Die Wundversorgung digital managen und verbessern

Von: Cora Rosenkranz

Dass hochbetagte oder chronisch kranke Patienten ambulanter Pflegedienste an sehr schlecht heilenden Wunden leiden, ist kein Ausnahmefall. Dekubitus, Ulcus cruris, Diabetisches Fußulcus, aber auch Gewebeschäden bei Pergamenthaut und Tumorwunden – die Anforderungen durch schwer heilende Wunden, mit denen ambulant Pflegende in ihrem Alltag konfrontiert werden, sind groß. Dabei handelt es sich um eine komplexe Management- und Dokumentationsaufgabe, die Arbeitszeit und Kapazitäten beansprucht. Denn die Versorgung umfasst weit mehr als nur den regelmäßigen Verbandswechsel. Moderne digitale Instrumente können hier wertvolle Unterstützung leisten und den Arbeitsaufwand deutlich vermindern.

Die Versorgung chronischer Wunden gehört für Fachkräfte in der ambulanten Pflege zu den täglichen Aufgaben. Denn leider ist es infolge der Grunderkrankungen zum Beispiel bei stark mobilitätseingeschränkten Patienten trotz fachgerechter Prophylaxen nicht in jedem Fall zu verhindern, dass es zu Fällen von Dekubitus kommt. Zudem können beeinflussende Faktoren den Heilungsprozess verlangsamen oder Rezidive begünstigen.

Für Pflegende bedeutet dies eine Vielzahl von Aufgaben, die weit über die eigentliche Wundversorgung hinausgehen. Diese Folgeaufgaben können mit modernen Digital-Instrumenten erheblich effektiver erledigt werden und so die ohnehin stark belasteten Pflegenden nachhaltig entlasten.

Keine Wundversorgung ohne ärztliche Verordnung

Die Versorgung chronischer Wunden ist eine hochkomplexe Aufgabe, die immer wieder neue fachliche Anforderungen an Pflegefachkräfte und Einrichtungen stellt. Gerade im ambulanten Setting mit der Verordnungshoheit der niedergelassenen Vertragsärzte und den Reglementierungen durch die Kostenträger ergeben sich vielfältige organisatorische Hürden, die die Versorgung erschweren und damit den Wundheilungsprozess behindern können. Es sind dann häufig die Pflegefachkräfte vor Ort, die sich infolge ihrer Nähe zu den Betroffenen mit aller Kraft für eine optimale Wundheilung einsetzen und damit Leid von den Patienten abwenden. Software kann die Wirkung dysfunktionaler Versorgungsstrukturen natürlich nicht kompensieren. Aber sie kann die Pflegefachkräfte wirksam in ihren Bemühungen unterstützen, den Heilungsprozess für die Patienten optimal zu gestalten.

Wundheilung detailliert dokumentiert

Die von der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung (DGfW) herausgegebene Leitlinie bietet dem Qualitätsmanagement der Pflegedienste eine handlungsleitende Orientierung, um Management und Dokumentation fachgerecht zu strukturieren. Insbesondere die Dokumentationsaufwände im Rahmen der Heilungsprozesse chronischer Wunden sind dabei immens. Schon bei der Aufnahme einer chronischen Wunde müssen etliche Kriterien bedacht werden. Von der Art der Wunde über das zutreffende Klassifikationssystem, den aktuellen Schweregrad, die Einschätzung der beeinflussenden Faktoren, bis hin zu den Fragen, ob eine Erlaubnis zur Fotodokumentation vorliegt und welcher Wundexperte die Versorgung begleiten wird, müssen viele Fragen geklärt werden. Da ist es gut, über ein Dokumentationssystem zu verfügen, welches die Pflegefachkraft strukturiert durch den Prozess leitet, egal ob in der Mobilen App oder am Bildschirm im Büro.

