Die Emigration (zukünftiger) Pflegepersonen aus Österreich 1938/39 – Teil 1

Ihre Bedeutung für die Gesundheits- und Krankenpflege und deren internationale Vernetzung. Karrierewege und Schicksale

OP-Schwestern bei den Franziskanerinnen von der christlichen Liebe (C) Orden der Franziskanerinnen von der christlichen Liebe

Der »Anschluss« Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland brachte auch für die Krankenpflege schwerwiegende Veränderungen mit sich. Zahlreiche Pflegepersonen verloren ihren Arbeitsplatz, viele mussten Österreich verlassen, einige starben im KZ. Mühsam aufgebaute berufliche Strukturen wurden zerstört, internationale Beziehungen unterbrochen. Andererseits konnten sich vorhandene Netzwerke hilfreich bei der Bewältigung der schwierigen Situation erweisen. Nachdem in Großbritannien der Pflegeberuf eine besondere Bedeutung für die Flüchtenden1 hatte, wie später noch ausgeführt wird, liegt in dieser Darstellung der Fokus auf der Emigration nach Großbritannien. In Bezug auf das Thema »Emigration und Pflege 1938/39« ist noch eine zweite Gruppe von Personen relevant: jene, die als Heranwachsende das Land verließen oder mit einem der sogenannten Kindertransporte von ihren Eltern ins Ausland geschickt wurden und dort eine Krankenpflegeausbildung absolvierten. Einige dieser jugendlichen Flüchtlinge haben später wieder Kontakte mit Österreich geknüpft und hier zur Entwicklung der Pflegewissenschaft beigetragen. Weitere Fragestellungen ergeben sich in Bezug auf eine eventuelle Rückkehr der Emigrierten. Wie viele Pflegepersonen sind nach Kriegsende wieder nach Österreich zurückgekehrt? Wie wurden sie aufgenommen, welche Möglichkeiten und welchen Einfluss auf die österreichische Pflege hatten sie ? All dies ist noch wenig erforscht.

Dieser Beitrag könnte ein Ausgangspunkt für weitere Forschungsarbeiten sein, die sich mit der Geschichte der Pflege und der Entwicklung der Pflegewissenschaft in Österreich befassen. Eine Ausdehnung der Forschung auf andere Länder als Großbritannien und eine zeitliche Fortsetzung über das Jahr 1955 hinaus bis zur Etablierung der Pflegewissenschaft an österreichischen Universitäten sind Forschungsdesiderate.2 Für den Rahmen der vorliegenden Publikation wurde eine von der Autorin erstellte Datenbank zur Erfassung von ÖsterreicherInnen, die zwischen 1933 und 1945 verfolgt wurden und wenigstens zeitweilig in der Pflege tätig waren, gezielt im Hinblick auf emigrierte Personen erweitert. Derzeit enthält sie ca. 400 Namen. Trotz Benützung verschiedenster Quellen können die enthaltenen Daten jedoch aufgrund der schwierigen Quellenlage nur lückenhaft sein. Eine wertvolle Hilfe bei der Ergänzung der Informationen waren die mir von Herrn Professor Paul Weindling von der Oxford Brookes University freundlicherweise zur Verfügung gestellten Angaben aus seiner Datenbank über Flüchtlinge aus medizinischen Berufen3 , wofür ich mich herzlich bedanke.

Öffentliche Krankenanstalten: »Neuordnung des Beamtentums«

Als am 13. März 1938 der »Anschluss« Österreichs an Deutschland erfolgte, hatte dies besonders in Wien sofort Auswirkungen auf in der Pflege tätige Personen. Nicht nur das größte Krankenhaus Österreichs, das Wiener Allgemeine Krankenhaus, sondern auch weitere sieben Wiener Krankenanstalten4 gehörten zu diesem Zeitpunkt zum sogenannten Wiener Krankenanstaltenfonds, sie waren also in staatlicher Verwaltung. Andere große Anstalten waren im Besitz der Gemeinde Wien. Bei beiden Trägern war der Zugriff besonders leicht und bereits am folgenden Tag, dem 14. März, wurde eine Reihe leitender Krankenpflegepersonen (ebenso wie Ärzte, die Leiter von Krankenhäusern und Krankenpflegeschulen waren5 ) ihres Amtes enthoben, teils wegen ihrer jüdischen Abstammung, teils weil sie politisch unerwünscht waren. Das Schicksal einiger dieser Personen wird später in diesem Beitrag kurz dargestellt werden.

