Hier ist der Mediziner mit der Antwort vorsichtig, aber er hat einen Rat. So viel wie möglich Information aus unterschiedlichen Quellen. Die Angstmachende mediale Situation sollte möglichst vermieden werden. Man sollte sich nicht nur aus einer Quelle informieren und nicht nur von einer Richtung, nämlich den Propagandamedien. Hier wird er von Hrn. Bhakdi bestärkt, dass die Wahrheit gesagt werden muss und nicht Lügen verbreitet werden sollten, dass Menschen ohne Symptome (und damit meint er auch Pflegekräfte) andere Menschen schwer anstecken, weil das nicht wahr ist.

Angstmachende mediale Situationen sollten vermieden werden. Hier würde ich zum ersten Mal ganz und voll zustimmen, nur denke ich, dass der Mediziner und Psychologe andere Formate und Medien meint als ich. Selten habe ich Informationen über Corona gehört die so viel Angst und Panik heraufbeschwören wie das Corona-Quartett selbst. Nun sind 31 Minuten Horrorszenarien gemalt worden, und nicht einmal mit viel gutem Willen, kann hier von Wahrheit und guter Information geredet werden. Ich warte darauf, dass vielleicht doch noch die Pflege zu Wort kommt und fachlich fundierten Aussagen kommen.

Hr. Fleischhacker: Wie ist die Situation in den Krankenhäusern? Stimmt das was von den Gesundheitsbehörden gemeldet wird, dass das Gesundheitssystem vor einer Überforderung steht?

Natürlich funktioniert Journalismus anders und es wird bewusst etwas drastischer dargestellt, aber ich würde eine neutrale Fragestellung bzw. eine wirklich kritische Fragestellung um vieles anregender empfinden, als ein wiederholtes in Frage stellen, also würden die Informationen, die von Regierung und Medien kommen grundsätzlich nicht stimmen.

Nun folgen anekdotischen Erzählungen von Seiten der Pflege: Es kommen Situationsberichte zu uns.  Die Kapazitäten für Corona-Kranke werden enger und werden erweitert. Betten werden für Corona-Patienten frei gemacht.

Diese Chance lässt sich Hr. Fleischhacker nicht nehmen eine schon mehrmals in der Sendung wiederholte kritisierte Tatsache hervorzuheben, dass andere Dinge verschoben werden. Wie das genau in den Krankenhäusern abläuft wird dabei nicht besprochen.

Nun die Frage zur Personalknappheit bei der Versorgung von COVID Patienten. Was macht aus pflegerischer Sicht COVID-19 so anders als andere Atemwegserkrankungen?

COVID-19 ist keine reine Atemwegserkrankung, dass könnte man hier fachlich Hrn. Fleischhacker erklären. Beatmungspatienten die auf dem Bauch gelagert werden und natürlich die Schutzmaßnahmen. Jetzt ist pflegerische Fachkompetenz gefragt.

Pflegefachkräfte können sich selbst anstecken und stehen somit nicht mehr zur Verfügung und es muss mit Schutzausrüstung gearbeitet werden. Die Schutzausrüstung wird von der Pflegevertretung detailliert beschrieben, Mantel, Brille, Haube, Überschuhe, Handschuhe, FFP2 Maske. So müssen die Pflegekräfte den ganzen Tag arbeiten.

Während diesen Erläuterungen seufzt Hr. Bhakdi zutiefst auf und seine heraushängende Zunge sollte vielleicht zeigen, was er von diesen Maßnahmen hält.

Unmenschlich stimmt die Runde in die Beschreibungen der Pflegevertretung ein. Hr. Fleischhacker versucht die Frage nun noch einmal zu formulieren. Warum braucht man außer den Schutzmaßnahmen mehr Pflegekräfte pro Patienten? Warum braucht der Patient mehr als ein „gewöhnlicher Patient“ mit Lungenentzündung?

Der Patient hat mehr Pflegaufwand und Pflegebedarf antwortet die Pflegevertretung, wegen den Schutzmaßnahmen, die an- und ausgezogen werden müssen. Hr. Bhakdi wirft ein: Das einfachste wäre „das Ganze zu stornieren“, es hat sich gezeigt, dass das nichts gebracht hat. Hier stimmt der Psychologe und Mediziner gleich ein, warum müssen die Jungen so was durchmachen, wenn sich sowieso jeder infizieren wird? Hr. Bhakdi: Warum mach man den Fehler mit den ganzen Schutzmaßnahmen noch einmal?

Ich verstehe, dass nun so: Die Pflegkräfte arbeiten unter unmenschlichen Bedingungen und da Schutzmaßnahmen sowieso nichts bringen, sollten Pflegekräfte ohne Schutzmaßnahmen arbeiten. Junge Menschen passiert sowieso nichts und anstecken wird sich sowieso jeder.

Es sind die Vorgaben, antwortet die Pflegevertretung.

Die Vorgaben! Die ganze Runde nickt, bestätigt. Genau das ist das Problem, nicht die Schutzmaßnahmen, sondern diese nutzlosen Vorgaben.

Wir machen die Vorgaben nicht. Wir sind diejenigen die sie ausführen.

