„Die Hälfte aller Infizierten ist geimpft!!“

Hypothetische Skandal-Schlagzeile: „Die Hälfte aller Infizierten ist geimpft!!“ Bedeutet das, dass die Impfung wenig Nutzen hat? Nein, das wäre ein klassisches Beispiel für einen „Prävalenzfehler“.
Rechenbeispiel: Bevölkerung mit 85% Durchimpfungsrate. Wir betrachten 100 Leute. 85 davon sind geimpft. Davon infizieren sich 2 mit dem Virus.
Die anderen 15 sind ungeimpft. Auch von ihnen infizieren sich 2. Also: Die Hälfte aller Infizierten war geimpft!
In Prozent ausgedrückt sieht das aber so aus:
Infektionsrate unter Geimpften: 2%.
Infektionsrate unter Ungeimpften: 13%.
„Die Hälfte aller Infizierten ist geimpft“ stimmt also, ist aber stark irreführend, wenn man die Durchimpfungsrate nicht miteinrechnet.
Anders ausgedrückt: Als in Autos Sicherheits-Gurte eingeführt wurden, stieg der Anteil an Verletzten, die beim Autounfall angeschnallt waren. Heute sterben bei Autounfällen mehr Angeschnallte als nicht-Angeschnallte. Das bedeutet aber nicht, dass Gurte nutzlos wären.
Was man auch nie vergessen darf: Eine Infektion bei Geimpften bedeutet nicht das Gleiche, wie eine Infektion bei Ungeimpften. Geimpfte erkranken selten schwer. In San Diego werden die Daten gut erhoben. Orange: Hospitalisierungsrate bei Ungeimpften. Grün: Bei Geimpften.
Über Martin Moder 10 Artikel
PhD (Molekularbiologie), FM4 Science Busters,

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