Ebenfalls Mitte März 1938 wurde von den öffentlich Bediensteten in Wien ein Eid auf Adolf Hitler (1889–1945) verlangt, den Juden und Jüdinnen nicht ablegen durften. Immer wieder wurden von den Krankenhäusern Listen über alle beschäftigten Personen eingefordert – mit der Angabe, wann der Eid abgelegt wurde oder warum dies nicht geschehen war. Dadurch hatten die Behörden sehr bald die Namen aller in öffentlichen Krankenanstalten tätigen jüdischen Pflegepersonen in der Hand. Wer von ihnen nur vertragsmäßig angestellt war, wurde sofort entlassen. Die definitiv angestellten Pflegepersonen wurden zunächst vom Dienst beurlaubt und ohne Rücksicht auf ihr Alter gegen Ende des Jahres 1938 mit reduzierten Bezügen zwangspensioniert. Bei diesen Pensionierungen berief man sich auf den Paragraf drei der »Verordnung zur Neuordnung des österreichischen Berufsbeamtentums« vom 31. Mai 1938. Alle jüdischen Krankenpflegeschülerinnen mussten die Ausbildung abbrechen. Jüdische Pflegepersonen durften ab sofort nur in jüdischen Anstalten arbeiten. 1939 folgte dann der Ausschluss von Pflegepersonen, die mit einem jüdischen Partner verheiratet waren oder einzelne jüdische Vorfahren hatten.6

Systematisch, wenn auch nicht vollständig erfasst werden konnten nach den vorhandenen Quellen die Namen jener Pflegepersonen, die 1938 an den Wiener staatlichen Krankenanstalten tätig waren und durch den Eingriff der Nationalsozialisten ihre Stelle und damit ihren Lebensunterhalt verloren. 50 Namen betroffener Personen sind bekannt, davon 34 aus dem Allgemeinen Krankenhaus, elf aus dem Wilhelminenspital und fünf aus der Rudolfstiftung.7 Dazu kommen vier Krankenpflegeschülerinnen aus der Schule des Allgemeinen Krankenhauses, zwölf Pflegepersonen aus Anstalten der Gemeinde Wien und drei Krankenpflegerinnen, die bei verschiedenen Krankenkassen tätig waren; zusammen sind dies 69 Personen allein aus öffentlichen Institutionen in Wien. Insgesamt ist die Zahl der Betroffenen sicher höher, denn selbst zu den staatlichen Krankenanstalten sind Akten verschwunden, die in den Indices noch angegeben sind. Privatkrankenhäuser konnten in diese Statistik nicht einbezogen werden. Überhaupt nicht erfassbar ist die Zahl jener Personen, die 1938 in der Hauskrankenpflege tätig oder arbeitslos waren. 8

Ebenfalls nicht in diesem Überblick enthalten sind jene jüdischen Pflegepersonen, die beim »Anschluss« im jüdischen Wiener Rothschildspital beschäftigt waren. Sie durften zunächst in der Pflege jüdischer PatientInnen weiterarbeiten, während die »arischen« Pflegepersonen in andere Krankenhäuser versetzt wurden. An ihre Stelle kamen andere Jüdinnen, die ihren Arbeitsplatz verloren oder bisher im Haushalt gearbeitet hatten und jetzt im Rothschildspital eine Art pflegerischer Kurzausbildung absolvieren konnten. Die Beschäftigung im jüdischen Krankenhaus oder Altersheim bot ab Kriegsbeginn eine gewisse Sicherheit, nicht deportiert zu werden, allerdings nur in der ersten Zeit.9 Von den oben genannten 69 Personen waren die meisten zumindest teilweise jüdischen Ursprungs oder mit Juden verheiratet, nur bei sechs oder sieben war die politische Einstellung der Grund der vorzeitigen Pensionierung oder Entlassung. Bis auf vier männliche Pfleger handelte es sich um Frauen.