Klarer Fokus auf den Patienten

Die Anforderungen an eine fachlich adäquate und rechtssichere Dokumentation setzen sich bei jedem Assessment fort. Der Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden rückt hierbei die Einbeziehung des Pflegebedürftigen in den Mittelpunkt und regt an, seine Sichtweise und Mitwirkungsfähigkeit zu priorisieren. Patienten finden oft viele Worte, um ihr Leid und ihre Vorstellungen, wie diesem am besten beizukommen sei, zu beschreiben. Intelligente Lösungen wie z. B. die Pflege-Software NOVENTIcare bieten den Pflegefachkräften die Möglichkeit, diese textintensiven Eingaben per speech to text abzuarbeiten, das heißt, zunächst alles in ihr Smartphone zu diktieren. Der erkannte Text wird dann in die entsprechenden Felder eingetragen und dabei sogar aus anderen Sprachen übersetzt.

Großer Funktionsumfang individuell konfigurierbar

Moderne Wundmanagement-Software wie der Wundmanager von NOVENTIcare eröffnet die Möglichkeit, pro Assessment mehrere Bilder zu speichern und die Wundgröße anhand des Wundbildes direkt mit der Maus zu vermessen. Auch beim wundspezifischen Assessment bieten ausgereifte digitale Lösungen wertvolle Unterstützung, etwa bei der Erfassung der vielfältigen Dokumentationsparameter: Welche Wundheilungsphase liegt vor, wie lässt sich der Wundgrund beurteilen, wie ist das Exsudat in Hinblick auf Qualität und Quantität zu beurteilen, und vieles mehr.

Gleichzeitig besteht die Schwierigkeit, dass es keine einheitliche Fachsprache zur Beurteilung dieser Kriterien gibt. Was für die einen die „Exsudationsphase“ ist, ist für die anderen die „Inflammationsphase“ oder „Reinigungsphase“. Die Begriffsvielfalt zieht sich durch alle Parameter zur Wundbeurteilung. Auch wird die „Halbwertszeit“ medizinischen Fachwissens immer kürzer, was wechselnde Anforderungen an Versorgung und Dokumentation bedingt. Leistungsfähige Software-Lösungen wie NOVENTIcare sind deshalb hochkonfigurierbar und erlauben dem zuständigen Qualitätsmanagement, die jeweils gebotenen Begrifflichkeiten systemweit festzulegen und an der Oberfläche verfügbar zu machen.

Klar strukturiertes Monitoring

Um einen übermäßigen Dokumentationsaufwand im Rahmen täglicher Assessments zu reduzieren, schlägt die oben genannte S3 Leitlinie vor, Assessments nur in größeren, individuell festzulegenden Zeitabständen durch speziell geschultes Personal durchführen zu lassen. Beim routinemäßigen Verbandswechsel kann das Assessment durch ein deutlich vereinfachtes und zeitsparendes Monitoring ersetzt werden. Dieses Monitoring sollte ein selbstverständlicher Bestandteil einer Wundmanagement-Software sein, um die Pflegefachkräfte der ambulanten Einrichtungen zu entlasten. Sämtliche erfassten Daten sollten dabei für Assessments und Monitorings übersichtlich dargestellt werden.

Erfassung ergänzender Tätigkeiten

Wenn auch der verordnende Arzt für die wundspezifische Therapie zuständig ist, so sind es doch die Pflegefachkräfte, welche mit ergänzenden Maßnahmen erheblich zum Heilungserfolg beitragen. Hierbei kann es sich um Beratungen, Einweisungen oder auch Schulungen von Angehörigen handeln. Auch Kausaltherapien wie eine Druckentlastung, die Beschaffung wundbezogener Hilfsmittel und vieles mehr gehören dazu. All diese Bemühungen sind es wert, als ergänzende Maßnahmen dokumentiert zu werden. Lösungen wie NOVENTIcare liefern die passenden Instrumente dazu.

Fazit:

Das arbeits- und zeitintensive Wundmanagement kann durch moderne digitale Instrumente einfacher und strukturierter gestaltet werden. Bei der Auswahl einer entsprechenden Software-Lösung sollte darauf geachtet werden, dass sie einerseits alle fachlichen Anforderungen erfüllt, die sich aus den aktuellen Leitlinien und Expertenstandards ergeben. Gleichzeitig sollte sie den nötigen Spielraum für individuelle Anpassungen an die Erfordernisse der eigenen Pflegeeinrichtung bieten. Mobile Datenerfassung, auch via multilingualer Spracheingabe, kann bei den Pflegefachkräften für weitere Entlastung sorgen.

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