Das ist die Antwort der Pflegevertretung!

Nun fragt Hr. Fleischhacker: Findet die Pflegevertretung die Maßnahmen für notwendig.

Die Aufnahme und Zunahme von Patienten muss gestoppt werden, weil die Kapazitäten knapp werden. Es braucht eine Entlastung. Die Zahlen steigen und steigen. Es muss etwas gemacht werden.

Der Psychologe und Mediziner schüttelt den Kopf und redet von einem neuen Paradox in der Medizin Hr. Bhakdi redet von falschen Testergebnissen, aber Hr. Fleischhacker lenkt wieder zur Pflegevertretung: Wir stehen genauso überrascht da wie im März und April. Was ist im Sommer passiert, wo doch immer die Rede war vom Schutz der Risikogruppen, Krankenhäuser, Pflegeheime und Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote?

Kurzes Schweigen und Achselzucken. Man hat keine Strategie entwickelt über den Sommer und wieder das Thema Schutzausrüstung. Die gibt es jetzt wenigstens. Aber das Problem sind die steigenden Zahlen bei den erkrankten Menschen mit Symptomen in den Krankenhäusern.

Achselzucken? Man hat keine Strategie entwickelt? Alle Krankenhausbetreiber, Pflege- und Altenheimbetreiber inklusive die verantwortlichen Pflegedienstleitungen und Pflegedirektorinnen haben über den Sommer Schutzkleidung besorgt und sonst nichts? Und was ist mit den Ausbildungs- und Weiterbildungsangeboten – warum kann man Pflegende über den Sommer nicht einfach so schnell ausbilden?

Der Psychologe richtet eine fachliche Frage an die Pflegevertretung. Sind es die Vorerkrankten, die Risikogruppen, die auf den Intensivstationen liegen oder andere Menschen? Er redet auch von Menschen, die die Mortalität sowieso nicht erhöhen würden.

Auf der Intensivstation sind beatmete Corona-Patienten die beatmungspflichtig sind und überwacht gehören. Hr. Bhakdi fragt nach: „Haben Sie viele davon. Wie viele?“ Die Pflegevertretung antwortet mit einer Zahl „die sie gehört habe“ von ca. 400. 400 Corona Intensivpatienten in ganz Österreich? –  bemerkt Hr. Bhakdi.

Noch einmal die Nachfrage von Hrn. Fleischhacker. Sind die Patienten auf den Intensivstationen die Hochrisikopatienten und Hochbetagten und mehrfach Vorerkrankten oder andere Menschen, von denen man bisher geglaubt hat, die nicht so gefährdet sind?

Es sind vorwiegend ältere Menschen mit Vorerkrankungen, aber auch jüngere Patienten mit 49 und 50 die schwer erkranken. Ohne auch nur den Blick zur Vertretung der Pflege hinzuwenden, kommt eine leicht abwertende Bemerkung von der Seite der Bürgerrechtlerin: Sind das Patienten mit oder ohne Vorerkrankungen. Leider kann das die Pflegevertretung nicht beantworten. Eine gute Gelegenheit für Hrn. Fleischhacker darauf hinzuweisen, dass wir keine transparenten Zahlen haben, wer auf den Intensivstationen liegt.

Das mit den Zahlen würde mich auch interessieren, aber in der Runde ist leider niemand eingeladen der erklären kann wie diese Zahlen sind bzw. wo man diese einsehen kann oder warum es die Zahlen womöglich auch nicht gibt. Aber eines frage ich mich schon die letzten Minuten. Es ist immer die Rede von „nur“ vorerkrankten und älteren Menschen. Was ist hier gemeint. Ist das die Position: „Die wären sowieso im nächsten Jahr gestorben“ (dafür bräuchte es aber ein wissenschaftliches Fundament und hier gibt es andere Meinungen) oder ist es die Position: „Diese Toten nehmen wir in Kauf.“

Nun versucht die Vertretung der Pflege auf die Lage in der Langzeitpflege hinzuweisen. Dass es hier Vorgaben gibt, um diese Menschen zu schützen. Es gibt Besuchsvorgaben. Wieder der Hinweis darauf, dass die Mitarbeiter dort FFP2 Masken tragen müssen und sollte es Erkrankte geben muss auch Schutzkleidung getragen werden. Bhakdi wirft ein: So was Sinnloses. Pflegevertretung: Die Grundpflege müsse mit Maske, Handschuhe und Schutzbrillen durchgeführt werden. Mit der Schutzkleidung könne jedoch keine Beziehung zu den Menschen entstehen.

„Es werden die Kranken der Zukunft erschaffen. Schlicht und ergreifend“, wirft der Mediziner und Psychologe ein.

Hr. Fleischhacker ergreift das Wort: Wie lange werden die Pflegekräfte das Durchhalten? Antwort:  Diese seien überlastet und sie sind müde, da sie ständig neue Vorgaben bekommen, wie sie sich und die Leute schützen sollten. Sie sind müde, dass kein Ende in Sicht ist und sehen keine Hoffnung, wann es vorbei ist. Pflege steht nun zusammen und es ist ein Grundprinzip der Pflege: Wir stehen das durch!  Wie es danach aussieht, wie viele Pflegkräfte sagen, dass sie das noch einmal und weiter machen, wird sich weisen.