30 Personen dieser Gruppe finden sich unter den EmigrantInnen – meistens nach Großbritannien–wieder, über die in den nächsten Kapiteln berichtet wird. Anderen dürfte sich die Möglichkeit zur Emigration aber gar nicht geboten haben. Im Allgemeinen hatten sie wenige Kontakte zum Ausland und nicht besonders hohe finanzielle Ressourcen. Ein beträchtlicher Teil der Krankenschwestern war zu dieser Zeit ledig, am Arbeitsplatz wurde ihr ganzer Einsatz verlangt und sie wohnten in vom Krankenhaus zur Verfügung gestellten Wohnungen. »Eine gute Krankenschwester ist besser, wenn sie nicht verheiratet ist« – mit diesen Worten fasste Anfang der 1990er-Jahre in einem Interviewprojekt Schwester M. J. die damals herrschende Auffassung zusammen.10

Rudolfinerhaus: Umwandlung in eine Rotkreuzschwesternschaft

Einen Spezialfall bildete die private Wiener Krankenanstalt Rudolfinerhaus, die seit 1882 besteht und deren Träger ein Verein ist. Aufgrund früherer Beziehungen der Institution zum Roten Kreuz wurde nach dem »Anschluss« entschieden, sie in ein Krankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes umzuwandeln. Die Schwesternschaft der »Rudolfinerinnen«, die sich durch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl auszeichnete und international gut vernetzt war, wurde dadurch zur »DRK-Billrothschwesternschaft«. Die Übergabe brauchte etwas Zeit, die Vereidigung der Schwestern fand erst am 25. Mai 1938 statt. Die bisherige, seit 20 Jahren in dieser Funktion befindliche Oberin Alice Pietzcker (1887–1976) war Schweizerin und verließ Österreich auf Umwegen sofort nach dem »Anschluss«. Ihre provisorische Nachfolgerin wurde Lisbeth Lippert (geb. 1902) und ab Oktober 1938 leitete Alba Alberti (1895–1978) die Schwesternschaft.11

Eine Schwester des Rudolfinerhauses, die in den 1990er-Jahren im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts zur Sozialgeschichte der Pflegeberufe interviewt wurde, erzählte, Oberin Alberti habe einigen Schwestern, die vermutlich Jüdinnen waren, zur Emigration nach Großbritannien verholfen.12 Obwohl dafür im Archiv des Krankenhauses keine direkten Beweise gefunden werden konnten, erscheint es nach allem, was festgestellt werden konnte, nicht unwahrscheinlich.

Einige Schwestern traten aufgrund ihres politischen Hintergrunds 1938 aus dem Rudolfinerhaus aus, wie die folgenden Beispiele zeigen. Isabella (Gräfin) Coronini-Cronberg (1893–1962), 1893 in Wien geboren, trat 1920 ins Rudolfinerhaus ein und erwarb 1923 das Diplom als Krankenpflegerin. Anfang 1938 erkrankte sie an Psittakosis. Nach dem »Anschluss« fuhr sie nach Grado, offiziell zum Zweck der Rehabilitation; in Görz lebten ihre Verwandten. Nach dem Krieg gab sie an, dass sie nach dem Einmarsch der Deutschen in Österreich gezwungen war, das Land zu verlassen, die näheren Umstände dieses Entschlusses sind jedoch nicht bekannt. Im Rudolfinerhaus rechnete man mit ihrer Rückkehr. Isabella Coronini war inzwischen jedoch von den Nationalsozialisten als staatenlos erklärt worden. Der Grund dafür war nach eigener Aussage, dass sie die Annahme des »reichsdeutschen« Passes verweigert hatte.13 Aus diesem Grund war auch eine Rückkehr nach Österreich sofort nach dem Zweiten Weltkrieg nicht möglich. Erst als sie 1955 ein Reisedokument für Staatenlose nach dem Londoner Abkommen vom 15. 10. 1946 erhielt, übersiedelte sie nach Wien, wo sie als Arztassistentin arbeitete. Im Mai 1956 erhielt sie die österreichische Staatsbürgerschaft wieder. Gegen Ende des Jahres 1957 kehrte sie nach Italien zurück. Am 25. November 1962 starb sie in Rom.14

