Die WHO-Schulung für Betreuende von Kindern mit Autismus geht online

WHO/Blink Media – Daiana Valencia

Im Vorfeld des Welt-Autismus-Aufklärungstages am 2. April veröffentlicht die WHO eine Online-Version ihres Schulungsprogramms für Betreuer von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen, einschließlich Autismus. Das Programm, das bereits in mehr als 30 Ländern wie Brasilien, Indien, Italien und Kenia im Präsenzformat erprobt wurde, vermittelt Eltern und anderen Betreuern alltägliche Fähigkeiten, die das Wohlbefinden steigern und helfen Entwicklung von Kindern mit Autismus und anderen Entwicklungsstörungen.

„In so vielen Teilen der Welt, insbesondere – aber nicht nur – in einkommensschwachen Umgebungen, haben Menschen, die sich um autistische Kinder kümmern, oft keinen Zugang zu den Informationen und Diensten, die sie benötigen“, sagte Dr. Chiara Servili, Expertin für psychische Gesundheit und Gehirngesundheit von Kindern und Jugendlichen bei der Weltgesundheitsorganisation. „Während der Pilotphase stattete das Caregiver Skills Training-Programm Familien in einer Vielzahl von Gemeindeumgebungen mit dem Wissen und den Fähigkeiten aus, um ihre Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen besser zu verstehen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Die Einführung der E-Version bedeutet, dass nun viele weitere tausend Familien davon profitieren können.“

Das Online-Training umfasst vorab aufgezeichnete Informationssitzungen zu Themen wie die Nutzung alltäglicher Routinen als Gelegenheiten für Kinder zum Lernen, spielerische Interaktion mit Kindern und Problemlösung. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Kurses sind Sitzungen, die Pflegekräften dabei helfen sollen, ihr eigenes Wohlbefinden zu verbessern. Quick-Tipp-Videos, Quiz und Erinnerungen sind enthalten, um nachhaltiges Lernen zu unterstützen. Das Training wurde so gestaltet, dass Pflegekräfte in ihrem eigenen Tempo lernen und den Kurs so in ihren Zeitplan einpassen können, wie es für sie funktioniert.

Das Programm, das in Zusammenarbeit mit der Nichtregierungsorganisation Autism Speaks entwickelt wurde, ist speziell darauf ausgelegt, von nicht spezialisierten Anbietern durchgeführt zu werden, was besonders in ressourcenschwachen Gemeinden hilfreich ist.

Auf den Start des digitalen Programms folgt später im April die Einführung von Handbüchern, die persönliche Sitzungen des Schulungsprogramms unterstützen. Die Handbücher, die für Schulungsvermittler bestimmt sind, enthalten Erkenntnisse aus den Pilotschulungen, die in den letzten fünf Jahren durchgeführt wurden, und werden verwendet, um die Schulung durch Demonstrationen, Coaching und Gruppendiskussionen durchzuführen. Das Format wird es den Programmteilnehmern ermöglichen, Einblicke direkt von geschulten Gemeindemitgliedern und anderen Familien zu erhalten, um ihr lokales Unterstützungsnetzwerk weiter zu stärken.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)