Die Bürgerrechtlerin weist nun darauf hin, dass es sich ja so anhört, als wären die Vorgaben das größere Problem als die Krankheit. Natürlich sei es so, meint Bhakdi.

Hr. Fleischhacker fragt nun, was die Forderung der Pflegevertretung wäre, um die Lage in diesem Berufsfeld zu verbessern. Wertschätzung, Geld und es folgt eine Kritik an der Pflegelehre. Gehört werden und Mitspracherecht der Pflege wird von der Vertretung der Pflege noch einmal postuliert.

Das mag berufspolitisch relevant sein, aber ist nicht die Antwort auf die akute Situation. Kritik an der vorherrschenden Politik, das passt jedoch gut in das Konzept der Sendung. Befremdlich ist der Ruf nach dem „gehört werden“, da der ÖGKV in die Pflegereform aktuell eingebunden ist. Manches wird nicht gehört, aber so stark wie jetzt wurde die Pflege noch nie in politische Entscheidungen eingebunden: Onlinebefragung, Dialogrunde, eine sehr breit gefächerte erste Task Force Runde der Pflegereform.

„Gehört zu werden“, der Wunsch der Pflege ist das Stichwort für Hrn. Fleischhacker zu Hrn. Bhakdi überzuleiten, der den neuen Lockdown für kriminell hält und ein Verbrechen gegen die Menschheit. Der Lockdown hat nie etwas Positives bewirkt. Es ist ganz klar, dass die zweite Welle nicht da ist und alles wird mit Angst und Panikmache getrieben und getrieben, ganze Berufsstände gehen kaputt und der kleine Mann ist es, der verliert.

Zum Abschluss des Corona-Quartetts zeigt man Bilder von Hrn. Bhakdi und er erzählt seinen Lebensweg. Er bekam den Auftrag von seiner Mutter, dass er den Menschen Ängste nehmen sollte, ihnen Zuversicht und Vertrauen geben und schenken sollte und nur dann wirst du ein guter Arzt sein. Und Du musst dein Leben einbringen in den Dienst der Menschlichkeit.

Hr. Fleischhacker weist in einer seinem Schlussplädoyer daraufhin, dass man in der Wissenschaft im Irrtum voranschreitet und man eine Großzügigkeit für sich selbst und andere Kollegen entwickelt, dass man heute Dinge so sieht, aber man weiß, dass es in Zukunft anders sein kann. Er meint dieses Prinzip scheint momentan in der Auseinandersetzung der aktuellen Situation nicht mehr zu gelten.

Hr. Bhakdi betont, dass er mit seinem medizinischen Wissen nie die Grundrechte der Menschen eingrenzen wird und sie als Mediziner haben die Aufgabe nach Lösungen zu suchen die die Grundrechte nicht einschränken, und wer das nicht tut handelt nicht als Arzt oder als Ärztin. Sie die Ärzte– die etwas davon verstehen – es sei ihr Job, nach Lösungen zu ringen. Die anderen sollten erstmals draußen warten, bis sie fertig sind mit den Beratungen, wobei Hr. Bhakdi differenziert wer mit diesem WIR gemeint ist. Hr. Drosten nicht, denn dieser befürwortet die Entrechtung der Menschen.

Abschließend stellt Hr. Fleischhacker eine Frage, bei der er betont, dass ihn diese Frage wirklich bewegt, ob man sich als Wissenschaftler manchmal denken kann, dass man vielleicht nicht recht hat. Dem stimmt Hr. Bhakdi zu.

Die Vertretung der Pflege war ein Jammerspiel, wobei mir bewusst ist, dass es in diesem Setting schwer ist. Doch sollten sich Vertreter des ÖGKV´s vorher informieren wo und wie sie auftreten, wenn sie in der Öffentlichkeit den Berufsstand vertreten. Aber vielleicht ist es auch „Lesson-Learned“ und in der Woche darauf haben sich Einzelpersonen und der ÖGKV im ORF von einer sehr kompetenten Seite gezeigt.

Gestern den 15.11.2020 war dann noch einmal Corona-Quartett. In gewohnter Manier: Ein Mitglied der „Initiative für evidenzbasierte Coronainformation“ und Hr. Homburg, der immer wieder bei Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen in Erscheinung tritt. Neu war: Hr. Bhakdi war nicht anwesend. Es waren zwei Personen, die die Maßnahmen der Regierung in großen Teilen mittragen (eine davon die Pflege) und es wurde ausnahmsweise heftig diskutiert.  

[1] https://www.pathologie.de/fileadmin/user_upload/Aktuelles/corona/Pressemappe_PK_20.08.2020.pdf

Doris Fölsch
Über Doris Fölsch 1 Artikel
Mag. Doris Fölsch: Philosophin und Ethikerin, Zertifizierte Ethikberaterin im Gesundheitswesen, Leitung Institut für Angewandte Ethik und Organisationsentwicklung OG, Fachbuchautorin, Referentin an verschiedenen Universitäten, Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester

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