Eine der Schülerinnen des Rudolfinerhauses im Jahr 1938 war Adelheid (Adelaide) Braganca (1912–2012), Infantin von Portugal, die bereits eine Ausbildung als Fürsorgerin absolviert hatte. Ihre anti-nationalsozialistische Haltung war bekannt; der Direktor der Schule, Otto Frisch (1877–1956), soll sie nach dem »Anschluss« zum Austritt aus der Schule veranlasst haben. Im Sommer 1944 wurde sie gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Benedikta (1896–1971) von den Nationalsozialisten wegen des Hörens ausländischer Radiosendungen zum Tod verurteilt, jedoch auf Intervention des portugiesischen Ministerpräsidenten Antjnio de Oliveira Salazar (1889–1970) begnadigt. Unter dem Decknamen »Mafalda«, der im Rudolfinerhaus auch ihr »Schwesternname« gewesen war, schloss sie sich der Widerstandsbewegung O5 an und wurde 1945 neuerdings verhaftet. Im Oktober 1945 heiratete sie inWien den holländischen Arzt Nicolaas van Uden (1921–1991). 1949 konnte sie nach Portugal zurückkehren, wo sie im Fürsorgewesen tätig war. Das Ehepaar hatte sechs Kinder. Adelaide Braganca starb 100-jährig im Jahr 2012 in Portugal.15

Marianne Sammer (geb. 1903), im Rudolfinerhaus »Schwester Mirjam« genannt, war 1924 ins Rudolfinerhaus eingetreten und trat am 31. Mai 1938 aus. Sie erhielt – was sonst nicht üblich war – ihr Dienstzeugnis zusätzlich in englischer Sprache.16 Am 27. August 1938 schrieb die Sekretärin des International Council ofNurses(ICN), Lilly Petschnigg (1905–1983) aus London in einem an die Oberin des Rudolfinerhauses gerichteten Brief zu einem ganz anderen Thema unvermittelt den Satz: »Schwester Mirjam arbeitet in einer hiesigen Anstalt und es geht ihr gut.«17 Eine etwaige jüdische Abstammung konnte in diesem Fall nicht nachgewiesen und über das weitere Schicksal von Marianne Sammer konnten keine Informationen gefunden werden. Mit ihrem jüdischen Mann nach Großbritannien emigriert und dort geblieben ist die Rudolfinerin Josefa Wechsel (geb. 1899), geborene Huemer. Sie war jedoch – vermutlich wegen der geplanten Heirat – bereits 1922 aus dem Rudolfinerhaus ausgetreten. In Großbritannien arbeitete sie bis zu ihrem Tod in der Hauskrankenpflege.18

Fußnoten

1 Auf die in diesem Beitrag beschriebenen Ereignisse ist die übliche Differenzierung zwischen Emigration und Flucht nur schwer anwendbar. Einerseits waren die Betroffenen in ihrer Existenz und ihrem Leben bedroht und gezwungen, ihren Besitz zurückzulassen – insofern ist der Ausdruck Flüchtlinge zutreffend, was auch dem subjektiven Empfinden der betroffenen Personen entsprechen dürfte. Andererseits mussten sie sich meist langwierigen bürokratischen Prozeduren und Vorbereitungen unterziehen, um überhaupt ins Ausland gelangen zu können, und waren in diesem Sinn Emigranten. Aus diesem Grund wird hier auf eine Unterscheidung der Begriffe verzichtet.

2 In der Zwischenzeit könnten auch weitere Quellen zugänglich werden, insbesondere z. B. der derzeit noch nicht archivarisch erschlossene Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs [WStLA], Magistratsabteilung [M.Abt.] 202.A6a, Personalakten 3. Reihe.

