Digitale Depression

Wie neue Medien unser Glücksempfinden verändern

Ein wunderschöner Strand im Abendlicht, die Sonne verschwindet am Horizont. Ein ganz besonderer Moment, den man genießen sollte, im Hier und Jetzt. Doch immer mehr Menschen zerstören solche unmittelbaren Glücksmomente, indem sie ihr Smartphone zücken, um das perfekte Foto zu schießen – während der magische Augenblick vorbeizieht. Anschließend wird das Foto in den sozialen Medien gepostet. Das Ziel: möglichst viele Likes und damit Selbstbestätigung zu bekommen. Wer hingegen zu Hause auf dem Sofa sitzt und die vielen tollen Urlaubsfotos, ausgefallenen Essen und sportlichen Erfolge seiner Kontakte verfolgt, fragt sich, wieso das eigene Leben so viel langweiliger ist als das der anderen. Beim Versuch, das Glück zu intensivieren (zu tracken, zu posten, zu teilen), verlernen wir, es direkt zu erleben. Eine Reise in das Seelenleben der Generation Smartphone.

Persönliches Fazit
Da sitzt man mit einem neuen Buch auf dem Balkon und denkt sich bei jedem zweiten Kapitel:“So habe ich das noch gar nicht betrachtet.“ Kennen Sie dieses Gefühl? Wenn nicht, dann sollten Sie sich auf jeden Fall dieses Buch gönnen. Schon ab der ersten Seite beschreiben die AutorInnen das Tempo des westlichen Lebens. Wir optimieren unseren Alltag durch Technik, erweitern unser Netzwerk über digitale Medien und präsentieren uns via Facebook, Twitter, Instagram oder ähnlichem. Doch führt uns dies wirklich ans Ziel oder beginnen wir durch diese Digitalisierung das Wesentliche aus den Augen zu verlieren? Ist Optimiert auch wirklich optimal? Dauernd erreichbar via Apps und Internet, Leistungsmessungen auf Smartphones und Trackingsysteme, das perfekte Urlaubsfoto, ewig gut aussehen und Kaffeetabs haben also doch etwas gemeinsam. Den Zusammenhang und was es mit uns macht finden Sie in diesem einzigartigen Werk, dass Sie auf keinen Fall verpassen sollten. PRÄDIKAT WERTVOLL ! (MG)

Über die AutorInnen
Sarah Diefenbach ist Professorin an der LMU München, studiert hat sie Psychologie mit Nebenfach Informatik. Sie forscht auf dem Gebiet Mensch-Technik-Interaktion und untersucht hier insbesondere positive Emotionen und die Schwierigkeit, das zu wählen, was uns glücklich macht (Hedonic Dilemma).

Daniel Ullrich ist Post-Doc am Lehrstuhl für Medieninformatik der LMU München. Er promovierte zum Thema intuitive Interaktion mit technischen Produkten. Seine Forschungsschwerpunkte sind Nutzererleben und positive Erlebnisse mit Technik, insbesondere mit intelligenten Systemen und Robotern.

AutorInnen: Sarah Diefenbach, Daniel Ulrich
Sprache: Deutsch
Verlag: mvgverlag
Seitenumfang: 240 Seiten
ISBN: 978-3-86882-664-7


Über Markus Golla 10237 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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