3 Zur Datenbank von Prof. Weindling siehe insbesondere: Paul Weindling, Frauen aus medizinischen Berufen als Flüchtlinge in Großbritannien während der 1930er und 1940erJahre, in: Ulrike Lindner/Merith Niehuss (Hg.), Ärztinnen – Patientinnen. Frauen im deutschen und britischen Gesundheitswesen des 20. Jahrhunderts, Köln–Weimar–Wien: Böhlau 2002, 111– 127, 116–117.

4 Wilhelminenspital, Rudolfstiftung, Kaiser Franz-Josefs-Spital, Kaiserin Elisabeth-Spital, Krankenhaus Wieden, Sophienspital und Rochusspital.

5 Otto Glaser (1882–1943), Krankenpflegeschule am Allgemeinen Krankenhaus; Karl Schmidt (1894–1967), Krankenpflegeschule Wilhelminenspital; Arnold Baumgarten (1879–1938), Krankenpflegeschule Lainz.

6 Vgl. Wiener Krankenanstaltenfonds, Verordnung zur Neuordnung des österreichischen Berufsbeamtentums, Österreichisches Staatsarchiv [ÖStA], Archiv der Republik [AdR], Bundesministerium für soziale Verwaltung [BMfsV], Volksgesundheit [VG], Kt. 2340, Akt 52.639/ 38.

7 Vgl. Wr. Krankenanstaltenfonds, Personalveränderungen bei öffentlichen Dienststellen, ebd., Kt. 2338, Akt 29.985/38. – Vereidigung d. Personals, ebd., Akt 42.920/38. – Jüd. Beamte u. Krankenpflegerinnen: Versetzung i. d. dauernden Ruhestand, ebd., Kt. 2339, Akt 40.119/38. – Die Gesamtzahl der weltlichen Pflegepersonen in diesen drei Krankenhäusern betrug ca. 1.200; im Jahr 1936 waren es 1.231 Personen. Vgl. Wr. Krankenanstaltenfonds, systemisierter Personalstand, ebd., Kt. 2230, Akt 23.949/1936.

8 Alles hier Gesagte bezieht sich auf die weltliche Krankenpflege. Die unter dem Sammelbegriff »barmherzige Schwestern« in österreichischen Krankenhäusern tätigen Ordensfrauen – im Jahr 1938 waren es ca. 4.500 gegenüber ca. 3.200 weltlichen Pflegepersonen – sowie die Barmherzigen Brüder wurden fürs erste noch dringend gebraucht. Die NSDAPReichsleitung rechnete aber damit, dass die Orden bereits in den folgenden Jahren aus Mangel an Nachwuchs vielerorts dieses Arbeitsgebiet aufgeben müssten und forcierten u. a. aus diesem Grund die Ausbildung weltlicher Krankenschwestern. Vgl. NSDAP Reichsleitung, Schreiben an den Reichskommissar zur Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich vom 22. 10. 1938, Erläuterungen zu Punkt 8 und Aufstellung, ÖStA, AdR, ZNSZ RK Materie 2362.

9 Vgl. Mignon Langnas, Tagebücher und Briefe 1938–1945, Innsbruck–Wien: Haymon 2013, 76–78.

10 Vgl. Elisabeth Seidl, Berufliches Handeln unter dem Einfluß der Zeitgeschichte, in: Elisabeth Seidl/Hilde Steppe (Hg.), Zur Sozialgeschichte der Pflege in Österreich. Krankenschwestern erzählen über die Zeit von 1920 bis 1950, Wien–München–Bern: Maudrich 1996, 35–80, 51.

11 Vgl. Elisabeth Seidl, »DRK-Billrothschwesternschaft« im Nationalsozialismus. Das Rudolfinerhaus in Wien aus zeitgeschichtlicher Perspektive, in: Elisabeth Seidl/Ilsemarie Walter (Hg.), Rückblick für die Zukunft. Beiträge zur Historischen Pflegeforschung, Wien–München–Bern: Maudrich 1998, 143–168, 147–151.

12 Zum Projekt vgl.: Elisabeth Seidl/Ilsemarie Walter, Einführung, in: Seidl/Steppe, Zur Sozialgeschichte, 11–17. Es handelt sich um die Interviewpartnerin mit dem Pseudonym M. A. (Nr. 51).

13 Vgl. CoroniniIsabella,Verleihung der Staatsbürgerschaft 9. 5. 1956,WStLA, M.Abt. 116, A84- IV, Zl MA C 14-4/56.

14 Vgl. Personalakt Isabella Coronini, Archiv des Rudolfinerhauses, 1938, Ausgetretene Schwestern, Schülerinnen und Aushilfsschwestern A–H. – Meldeabfrage per E- Mail vom 4. 10. 2016 beim WStLA, Kopie des Auszugs in Besitz der Verfasserin.

15 Vgl. Personalakt Adelheid Braganza, Archiv des Rudolfinerhauses, 1938, Ausgetretene Schwestern, Schülerinnen und Aushilfsschwestern A–H. – Verhandlung gegen Rudolf Hitzler, 141–143, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands [DÖW], 20642/ 6. – Gedächtnisprotokoll über die Widerstandsgruppe Otto Arlow, DÖW, 02702. – Korrespondenz über die Ereignisse im Zusammenhang mit dem 20. Juli 1944, DÖW, 21574.

16 Vgl. Personalakt Marianne Sammer, Archiv des Rudolfinerhauses, 1938, Ausgetretene Schwestern, Schülerinnen und Aushilfsschwestern J–Z.

17 Vgl. Personalakt »Hospitantin Josina Burger«, Archiv des Rudolfinerhauses, Ausgetretene Schwestern. Schülerinnen und Aushilfsschwestern A–H. 18 Den Hinweis auf Josefa Wechsel verdanke ich Frau Dr. Christa Sauer, Wien

Ilsemarie Walter
Über Ilsemarie Walter 2 Artikel
Ilsemarie Walter absolvierte zwischen 1965 und 1968 ihre Krankenpflegeausbildung am Rudolfinerhaus in der Billrothstrasse in Wien. Bis zum Jahr 1972 arbeitete sie daselbst als Krankenschwester auf einer chirurgischen Abteilung. Ilsemarie Walter studierte als gelernte Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester Psychologie, Soziologie, Übersetzungswissenschaft und Geschichte. Walter war wissenschaftliche Assistentin an der Abteilung Pflegeforschung in Wien und des Instituts für Pflege- und Gesundheitssystemforschung (IPG) der Johannes Kepler Universität in Linz. Ihre pflegehistorischen Forschungen bezogen sich vor allem auf das 19. und beginnende 20. Jahrhundert. Hier beschäftigte sie sich auch mit der Rolle der Männer in der Pflege, einem über einen längeren Zeitraum hinweg weiblich dominierten Beruf. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten von Ilsemarie Walter galt den Interaktionsproblemen innerhalb der Triade „Patient-Arzt-Pflegekraft.“ Ilsemarie Walter ist Mitautorin beim Biographischen Lexikon zur Pflegegeschichte „Who is who in nursing history“ (Horst-Peter Wolff mit Nachfolge Hubert Kolling als Herausgeber). Dreiländerprojekt zur Pflege im Nationalsozialismus: In Deutschland arbeitete Ilsemarie Walter gemeinsam mit Elisabeth Seidl vor allem mit der Frankfurter Pflegehistorikerin Hilde Steppe zusammen. Es entstand, gemeinsam mit der Sektion Historische Pflegeforschung des Deutschen Vereins für Pflegewissenschaft (heute: Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft), ein Dreiländerprojekt der deutschsprachigen Länder Schweiz-Österreich-Deutschland zur Geschichte der Pflege im Nationalsozialismus mit ZeitzeugInneninterviews.Durch den Tod von Hilde Steppe wurde dieses Projekt lediglich partiell zu Ende geführt. Vor allem die Interviews aus Deutschland warten auf eine Bearbeitung.

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